Band 
Achter Band. O bis Q.
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Porsenna Portament 71?

Muster betrachtet. Nachdem er lange Zeit erster Lehrer an dem Conservatoriodegli Incurabili zu Venedig gewesen, wo er viele bewundernswürdige Messen undMotetten componirtr, zog er sich nach Neapel zurück, wo er 1767 in der größtenDürftigkeit starb.

Porsenna, König der etruscischen Stadt Clusium, nahm die aus Rom entflohenen Tarquinier auf, und rückte, da ihre Einsetzung durch Verhandlungennicht zu bewirken war, mit einem Heere vor Rom . Fast wäre er mit den fliehendenRömern zugleich über die sublicische Brücke in die Stadt gedrungen, wenn nicht derHeld Horatiu« Cocles (s. d.) den Übergang so lange streitig gemacht hätte, bisdie Brücke abgebrochen worden. Als daraufP. Rom einschloß, wodurch eineHun-gersnoth in derStadt entstand, gab ihm ein andrer röm. Jüngling, MuciusScävola (s. d.), einen hohen Beweis von Vaterlandsliebe und Selbstaufopferung.Da fand sich P. zu Unterhandlungen geneigt. Er foderte, daß den Targuiniern ihreGüter und den Vejentern die ihnen im vorigen Kr ege entrissenen Städte zurückgege-ben würden. Die zweite Bedingung wurde bewilligt, a gen die erste machte manSchwierigkeit. Indeß kam doch ein Waffenstillstand zu Stande, für dessen Gewährdie Römer 10 Jünglinge und 10 Jungfrauen als Geiseln ins etruscische Lager schick-ten. Letztere fanden Gelegenheit, nach Rom zu entkommen, indem sie durch die Ti-ber schwammen. Aber der ConsulPoblicola führte sie selbst dem P. wieder zu undward bei dieser Gelegenheit von den Targuiniern heimtückischerweise angefallen.P., der davon Nachricht erhielt, sandte sogleich s. Sohn Arung ab, die Römer zubeschützen. Entrüstet über dir Treulosigkeit der Tarquinier und voll Hochachtung vordem Edelmurhe der Römer, trennte sich der König von jenen und schloß mit diesenFrieden, ohne ihre Geiseln anzunehmen. Um dem Mangel der Römer abzuhelfen,ohne durch ein förmliches Geschenk ihren Stolz zu beleidigen, ließ er bei s. Abzügesein ganzes Lager mit allen Dorrüthen zurück. Zum Andenken dieser Großmuth er-richtete ihm der Senat eine Ehrensiule und überschickte ihm zum Geschenk einenelfenbeinernen Stuhl und Scepter, eine goldene Krone und ein königliches Kleid.Ein später von P. wiederholter Antrag an die Römer, die Tarquinier aufzunehmen,wurde von ihnen abgelehnt; woraufP. die Tarquinier ganz von sich entfernte undin ungestörter Freundschaft mit den Römern lebte, denen er selbst das in dem Frie-densschluß abgetretene Gebiet der Dezenter zurückgab.

Porson (Richard), Pros. der griech. spräche an der Universität zu Cam-bridge und erster Bibliothekar der 1.e»>clc>,i institutiu», geb. zu East Ruston inNorfolk 1759, starb zu London 1808 im 49 I. Er war nach Bentley der größteKritiker, den England erzeugt hat. Die Mannigfaltigkeit, Tiefe und Gründlichkeits. Gelehrsamkeit, sein seltener kritischer Scharfsinn und die staunenswürdige Krafts. Gedächtnisses lassen es bedauern, daß er nicht eine größere Anzahl von Schriftenhinterlassen hat. Aber eine unglückliche, mit den Jahren zunehmende Neigung zumTrunke hinderte ihn an anhaltender Thätigkeit, machte ihn gleichgültig gegen alleäußere Verhältnisse und zerstörte mit seinen geistigen s. körperlichen Kräfte. Außerden AuSg. von Euripides'sHekuba, Orestes, Phönissen und Medea (Lond. 1797 —1801) und des Aschylus (Glasgow 1795 fg.) hat man vön ihm einige kleinereSchriften und Aufsitze, welche in „Truds rinck migeelluncour cu ltiai;,» »l'ilicli.I'orroi," (Lond. 1815) zusammengedruckt sind. Aus seinen Papieren wurde nachs. Tcde von Monk und Dlomfleld noch „ftieli. ?nrsn„i -iclvor-uriu" (Cambr. u.Lond. 1812) herausgeg., deßgl. ein berichtigter Tept des Lexikons des Photius (Lon-don 1822, 2 Bde.). S. Zeitgenossen^, III. R., H. 3.

Portament, pc>rt.,me„to üi vnco, das Tragen der Stimme; einKunst-ausdruck, unter welchem man die Geschicklichkeir des Sängers versteht, einen Tonan den andern so genau anzuschließen, daß nicht die geringste Unterbrechung zwischenihnen zu bemerken ist, und alle gleichsam nur ein einziger lang gedehnter Hauch zu