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Portugals bisheriger Zustand
Land gute Weiden hat, noch fthr im Verfall, theil« wegen devdemGmswuchse n-ch-theiligen Sommerdürre, theils weil rsankünstlichenWiesen fehlt» die «van bloß jvMinho kennt. Auch wird sie durch die Menge von Fasttagen, welche beinahe dendritten Theil des Jahre« betragen, niedergehalten. Am beträchtlichsten ist dieBieh-zuchtinBeira, Minho u.Lstremadura. Dir Ochsen werden al« Zugvieh gebraucht.An Pferden, die leicht, klein, aber schön gebaut sind, ist kein fjbersiuß. Maulthierrsind allgemein im Gebrauche. Die Schafzucht ist besonders inBeira sehr bedeutend.Die Wolle ist der spanischen ähnlich, doch nicht so sein. Kühe werden wenig zurMilchnutzung gezogen, dagegen aber viele Ziegen, deren Milch genossen oderzu Käsegebraucht wird. Die portug. Schweine sind der sinesischen Abart ähnlich und wer-den sehr fett. Truthühner werden in ganzen Heerden gehalten. Die Bienenzucht lie-fert nicht genug Wachs zum kirchlichen Gebrauche. Die ehedem beträchtliche Sei-denärnte hat m neuern Zeiten angefangen, sich wieder von ihrem Verfalle zu erholen,und 1804 wurden 61,100 Pf.Seide gewonnen. Von Wildpret gibt es nur Dam-hirsche, wilde Schweine, Kaninchen und wenig Hosen. Rothe Rebhühner sind häu-fig, sonst aber gibt es wenig Vogel, dagegen sind die Flüsse reich an Fischen, beson-der« der Tejo. Gleichwol ist der einheimische Verbrauch so groß, daß Zufuhr vonStockfischen und Kabeljau nöthig ist. Die Engländer, Nordamerikaner und dienordischen Seefahrer versorgen das Land damit, während die Portugiesen im 16 .Zahrh. bedeutenden Antheil am Stocksischfange bei Neufundland hatten.
Die Portugiesen sind, wie die Spanier, ein Gemisch von Celten (den Urbe-wohnern), Carthagern, Römern, Deutschen , Arabern, Zuden; aber auch hierhat die Volksmenge abgenommen. Unter Emanuel war Portugal von 4 Mist. be-wohnt. An der schwachen Bevölkerung sind vorzüglich Schuld dievielenMajorateund die geringe Bertheilung des Grundeigenthums, sowie der Umstand, daß dereigentliche Feldbauer sehr selten zugleich Grundcigenthümer ist; daher auch die häu-fige Auswanderung. Der Adel, jetzt weniger zahlreich als ehedem, wird in denhohen und niedern eingetheilt; jener bestand 1805 aus 65 Geschlechtern, unterwelchen es viele reiche gab. Für Edelleute, welche in des KönigsDienste verarmenoder gebrechlich werden, ist eine Anstalt in Belem (nicht weit von Lissabon ), worinsie mit der Kleidung des Christordens versehen und gut verpflegt werden. Auf demLande und in kleinern Städten zeigt sich, nach Link und andern Reisenden, derVolkscharakter auf das Vortheilhafteste, besonders in den nördlichen Landschaften»wo die den Portugiesen eigne aufrichtige Höflichkeit und Freundlichkeit, vereint mittraulicherGastfteiheit, reinen Sitten, Mäßigkeit und Nüchternheit zu finden ist.Haß gegen die Lpanier hat sich aus der Vorzeit fortgeerbt. Der Umgang unterden vornehmen Städtern wird durch steife Förmlichkeit lästig. Zn den Städtengibt es wenig öffentliche Belustigungen. Stiergefechte sieht man in derHauplstadt.Unter den Geistlichen zeichnen sich manche jetzt mehr als vordem durch Gelehrsam-keit aus. Die Zahl aller Geistlichen schätzt Balbi nicht über 29,000. Der Königernennt den Patriarchen, der zu Lissabon seinen Sitz hat, und unter welchem 9Bischöfe, 5 im europäischen und 4 im außereuropäischen Gebiete, stehen. Dieübrigen 10 portug. Bischöfe stehen unter denErzbischöfen von Braga (dem Primasdes Reichs) und von Evora . Der König ernennt alle Bischöfe. Noch gab es inPorrugal 1821, nach Balbi, 360 Mönchsklöster mit 5160 Religiösen und 601HMill.ReesEinküiiftenund 1 L 8 No»iienklöster mit 3093 Schwestern u. 363 Mill.ReesEinkünften. Portugals Gelehrte zeichnen sich jetzt durch rühmliche Thätigkeitaus (z.B.Bettencourt, Iosi Donifaciod'Andrade, Fragoso, Monteiro), und dieWissenschaften habe» sich gehoben, obgleich der Zustand derGelehrsanikeuimAll-gemeinen weit unter der Stufe ist, welche sie in der glänzenden Zeit des 16 . Zahrh.erstiege» hatte. Coimbra , die einzige hohe Schule des Landes, hat vor MiguelsZeit manche Verbesserungen erhalten, ist aber, mit deutschen Lehranstaten ver-glichen, in schlechtem Zustande. Zn der Hauptstadt sind 4 Schulen für Rassische