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Pope
überlegen sei. Um noch mehr zu gewinnen, ließ er der „IliaS " die „Odyssee" fol-gen, wobei er jedoch 2 Gehülfen, Boome und Fenton, annahm. Das ganzeGe»schüft wurde rein-kaufmännisch behandelt, war 1725 beendigt und brachte ihm einenansehnlichen Gewinn. Von ihin selbst wurden 12 Gesänge übersetzt; die Arbeitseiner Gehülfen verbesserte er zwar, aber sie steht dennoch den ftimgen nach. Erhatte uni diese Zeit 2 Schwestern, den Töchtern eines kathol. Edelmanns, Thereseund Marthe Blount, s. Neigung zugewendet. Anfangs mochte die erstere ihn mehrfesseln, die zweite aber wurde in der Folge seine innigste Vertraute und die Ge-fährtin s. Lebens. Sein freundschaftliches Verhältniß mit Lady Monkague, dasspäter in die bitterste Feindschaft überging, kann hier nur angedeutet werden. Vgl.Spencer's „/Ineockolor" (London 1820, bei Länger). Nach der Herausgabe der„Odyssee" zeigte sich P. fast einzig als Satyriker und Moralist, welche Charaktereer, nicht immer mit glücklichem Erfolge, zu verbinden strebte. 1727 verband ersich mit Swift zur Herausgabe von Miseellen, vornehmlich humoristischer Art,in welche er s. ,,'Haiire ot tkio patlios vr arl c>> tililiiiig" aufnahm. Er hatteseine ironischen Vorschriften mit Beispielen zmn Theil noch lebender Dichter erläu-tert, die diesen Spott durch die heftigsten Angriffe zu erwiedern suchten. Um alleseine Gegner niederzuschmettern und mit unauslöschlichem Spotte zu bezeichnen,gab er 1728 die 3 ersten Bücher s. „Dunciade" heraus. P. erreichte s. Zweck;doch ist es keineswegs zu billigen, daß er s. gereiftes Talent auf einen an sich so un-würdigen Gegenstand wendete, auch die Art und Weise, wie er einzelne s. Gegnerbehandelte, zog ihm gerechten Tadel zu. Überhaupt stimmte die persönliche Saiyremit dem unpoetischen Charakter P.'s überein, wie aus den meisten s. nachfolgendenWerke zu erkennen ist. So Hütte er in s. Epistel über den Geschmack (1731) diePrahlerei und den Ungeschmack eines Edelmanns, den er Timon nennt, lächerlichgemacht. Jedermann bezog diesen Spott auf den Herzog v. Chandos, dessen wohl-thätiger und wohlwollender Charakter allgemein verehrt war. P.'S Angriff wurdedaher mit Unwillen betrachtet, weil er selbst von dem Herzog mit Wohlwollen be-handelt worden war; auch vermochte der Dichter nicht, die Beschuldigung von sichabzuwenden. P.'s Religion, frühe Eindrücke und wichtige Verbindungen hattenihn auf die Seite der Tones gezogen, wiewol er von der Staatsverwaltung freieAnsichten hatte; bei dem Tode Georgs 1. (1727) theilte er ihre Hoffnung, wiederMacht und Ansehen zu erlangen. Das Fehlschlagen dieser Hoffnung führte niehreStaatsmänner ohne Amt in Twickenham zusammen, von denen Lord Bolingbroke am höchsten in P.'S Achtung stand und von ihm zum Führer und Freund gewähltworden war. Auf des Letztem Antrieb schrieb er s. berühmten v,,
(„Versuch über den Menschen"), der 1733 anonym, im folgenden I vollendetund unter des Vers. Namen erschien. In diesem Werke gab der Dichter einen Be-weis von s. großen Talente, eine Reihe von Schlüssen in Verse zu bringen, und s.Gedanken ebensowol mit kräftiger Kürze zusammenzudrängen als sie Mit pocti-schem Lchmucke auszuführen; und obgleich das Gedicht verräth, daß er den Ge-genstand, den er behandelte, nicht gehörig kannte, so gehört es dennoch zu denausgezeichneten moralischen Lehrgedichten. Ihm folgten bald die „Imitation,, ot'lloiaot", welche einen sakyrischen Zweck hatten, und von einem Prolog und Epi-log zu den Saiyren, ferner von seinen moralischen Briefen oder Versuchen über dieCharaktere von Männern und Frauen und über den Gebrauch des Reichthums be-gleitet waren. Als Latyriker ist P. gewissermaßen ein Nachahmer von Boilea»,nur etwas rauher in der Sprache und nachlässiger im Ausdrucke, dabei aber geist-reicher und poetischer. Mit besonderer Bitterkeit verfolgte er den Lord Hervey unds. vormalige Freundin, dieEady Monkague, und wenn P>, wie kaum zu bezwei-feln ist, s. „Sappho " gegen sie richtete, so muß man gestehen, daß nie einer Frauunanständiger begegnet worden ist. Inzwischen war unbefugterweife eine Samm-