den Tejo (in Spanien Tajo), dieGuadiana, denDouro (in Spanien Duero) undden Minho ihm sendet. Landseen hat Portugal nicht, nur einige Bergseen. Mine-ralquellen sind häufig. Obgleich das Land in dem Würmern Theile der nördl. gemä-ßigten Zone liegt, so hat es doch bei weitem nicht die sengend heiße Glut, welche iinmittlern und südl. Spanien herrscht; die Seewinde erfrischen die Küstengegenken,und im Binnenlande kühlen die Nordwinde; daher ist dieLustmeistangenehmundausgezeichnet gesund. Im Jan. beginnt der reizendste Frühling; von, März an istdie Witterung ungleich, bald Regen u. Stürnie, bald trockene Hitze. Die Ärnte istim Juni. Dom Ende desJulibiszuAnfangdesSept. verwelkt derPflanzenwuchSunter den Strahlen der Sonne, und so günstig die Witterung im Ganzen ist, so wirddoch diese Dürre dem Ackerbau zuweilen nachtheilig. Künstliche Bewässerung kenntman fast nur in den Gärten. Regen ist imSommer selten. Nach heißen Tagen finddie Abende und Nächte sehr kühl. Wenn gegen Ende des Sept. der erste Regen dieErde getränkt hat, wird sie aufs Neue mit frischem Grün überzogen; es beginnt einzweiter Frühling, und neueBlüthen schmücken den Fruchtbaum. Der am Ende desNov. eintretende Winter bringt heftige, von Stürmen begleitete Regengüsse, dieaber mit heiterm Wetter abwechseln. Nur in den nördl. Gegenden herrscht dauerndeWinterkälte, in den südl. aber ist der Schnee eine sehr seltene Erscheinung. Gewit-ter sind nur im Herbste und Winter. Portugal ist reich begabt mit Naturschätzen,würden sie nur alle hervorgezogen von fleißigern Händen. Aber so verleitet dasKlimaund die Ergiebigkeit des Bodens die Portugiesen, wie größtentheils die Südländer,leicht zur Trägheit, und sie widmen sich mehr dem Handel als dem Ackerbau u. Kunst-fleiße. Der ehemals eifrig betriebeneBergbau auf edleMetalle, deren reiche Adernsich unverkennbar zeigen, wird vernachlässigt, weil Menschenhände undBrennstosfmangeln. Bisherwurden nur einigeEisenminen inEstremadura bearbeitet. Kupfer,Eisen, reiche Arsenikkiese, Wismuth , schöne Marmorarten, finden sich in mehrenLandschaften, aberEdelsteine sind selten. Salzquellen gibt es wenige, und es wirdnur einebenuht, desto mehr Seesalz aber gewonnen. Auch derGetreitehandelistjetztminder ergiebig als in früherer Zeit, z.B. im 13. Jahrh., wo Portugal Getreide zurAusfuhr übrig hatte. Die Länderentdeckungen und deren Folgen, die Auswande-rung in die neu gegründeten Ansiedelungen u.tersteigendeSeehandel entzogen demAckerbaue so viele Hände, daß diser Zweig der Betriebsamkeit des Volks seit dem15. Jahrh, zu vertrocknen begann. Dazu kommt die Unwissenheit der Bauern, derDruck, worunter sie leben, die großen Besitzungen der Geistlichkeit, der MangelanZugvieh und die Schwierigkeit des innern Verkehrs. Ungeachtet die Regierung seitPombal's Verwaltung den Ackerbau zu befördern suchte, so istnoch immer Getreide-zufuhr nöthig. Kartoffeln werden wenig gebaut, häufiger aber kiemindernährendenErdävfel (!>eliu»tl>u8 lnb«ro<>,i!>). Reichlich gedeihen treffliche Baumfrüchte, diehäufig ausgeführt werden. Auch wird viel Öl gewonnen, das aber wegen ungeschick-ter Behandlung gewöhnlich schlecht ist; das beste kommt aus Algarve. Der Wein-bau liefert für die Ausfuhr treffliche Tischweine und verschiedene Arten süßer Weine.Die rothen Portweine werden vorzüglich nach England ausgeführt, 1815 nur36,954 Pipen (sonst 99,000), davon 81,642 nach England und 3915 nach Brasi-lien . 1765 wurden, um das nachtheilige Verhältniß zwischen dem Weinbau unddem Getreidebau zu mindern, aufBesehl der Regierung alle am Tejo , Mondego u.Rouga gelegeneWeinbergein Kornland verwandelt, mitAusnahmeeinigerGegen-den in Esremadura, die vortreffliche Weine liefe n. Dadurch wart fast einDritt-theil des Weinbaues vernichtet; aber seit Pombal's Sturzehaben viele Eigenthümerihre Weinberge wiederhergestellt, weil sie durch Weinbau mehr als durch den einträg-lichsten Kvrnbau gewinnen. Hanf und Flachs werden in einigen nördl. Gegenden,aber bei netten, nicht hinlänglich erzeugt. DieForstwissenschaft ist unbekannt, daherwird in manchen Gegenden das Brennholz selten. Die Viehzucht ist, ungeachtet das
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