Band 
Achter Band. O bis Q.
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Portugiesische Sprache und Literatur 743

unmöglich war. Die LorteS hatten daher das Königreich in 13 Provinzen ge-theilt und die Verwaltung in allen Zweigen einfacher geordnet. Doch sind die bür-gerlichen und peinlichen Gesetzbücher noch nicht vollendet, und in dem gerichtlichenVerfahren hat man bis jetzt bloß der Käuflichkeit des Rechts vorbeugen können.DerKönig erhielt1749vor» Papste Beneblet XIV. den Titel: Ilc» ticielissimu».Se. Allergetreueste Maje stät nennt sich „König des Reichs Portugal undAlgarve, diesseits und jenseits des Meeres in Afrika (dieses begriff die ekemal.Eroberungen der Portugiesen imnordwestl. Afrika), Herr zu Guinea , der Schiff-fahrt, Eroberungen und HandlungvonAthiopien,Arabien, Persien undZndien".Der Thronerbe heißt Kronprinz, dessen ältester Sohn Prinzv.Beira; die übrigenKinder Znfanten und Infantinne» von Portugal . D. Pedro's Constikution von1826 ist der brasilischen ähnlich; sie sondert 4 Gewalten ab und ordnet 2 Kam-mern an. Der König, dessen Civilliste 1,293,500 Crusaden betragen soll, er-theilt 6 Ritterorden: den militairischen Christorden; den Civilverdicnstorden deSan-Iago; den Militairverdienstorden von Avis; den weiblichen Orden der Hess.Zsabella, für Frauen; den militair. Thurm - und Schwertorken (gestiftet 14LS,erneuert 1808) und den bei Gelegenheit der Huldigung am K.Febr. 1818 zu Rio-Zanerro gestift. militairischen Orden der heil. Zungfrau vonDilla-Vizosasauch derOrden Unserer lieben Frau von der Empfänglich genannt).— Außer Murphy's,Llnk'ü, Ruder's, Chakelei'ü, Costigan's, Soulhey'ö u. A. Reisebkschreibungenvgl, nr. Antillon'ü „Osogiiitiu tl'bi!<pLn,> > ?e»iugal" (Valencia 1815), sowieBalbt's „bl«»ril/>tnti»ligN6 L»r lo ro^auine ele ?ortußal 8t ck'Xlgnrve" (Paris 1822, 2Bdk.), dess, Werfs. „Variew, ^»liliev-slatirligne» »nr >., inonarcliisx»r«upui-,e" (Paris 1822), die anziehende Schilderung: „Lissabon indenIahren1821,1822,1823"» von MarioneBaillie (a. d. Engl., Stuttgart 1827,2Bde.);Kmscy's „knriuxal illnstiairll in a »eiik!, ess Ivllcr»" (2. A., Land. 1828); und,,1,8 k'nrtußül »un» 11. llliAnrl", von W. 2)oung(a. d. Engl., Pari- 1830).

Portugiesische Sprache und Literatur. Au den romanischenSprachen, die aus der Vermischung der römischen und germanischen entstandensind, gehört auch die portugiesische. Sie ist keine Mundart der castilischen;denn außer der Verschiedenheit des Baus und der Aussprache ward sie früher aus-gebildet als jene. Doch gleicht sie ihr, wie ungefähr das Dänische dem Schwedi-schen . Über die Beimischung des Arabischen hat Fr. Hoao de Sousa („Vestigio,«In linxn» n, !,l>ieL8ln I'nrtutzsl") ein gutes Buch geschrieben. Ais Heinrich vonBurgund s. Residenz zu Guimaracns nahm, zog er viele Franzosen ins Land, wo-durch mehre franz. Ausdrücke in die Sprache kamen. Der Nationalgeist der Lusi-tanen wandte sich von jeher mit Liebe zu der Muttersprache, und strebte jedes Fachder Literatur ihr anzueignen; doch geht der Vaierlandssinn des Portugiesen in derBewunderung seiner Sprache wol zu weit. Franc. Diaz GomeS, ein berühmterporiug. Schriftsteller und Dichter, nennt sie „reich, wohllautend, nachdrücklich,allen Gegenständen angemessen, und in der Aussprache mit der Schreibart über-einstimmend". Die Zartheit und das Gesangreiche derselben gab ihr selbst in Spa-nien den Beinamen der Blumensprache. Zndeß ist ihre Aussprache für den Aus-länder schwer, besondelS was die Nasen - und Kehllaute betrifft. Zm j und ch, inden Nasentönen, den stummen Endungen gleicht sie der Aussprache der französi-schen . Wismondi nennt die portug. Sprache mehr witzig als richtig, >>n c-istillanlle»»,««, «in auögebeintes Castilisch, weil die Portugiesen gewöhnlich die mitt-lern Consonanten und vorzüglich das l aus den Wörtern weggelassen haben, undz.B. statt üolvr ckvr, statt Xlkonzo X0»n»o sagen. Früher geübt als das Casii-lische wurde das Portugiesische Landessprache unter Alfons l-, Sohn Heinrichsvon Burgund. Auf frühere epische Versuche folgten Liederbücher, nachher So-nette, und im 14. Zahl h. Prosa. Als die beste Sprachlehre nennen wir Pedro Zofe