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von Portugal und Brasilien . Diese Verpflanzung des lissaboner Hofes in eineamerikanische Coloni- hatte für die europäische Politik und für England wichtigeFolgen. Die erste war das Bestreben Brasi'icns, sich der englischen Abhängigkeitzu entziehen; eine zwecke war die allmälige Erhebung dieser Provinz zu einem be-,sondern Staate. In Portugal daqeoen dauerte der engl. Einfluß fort, und der vo-rige Zustand des Königreichs blieb im Wesentlichen derselbe. Daher entsprach derpariser Friede vom 30. Mai !814 den Erwartungen der Nation, obgleich sie fürdie allgemeine Sache V'el gethan hatte, keineswegs, und als hieraus die wiener,auch von den portug. Gesandten unterzeichnete,-Congreßacle dieRückaabe von Oli-venza an Portugal anerkannt, und Portugal nach derselben Acte das ehemal. franz.Guiana bis an den Dvapock an Frankreich zurückgegeben hatte, so weigerte sich den-noch Spanien , jene Rückgabe zu leisten. DerHofvonRio-Ianeiro lief, daher dasden Spaniern von ^en Insurgenten, unter Arriaas. entrissene Monte -Video amlinken Plataufer ''esiüen, wodurch Portugal mit Spanien in neuen Zwist gerieth.Überdies ward auch Brasilien von unruhigen Bewegungen ergriffen; doch gelanges der Regierung, die Empörung in Pernambuco unter Martinez (im März 1811)mit Gewalt zu unterdrücken, ebenso d'e Verschwörung des Generals GvinezFreyre (s. Eben) in Lissabon , wo der Einfluß und die Machr des MarschalksBeresford das Mtl'tair, und die Entfernung des Hofes, welcher alles baare Geldaus Portugal nach Rio-Ianeiro zog, das Volk erbittert hatte. Außerdem geschahwährend dieser Zeit manches Zweckmäßige, vorzüglich für die Cultur Brasiliens,dessen Handel 1818 allen befreundeten Nationen freigegeben wurde. Der Mini-ster Araujo ließ die chinesische Tbeestaude in Brasilien anpflanzen, was jedoch aufden Bergen der portug, Provinz Traz os monkes, in gleicher Berghohe und in glei-chem Himmelsstriche mit den chinesischen Theeprovinzen, noch erfolgreicher seinmüßte. Insbesondere machte sich der erste M nister Arcos sehr um Brasilien (s.d.) verdient. Um ihn zu belohnen, gab ihm 1818 der Könia ein leeres, vomMon-archen unterzeichnetes Blatt, woraus er Alles, was er wünsche, schreiben und dessenGewährung unbedingt erhalten sollte. Der Mm-ster schro b darauf den Befehl alleGefangene in Pernambuco , deren Hinrichtuna schon beschlossen war, in Freiheit zusetzen, und der König ließ sogleich tieftn B f hl vvllzckhm. D>e Inquisition wardim ganzen Reiche aufgehoben. In Goa war sie bereits 1114 abgeschafft, dann aberwiederhergestellt worden. Als man sie endlich 1815 gänzlich aufhob, wurden ihreActen in Goa aufB/fehl des ÄicekömgS, Grafen v. Lalzedas (25. Mai), feierlichverbrannt. Auch den Jesuiten ward die W eteraufnahme versagt, und die port,Regierung ließ dem heil. Vater wegen ih-er Wiederherstellung eine mißbilli-gende Note übergeben. Dagegen traf den 30. Mär; 1818 ein hartes Verbotdie Freimaurer . L)yne Unterschied sollen Eüneborene und Ausländer, wennsie Freimaurer sind, eine mit Grausamkeit zu vollziehende Todesstrafe erleidenund mit Einziehung aller Güter, ohne Rücksicht auf die rechtmäßigen Erben, be-straft werten. Die Juten erhielt n auf Verw-ndung des Papstes (1817) inPortugal und Brasilien dieselben Begünstigungen wie im römischen Staate. Soviel aber im Einzelnen angefangen und Gutes versucht wurde, so gab es doch kei-nen allgemeinen und durchgreifenden, mit dem Geiste des Zeitalters übereinstim-menden Derwaltungsplan. Amerikas und Spaniens Beispiel reiz'en Portugal undBrasilien zu ähnliche» Schritten, um das in allen s. Fagen wankende SwatSge-bände auf neuen Grundlagen wiederherzustellen. Insbesondere fühlte Portugal ,wo die Aufklärung der gebildeten Stände mit der veralteten Form der Staatsver-waltung bei der Entfernung des Hofs und bei dem überwiegenden Einflüsse der an-gestellten Engländer im feindseligsten Widersprüche stand, diesig Bedü'fniß.
So begann l V. Portugals neueste Zeit seit 1820. Mit Unwillen sah dieportug. Nation das Heft der Staatsverwaltung in den Händen eines Briten, des