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zeugnissen ruhte bisher PortugalsHandel; dieser wurde ganz mit eignen Schiffe«<1815 mit 400) betrieben. Jede Woche ging bisher einPacketbot nach Ria-Ja»neiro. Nach Kanton schickt jetzt Portugal 12 Schiffe und außerdem nach Ostin-dien 80, die meistens Piaster dahin-, und Rhabarber, Pfeffer, Thee, Baumwolle,indische Zenche ic. zurückbringen. Nach Balbi betrug 1805 die Einfuhr Portu-gals beinahe 128 Mist., die Ausfuhr aber über 147 Mist. Franken; von jenerkam auf Englands Rechnung ein Viertel, von dieser ein Drittel. Seil der Ver-legung des Hofes nach Brasilien (1807) war die Bilanz desHandelS so sehr gegenPortugal , daß es endlich eine engl. Colonie zu werden befürchten mußte. DieCortes machten den Staat von dieser Abhängigkeit los, indem sie auf alle engl.Manufacturwaaren,vorzüglich aufWollenzeuche, einen Eingangszoll von KOProc.drsWerths legten. DerErtrag der Staatseinkünfte (aus den reichen GeschlechtS-gütern des HausesBraganza, aus den übrigen Krongütern, Zöllen, Accise, aus denZehnten der Getreideärnte, aus der Steuer der Geistlichkeit, auS derStempelpapier-tare, aus dem Gewinne der königl. Manufakturen, dem Münzregale, dem Ver-kaufe der Kreuzbullen, dem Lotterieerkrage, der Grundsteuer, dem Ertrage des Al-leinhandels mit Gebetbüchern, Spielkarten, Diamanten, Taback und Brasilien-holz) betrug bisher 14 Mist. Thlr., die Ausgaben des Staats aber beließen sichauf 17 Mist. Thlr. Seit Brasiliens Abfall ist das Mißverhältniß zwischen Ein-nahme und Ausgabe noch mehr gestiegen. Nach dem Budget von 1822 belief sichdas Staatseinkommen auf 17,285,000 Crusaden (19 Gr. 6 Pf.)< die Ausgabeaber auf21,302 500 Crus. Die Staatsschuld, welche 1824sich auf 33,200,000Milreeg oder 9,337,500 Pf. St. belief, ist durch das Papiergeld noch höher ange-wachsen. Die Tortes errichteten 1821 eine Nationalbank zu Lissabon mit einem Ca-pital von 10,000 Actien zu 500,000 Rees (3250 Fr.), deren Credit aber 1827 fg.sehr erschüttert wurde. Die portug. Kriegsmacht, einst so ruhmvoll unter dentapfersten Völkern, war feit dem Anfange des 18. Jahrh, in den tiefsten Verfallgerathen. In dem Kriege mit Napoleons Heeren und gegen dieselben ist der krie-gerische Geist des Volks neu erwacht. Seit 1808 organisirten BereSsord undWilson das portug Heer, und es hat unter Wellington's Anführung den Ruhmf. alten Tapferkeit wieder errungen. Seit 1816 — 20 stand dasselbe ganz unterdem MarfchallBereSford (Herzog v.ElvasundMarquis de CampoMayor). Nacheinem Beschlusse der CorteS von 1823 wurde die Miliz den Linientruppen einver-leibt und das Heer auf50,000 M. gebracht. Portugals Seemacht, im 15. u. 16.Jahrh, die größte der Welt, ging unter der spanischen Herrschaft zu Grunde, undwas späterhin unter den ersten Herrschern des Hauses Braganza hergestellt wurde,war wieder verfallen, alsPombal auch hier ein neuer Schöpfer war, der schon1768 wieder 10 Linienschiffe und 20 Fregatten erbaut und gerüstet hatte. Vordem letzten Kriege zählte man 14 Linienschiffe, 16 Fregatten und mehre kleine Kriegs-schiffe, welche bei der Flucht der königl.Familie mit nachBrasilien geführt wurden.1823 bestand die Flotte nur noch aus 4 Linienschiffen, 11 Freg., 7 Corvetten, 6Briggs, 8 Lastschiffen und 7 Packetböten, sämmtlich in schlechtem Zustande. Al-garve und die Azoren liefern die besten Seeleute. Alle Schiffe, was den Rumpfderselben betrifft, bestehen aus vortrefflichen Holzarten, die häufig in Brasilien wach-sen, und sind zum Theil dort, zum Theil in Lissabon gebaut, wo sich eine Docke,die Vierundsiebenziger faßt, und gute Schiffswerft« befinden. Die Bauart derSchiffe istvortrefflich. Sie sind gute Segler. Der Algarver ist der beste Matrose.Der einzige Hafen für die Flotte in Portugal ist Lissabon , wo es auch ein Haupt-zeughaus, eine Seecadettenakademie und eine königl. Seeschule gab.— Portugalund Algarve war bisher in 44 Comarcas getheilt; allein die Grenzen der bürger-lichen, geistlichen und militairischen Gewalt, sowie die der richterlichen, Finanz-und andrer Behörden, liefen so in einander, daß eine geordnete Verwaltung