unweise Verwaltuug s. eignen Verfall entgegeneilte. Philipp II. führte (4. Der-1586) die Censur ein und unterdrückle 4 Pseudosibastsine. (S. Sebastian.)Spaniens mächtige Feinde, die Engländer und Holender, warfen sich auf daswehrlose Portugal , dessen Reichthum so gute Beute versprach, und für immergingen so viele herrliche Besitzungen verloren, welche glorreiche Vorältern eroberthatten. Denn der alte Heldengeist des Volks war in der letzten Zeit s. Unabhän-gigkeit völlig ersterben, und die Portugiesen hatten sich überall durch Übermulh undHärte so verhaßt gemacht, daß die gedrückten Fürsten und Völker Asiens bei jedemWechsel nur zu gewinnen glaubten. Spanien that gaw nichts zur Unterstützung ei-nes Volks, daS eö in seinen Verfall gerissen hatte. Die Holländer eroberten diege-würzreichen molukkischen Inseln und die Hälfte Brasiliens (1624), das in Jo-hanns II. schöner Zeit durch einen glücklichen Zufall (von Alvarez de Cabral 1806)entdeckt worden war. Sie nahmen die Niederlassungen auf der Guineaküste(1637)und verschafften sich Eingang auf dem reichen Markie von Indien , wo sie die Por-tugiesin immer mehr verdrängten. Dazu kam die Raubsucht der Spanier, welchedie schönsten Krongüter veräußerte. Endlich von diesem Drucke und der schnödenBehandlung, welche sie unter Philipps IV. Minist.r, Olivarez, erlitten, empört,stifteten die portug. (Großen eine klug entworfene, schlau geleitete Verschwörung,welche den I.Dec. 1640 einen Abkömmling des alten Königsstammes, den HerzogJohann von Braganza (Johann I V.) auf den portug. Thron führte.
o) Portugal unter dem Hause Braganza wird von Englands Politik ab-hängig, von 1640 —1820. Zur Rechtfertigung dieser Revolution, welche Portu-gals Selbständigkeit herstellte, erließen die Cortes von 1641 ein Manifest an Eu-ropa. Den deßhalb mit Spanien geführten Krieg endigte der Friede zu Lissabon (13. Febr. 1668), in welchem Spanien Portugals Selbständigkeit anerkannteund bloß Eeuta behielt. Auch mit Holland ward 1661 und 1669 unter großbrilan-nischer Vermittelung, von Johanns Nachfolger, Alfons VI. , und von dessen BruderPeter II. , der jenen 1667 der Regierung entsetzt hatte, ein Friede geschlossen, wo-durch wenigstens Brasilien wieder an das Reich kam; aber die alte Größe war nichtwiederherzustellen, selbst wenn alle Fürsten dieses Stammes so viel Kraft undWeisheit gezeigt hätten, als sich bei einigen guter Wille fand. Schon Ferdinand I. hatte 1373 durch s. Allianz mit Eduard III. von England die Verbindung zwischenPortugal und England gegründet, welche jetzt unter dem ersten braganzischen Kö-nige durch einen Handelsvertrag, hierauf aber, seit dem 170« durch den engl. Ge-sandten, Methuen, geschlossenen neuen Vertrage, der den Engländern die Vortheileder kurz vorher entdeckten Goldminen in Brasilien zuwandte, bis zu dem Vertragevom21.Ian. 1815, so ausgebildet wurde, daß Portugal .-ine unabhängige Ltel^lung in dem europ. Staatensystem nicht behaupten konnte. Dagegen wurden dieCortes, in deren Berufungsedicten der König von den Deputieren des dritten Stan-des jedesmal ausdrücklich verlangte, daß man „Deputirte sende ohne Amt in derFinanz, Justiz, Landarmee und Flottech se t 1697 nicht mehr berufen. Johann V. (1707 — 50) zeigte zwar in Hinsicht auf auswärtige Verhältnisse etwas Kraft, so-wie er im Innern manches Gute versuchte, z. B. die Einschränkung der Inquisitionund die Stiftung einer Akademie der port. Geschichte, aber dort ohne entscheidendenErfolg, hier ohne Vollendung. Dagegen hatten der prachtvolle Bau des Klosterszu Mafia und die zu Rom theuer erkaufte Erlaubniß, einen Patriarchen von Lis-sabon zu besitzen, den Schatz des Landes auf lange Zeit erschöpft. Unter s. Sohneund Nachfolger Joseph I. (1750— 77) leitete P ombal (s. d.) den Staar; emstrenger Verbesseren, wie Portugal ihn brauchte, aber so streng, daß die heiligenGesetze des Rechts oft nicht geachtet wurden. Er bekämpfte die Jesuiten und denAdel, die sich unter den vorigen Regierungen an geheimen Einfluß in die öffentlicheVerwaltung gewohnt hallen. Die Entdeckung der jesuitischen Macht in Para-