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Achter Band. O bis Q.
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Portugal , seit 1820

Colonien nach Rio , um mit ihnen die neuen Einrichtungen zu überlegen und zuentcheidm, mir welchen Abänderungen die Verfassuna der Tortes in den überseei-schen Provinzen eingeführt werden könne. Allein die Truppen nö'.higten ihn undden Kronprinzen, am 2k. Fcbr. die Tonfftution der Tortes unbedingt anzunehmenund in voraus zu beschwören. Die Anstalten zur Abr> ise des Königs nach Portu-gal erregten jedoch neue Unruhen. Als nun die in der Börse versammelten Wahl-männer, meistens Kauffute, am 21. April vorn Könige die Errichtung einer ober-sten flunia für Brasilien verlangten, wodurch die Gewalt des Kronvrinzen ganzei geschränkt worden wäre, to beschloß dgs Eabinek auf d> ? Printen Vorschlag. und,wie man glaubt, nach deut Rathe des (trafen Areos, vor der Vollendung des p0r-tug. Grundgesetzes die Regierungeform nicht zu ändern und die Versammlung inder Börse aufzuheben. Ein Baia llon Jäger bekehre hierauf um 3 Uhr d-s Mor-gens. vor dem Osterfeste, die Zugänge zu der Börse, und da die Versammlungweht auseinanderging, so brauchte sie Gewalt. An 40 Bürger wurden gelobtet,einige hundert verwundet, viele verhaftet, und Mehre, die aus den Fenstern amUfer des Meeres sich retten wollten, ertranken. Hierauf schiffte sich der König am26. April ein. mit s. Familie, den Ministern, dem diplomatischen Corps und denzu den Cortes erwählten Deputieren von Rio-Ianeiro, nebst einem Gefolge von8000 Personen. Der Kronprinz, Don Pedro, welcher als Regent, wozu ihn derKönig ernannt hatte, in Brasilien zurückblieb, stAlte sogleich Mißbrauche ab undtraf mehre nützliche Einrichtungen; allein er konnte das öffentliche Vertrauen nichtwiedergewinnen. Die portugiesischen und brasilischen Truppen, nebst einemTheile der Zinw., verschworen sich aufs Neue und nöthigten den Prinzen am 5.Juni, die Beschlüsse der Bsrsenversammlung vvm 21. April anzunehmen, nachwelchen er die Grundlagen der portugiesischen Verfassung beschwor, den Grafen7srcog nach Lissabon schickte und eine mit der gesetzgebenden Gewalt bekleidete Juntaanerkannte, sodaß er bloß der Vollzieher der von der Junta gefaßten Beschlüsseblieb. Aber auch in Lissabon zeigte sich ein großes Mißtrauen gegen den König,dessen Flotte am 3. Juli im Hafen von Bel'M ankam. Er mußte mehre, seinAnsehen kränkende, Beschlüsse der Tortes genehmigen, ehe er am 4. Juli ans Landsteigen konnte, worauf er sich in die Kathedrale und dann in den Versammlungs-saal der Tones (in dem schönen Biblivtheksaale des Klosters las nt-l-e-i-üchules)begab und hier die Grundlagen der neuen Verfassung beschwor. Nachdem nunKönig Juan VI. ein neues Ministerium ernannt hatte, übernahm er die Ausübungder vollziehenden Gewalt und willigte von dem Augenblicke an, ohne Widerrede,in alle Beschlüsse der Tortes, auch wenn sie das königl. Ansehen noch so l.hr be-schränkten. Dagegen führte ein lebhrfter Notenwechsel mit dem ösireich. Gesand-ten, Baron von Stürmer, der für eine bei Gelegenheit einer öffentl. Beleuchtungdem östreich. GesandrschastSgebäude vom Pöbel zugefügte Beleidigung keine Ge-nugthuung erhalten konnte, am 22. Aug. die Abreise dieses und des russ. Gesandten,Baron v. Thupll, herbei, worauf alle Verbindung mit diesen Höfen, sowie mit denenvon Turin und Neapel , abgebrochen wurde. Auch reizien die TorteS durch unweiseBeschlüsse Brasilien zur Trennung vom Mutkerlande; doch war es nur ein Act derGerechtigkeit, daß sie die von dem poriug. Gouverneur, Lecor Baron de la Laguna,am lö. Juli erzwungene Vereinigung Monte Video? mit Brasilien für nichtig er-klärten, und die Rückgabe dieses Gebiets an Spanien beschlossen. — In PortugalWard die bisherige Ruhe durch mehre Bewegungen zu Gunsten des vorigen Zustan-des gestört. In den Provinzen zeigten sich bewaffnete Banden, in der Hauptstadtgeheime Umtriebe; es fielen daher häufige Verhaftungen vor; der Patriarch vonLissabon ward verbannt, und in den Verwaltungsstellen trat ein öfterer Wechsel«in. Der König ernannte jetzt (1821) Silvester Pinheiro Ferreira (ehemalsPro-fessor der Philosophie zu Toimbra, dann Diplomat, und bekannt durch seine