,744 .Portugiesische Sprache vrrd Literatur
de FiAueiredy'S,,,^pk-äa 6romm>>tj«r portuxv««»" sLissabon 1189)/ und alsdas. beste LeMon die rrmgearb. Ausgabe des Bluteau von dem Brasiüer Antonde Mvraes Silva (Lissabon 1189, 2 Bde., 4.). Für die Ergrünkung des Gei-stes der portug. Sprache hat Ribeiro dos Sanws das Meist, geleistet, Für dengesellschaftlichen Ton hat die portug. Sprache Vorzüge vor der spanischen. Sie istkürzer, leichter, einfacher; ein Gezisch, das sich für siebenswürdigePlauderei eignet.Auch ähneln der portug. UmgangSton und der Geist des Volks sehr dem franz.,wie dieser vielleicht ehemals war; denn derPortugiese hatsich noch das Naive, gut-müthig Höfliche und Kunstlose erhalten. Der Reichthum an Synonymen, Di-minutiven und Augmentativen macht seine Sprache ausdrucksvoll und unendlichmannichfoch; dabei ist sie bündig und bestimmt, weil fast alle Hauptwörter ihreBei-, Zeit-und Umstandswörter haben. Eine Menge derselben lassen sich ohneUmschreibung in andern Sprachen nicht ausdrücken, übrigens ist die portugiesischeSprache fast das einzige sichtbare Denkmal der ehemaligen Größe des portugiesi-schen Reichs; denn sie istnoch die allgemeine Handelssprache in Indien und Afrika .
Die portug. Literatur ist ziemlich vollständig, ohne reich zu sein; in allenFächern findet man glückliche Versuche; in keinem Überfluß, außer in der lyrischenund bukolischen Dichtkunst. Doch ist die kurze Zeit ihrer Blüthe vorüber. DiePoesie hat Glanz und Gefühl, viel epische Würde, Geist und dramatische Leben-digkeit, aber wenig idealeHohcit; doch muß sie als die Hauptseirrder portug. Lite-ratur angesehen werden, denn die Prosa ist bei dieser musikal. und kindlichen Na-tion, die ohne Philosophie und Kritik weder in der Historiographie noch in derRedekunst sich hat emporheben dürfen, zurückgeblieben, woran vorzüglich dirspau.Herrschaft und dann die Inquisition Schuld gewesen sind. Sie wurde und bliebschwülstig, geziert; die alte Kraft, die natürliche Anmuth verloren sich. In Lud-wigs X I V. Zeitalter ahmte man den Franzosen nach und nahm viel Gallicismenauf. Erst unterPombal erhoben die Dichter die Sprache aufsNeue; seitdem wardauch die Prosa reiner und einfacher. Pombalzuerst verbannte die scholastische Logikund Metaphysik von den Lehrstühlen zu Coimbra ; aber das Studium der altenPhilologie wird noch immer vernachlässigt; man übersetzt fast nur Dichter. Imganzen Königreiche gibt es nach Dalbi nur 8 Schulen für die griech. Sprache. Ihreersten Kenntnisse in der Philosophie, Botanik, Medicin , Astronomie, Kosmo-graphie und der hebr. Sprache verdanken die Portugiesen größtenrheils den Juden.Die wissenschaftliche Literatur, besonders die mathematische und die naturhistonsche,ist nicht unangebaut, findet aber wenig Theilnahme; und unter den S Mill. Por-tugiesen soll es kaum 500 Leser wissenschaftlicher Bücher geben. Nach Balbi wur-den in Portugal von 1801 — 19 ungefähr >800 Werke gedruckt, darunter über1200 L)ri'girialwerke, 430 Übersetzungen, ö7 period. Schriften, 40 neue Ausg.Außerdem ließen noch die Akademie der Wissensch. und die Universität Coimbra 116 Werke in demselben Zeitraume drucken. Ganz Portugal hat gegenwärtig nur16 Buchkruckereleü: in Coimbra eine, in Porto Sund in Lissabon i2. Auch gibtes nur in diesen 3 Städten bedeutende Bibliotheken und Buchhandlungen. DerStyl der portug. Prosaiker ist oft verwickelt, undeutlich und voll Wiederholungen.Außer der gutgeschriebenen Lobrede auf d'Alembert , von Stocklec, befindet sich in1 Bdn. der vonberpvrtug.Akad. d.Wissensch.herausgeg. „!V1«morisr<I-< 1,iewr->-turs portuAneLn" auch nicht eine Abhandl., die sich von Seiten der Schreibartauszeichnete. Stvckker, aus einer teutschen Familie in Lissabon geb., Secretairder Akademie, 1805einer der besten Köpfein Lissabon , bekannt durch seine mathe-matischen und historischen Schriften, auch durch lyrische Gedicht», starb d. 6. März1829. Doch darf man die treuern portug. Schriftsteller nicht mehr nach dem g^schmacklofen Rafaek Blukeau beurtheilen. Sie haben durch Übersetzungen guterfranz, und enal. Prosaiker, besonders im Fache der Roman «, ihren Geschmack grr