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ward die lebendigste Handelsstadt Europas . Die Schätze, welche der Handel hieranhäufte, waren aber kaum hinreichend, den Aufwand zu bestreiken, den die Feld-züge in Afrika federten, wo Emanuels Waffen weniger glücklich waren. Zwarschick» sogar der König vonCongo, dersich durch die Missionarien, ohne welche da-mals kein Entdeckungsschiff absegelte, hatte taufen lassen, 2 seiner Söhne nachPortugal zur Erziehung; zwar wurden aus der Niederlassung auf der Guinea-küste, von welcher Portugal alle Fremde ausschloß, noch immer große Schätze ge-sandt, aber unglücklich waren die Unternehmungen in Nordafrika . Der ungünstigeBoden hinderte schnelle Fortschritte; auch ist es sehr wahrscheinlich, daß Venedigs und Vpaniens Eifersucht den maurischen Fürsten heimlich Beistand leistete. DerRuhm, den Emanuel durch s. Eroberungen in Indien erwarb, war kein Ersatz fürdte Entvölkerung, die Portugal erlitt, das so viele s. rüstigen Iünqlin e aussandte,um s. Eroberungen zu behaupten und zu vergrößern. Unter Emanuels Sohne,Johann III. (von 1521 — 51), wurden die Entdeckungen und der Handel in Ost-indicn erweitert; aber schon zeigten sich in Europa die Folgen des schnellanwach-senden Geldreichthums, mit welchem die inländische Betriebsamkeit nicht gleichmä-ßig stieg. Unter s. Regierung ward 1538 die Inquisition eingeführt, um sich der-selben gegen die Juden zu bedienen, welche dem scheine nach Christen gewordenwaren. Der kluge Johann I I. hatte nämlich eine große Anzahl derselben aufgenom-men, die Ferdinands und Isabellas unduldsame Strenge aus Spanien vertrieb;aber die Gastfreundschaft, welche er ihnen gewährte, war mit so harter Behand-lung verbunden, daß Emanuel anfangs wirklich die Absicht hatte, die Lage der Ge-drückten zu mildern. Allein der erste Rausch der Liebe zu s. Gemahlin, der schönenEleonore, Karls V. von Spanien Schwester, verleitete den alten König zu einersolchen Strenge gegen die Juden, daß er alle, die nicht Christen werden wollten,ihrerKinder berauben und zu Sklaven machen ließ. Ob die reichen Fremdlinge in-deß Mittel fanden, die Vollziehung des grausamen Gebots zu verhüten, oder obEmanuel die Folgen ihrer Verzweiflung verhindern wollte: genug, der König ver-hänge,e die Zeit ihres Abzugs auf 20 Jahre, um ihnen, wie er sagte, Zeit zurgänsichen Bekehrung zu lassen. Diese Begünstigung hatte die Wirkung, daß vieleJuden si h öffentlich zum Christenthums bekannten, heimlich aber bei ihrem Glau-ben blieben, gegen deren Abkömmlinge die Inquisition in der Folgezeit die abscheu-lichen Grausamkeiten ausübte. Noch Nachtheil,ger als die Inquisition war dieAufnahme der Jesu ten (1510), welchen Johann III. , als ob auf ihm der Fluchgelastet hätte, Alles zu thun, um die Größe f. Reichs zu untergraben, früher alsirgend ein europäischer Fürst dm Eingang in sein Reich öffnete. Die schlauen Or-densbruder ließen sich gern als Prediger des Glaubens in Indien brauchen, wozubis dahin vorzüglich die Franciscaner gedient hat en. Auch ward ihnen, den schlech-testen Fürstenerziehern, die es je gegeben hat, die Erziehung s. Enkels, des Kron-prinzen Sebastian, überlassen. Sie pflanzten ihm den Hang zur Schwärmerei undfanatischen Eroberungssucht ein, der ihn zum Untergänge führte. Der junge Königfaßte nämlich den Entschluß, der Überwinder der Mauren in Afrika zu werden, wasseinen kräftigen Vorfahren nicht hatte gelingen wollen, und verfolgte diesen Plan,gegen alle Erinnerungen verständiger Räthe, mit unsinniger Heftigkeit. Als er1518 in Afrika die Schlacht bei Alcassar und wahrscheinlich auch s. Leben verlorenhatte entstand ein Streit um die Krone des kinderlosen Sebastian. Jetzt ging Por-tugal s. Verfall unaufhaltsam entgegen.
b) Portugal unter spanischer Herrschaft (von 1580 —1610). Nachder kurzen Regierung des alten, schwachen Königs Heinrich, der Sebastians Oheimwar, gewann der mächtigsteMitwerber, Philipp ll. von Spanien , durch Alba'sSieg bei Alcantara, den Thron, und Poriugal hatte das Unglück, mit einem Reichverbunden zu werden, das gerade von dieser Zeit an durch unglückliche Kriege und