sich kühn erhoben hatte. Die verschleuderten Krongüter wurden eingezogen, dieRichrergewalt der adeligen Gutsbesih, r beschränkt dui ch Ernennung von Richtern,die Gelehrte, nicht Ritter sein sollren. Den Ersten unter den unruhigen Ekeln, denmächtigen Herzog von Braganza, ließ der König enthaupten, und da? neue Hauptder mißvergnügten Großen, d ei Herzog von Disio, empfing 1483 den Tod vondesKonigseignerHand. Die Länteremdeckung ward eifiig fortgesetzt und oft mitw sserisch-ssilicher Einsicht beiriebcn. Der reiche Ertrag des Handels mit Guinea gab Hülfsmittel zu neuen Unternehmungen. Die lebhafte Bet> ieblainkeit, die jetztiniu.er mehr unter den Portugiesin erwachte, ward durch die Juten (1492 nahmer 83,000 von den aus Tastilien vertriebenen Juden gegen ein Schutzaeld auf) nütz-lich befördert, und nirgends fanden sich unter dies »Fremdlingen so gebildete und ge-kehlte Männer als in Portugal. 1481 sandte Johann 2 kundige Männer ab, diezu Lande nach Ostindi n reifen sollten, dessen HandelSschähe das große Ziel seinerBemühungen wann; in demselben Jahre kehrte Barthol. Diaz (s, d.) von einerSeefahrt zurück, auf welcher er die Südspitze von Afrika entdeckt hatte, welche derKönig, die großen Folgen diesir Entdeckung ahnend, das Vorgebirge der gutenHoffnung nannte. Bei dem glücklichen Fortgange, den die portugiesischen Länder-entdeckiingen hauen, bei dem reichen Ertrage eines unermeßlichen Handels, denman aus dem neuen Seewege fand, ließ sichs entschuldigen, daß Colombo abge«wiesen ward, als er zmrst dem Könige von Portugal Anerbielungen zu neuen Ent-deckungen im westliche» Weltmeere machte. Aber nach dem ausgezeichnet» Glücke,das die ersten Unternehmungen des kühnen Seefahrers begleitete, ließ auch Johannein Geschwader ausrüsten, um Eroberungen im Westen zu machen. Dadurch ent-stand ein S weit zwischen Poi tugal und Castil en, den endlich Papst Alexander VI.dui ch die bekannte Linie schlichtete, die 360 Meilen westlich von den azorischen undcapverdischen Inseln lausend, die künftige» portug. und castil. Eroberungen schied.So ward durch portug. Staatskunst und Nationalkraft das europäische Colonial-system gegrünt t, womit überhaupt Europas neuere politische Geschichte beginnt.
I>>. Portugals neue Zeit, von 1495 —1820, von der Blüthe des Reichsbis zur Wiederherstellung der Eoi teS und einer freien Verfassun-. Diese Z-it um-faßt: u) die Größe Portugals als erste Handelsmacht von 1495 bis zum Erlöschendes burgundiscben Herischerstammes 1580; h) den Verfall Portugals unter derspanischen Herrschaft von 1580 —1640; <) die Schicksale Portugals ; unter demHause Braganza und dem Enflusse GioßbritannienS bis zu der Einführung ei-ner neuen Verfassung 1820. :>) Das goldene Zeitalter Portugals (von
1495—1580). Was Johann II. mit so großen Hoffnungen begonnen, wurdeunter Emanuels des Glücklichen Regierung (1495 — 1521) fortgesetzt. 1497sandte er Vasco d e Gama ;s. t.) nur 4 Schiffen ab, der glücklich disGoa kam.So wa' d der Seeweg nach Indi.n von den Portugiesen gefunden. Bald strömtenzahllose Reichthümer nach Portugals Hauptstadt, und in wenige» Jahren gehorch-ten viele Fürsten aus der ind scheu Haldinsil dem gefurchteren Namen des Königsvon Poitugal. Schon im Alifange des 16. Jahrh, war der große Franz v. Almeidader erste Unierkönig in Indien . Er eroberte C'ylon. Alsonso dcAlbuguer-que (s. d.) machte Goa, den wichtigsten Hasen Indiens , zum Hauptsitze des por-tneiestsch-iiidifchen R ichs lind handelt» m» den Molukken; Lope de Soarez mitCbina (15l8). Don Bab-El-Mandeb bis an die Meerenge von Malakka gebotEmanuel, und Portugals Macht hat e ihren Gipfel erreicht. Große Thaten wur-den aus diesem fernen S ckauplahe vollbracht; es war die glorreichste Zeit in derGeschichte dcrNonen. D iesir Heldengeist der Portugiesen gab dem Volksgefühlejugendliche Kraft und Lebcndioleii, und < rnxckie Helden, welchen der Ruhm unddie Groste-des Vaterlandes Alles galt. Gaben doch selbst alle achtbare Jungfrauenden Vorzug bei ihrer Wahl nur dein Tapsi rn, der in Indien gekän psl hatte. Lissabon