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Achter Band. O bis Q.
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Portugal , seit 1820

M. Beresford. In dem Heere, das s. Sold nicht richtig erhielt, waren über 100britische Officiere angestellt, darunter 30 im Generolstabe, mkd große Geldsummengingen nach Brasilien , wo Hof und Adel sich befanden; dabei geriekhen Handel undSchifffahrt immer mehr in Verfall. Beresford erkannte die Schwierigkeiten s. Lageund begab sich im April 1820 nach Rio-Ianeiro, wo der Hof aufs. Verlangen sichentschloß, zur Entrichtung des Heersolds Geld nach L'ssabon zu schicken und dieRegentschaft daselbst mit der Verbesserung der Verwaltungsform zu beauftragen.Allein zu spät! Denn schon hatten sich die Befehlshaber der port. Truppen undmehre Bürger (unter diesen 1). Manuel Fernande; Thomaz) zur Herstellung ei-ner neuen Verfassung verbunden. Daher brach, noch ehe jener Beschluß desKönigs aus Brasilien in Lissabon eintraf, ani Morgen des 24. Aug. zu Oporto die Revolution aus. Der Oberst des 18. Regiments, Bernardo Correa de Castroe Sepulveda, Sohn des Vicomte de Herbadoza, und die übrigen Ofsiciere folger-ten die Soldaten auf, dem Könige, den CorkeS und der zu entwerfenden Constitu-tion Gehorsam zu schwören. Dies geschah. Als hierauf auch die Behörden und dieEinw. der Stadt sich für das Unternehmen erklärt hatten, so erließ die aus demAdel, der Geistlichkeit, den Behörden und dem Kaufniannsstanke ernannte obersteRegierungsjunta von 16 Mitgliedern, deren Präsident Antonio de Silveira Pintoda Fonseea war, einen Aufruf an die Nation, worin sie erklärte, die Berufung derCorteS und die Aufstellung eines Grundgesetzes sei das einzige Mittel, um denStaat zu retten. Sofort traten die Besatzungen aller Städte, vom Minho bisLeyria, auf ihre Seite. Kein Blut stoß; Niemand ward verhaftet; die britischenOsficiere waren ruhige Zuschauer des AusstandeS. Vergebens ließ die Regentschaftin Lissabon Truppen unter dem Grafen d'Amarante und dem General V ittoria ge-gen Oporto ausrücken, indem sie zugleich bekanntmachte, daß sie selbst, nachdemWunsche des Volks, die nöthigen Abänderungen in l er bisherigen Verwaltungtreffen werde, wozu das am 2>. Aug. von Rio-Ianeiro angekommene Schiff dieVollmacht mitgebracht habe. Vergebens berief sie die alten Cortes der privilegirtenStände zum lö.Nov. Die Junta vonOporto deharrte bei ihrem Vorhaben undbrach mit ihren Truppen am 12. Sept. nach Connbra auf. GrafAmarante (Bru-der des Präsidenten Fonseca) und Vittoria sahen sich jetzt von ihren Truppen ver-lassen; Jener mußte sogar nach Galioten fliehen; und schon am 15. Sept. erklär-ten sich in Lissabon , ohne daß die geringste Unordnung dabei vorfiel, alle Regimenterund die Milizen, nebst dem Volke, für den König, die Cortes und die Constuution.Für die Herstellung der altenCortes (s. d.) erhob sich keine Partei. Darauf wardeine provisorische Regierung errichtet, deren Mitglieder (darunter die Grafen deSan-Payo, de Rezende, de Pennafiel, der Generallieut.2l.redo, HermanoBran-caamp u. A.) der Volksrichter (.In,/, o povo) mit Zustimmung des Volks ernannte.Präsident war ein Prälat, der Decan Frevre. Nach mehrtägigen Unterhandlungenvereinigte sie sich am 1. L)ot. mit der Junta von Oporlo. Hierauf sandte sie nachRio-Ianeiro den Grafen Palmella, da« Haupt der vorigen Regentschaft, mir demBerichte über das Vorgefallene und mit der Bitte an den König, daß er oder derKronprinz nach Lissabon z irückkehren möchten. Unterdessen war Lord Beresfordaus Brasilien mit unumschränkter Vollmacht vom 29. Juli 1820, als Viceregentdes Königreichs, am 10. Oct. in dem Hasen von Lissabon angekommen; allein dieJunta ließ ihn nicht ans Land, und er mußte nach England zurückkehren. Daraufward die Wahlform der Cortes bestimmt, wobei man grdßientheils die spanischeConstitution befolgte. Zugleich benutzten die überspannten Liberalen, welche die spa-nische Constikulion sofort eingeführt zu sehen wünschten, eine große Heerschau am11. Nov., um die oberste Junta zu nöthigen, die spanische Constitution be-schwören zu lassen. Dies thaten alle Truppen; nur 8 Bataillone, die der ObersteSepulveda befehligte, verstanden sich dazu bloß, um einen Bürgerkrieg zu vermei-