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Portugiesische Sprache und Literatur
bildet. Ihre auf eigenem Boden erwachsenen Novellen und Romane aberfind nochim Style derMelusin« geschrieben, oder nach dem Muster des ersten portug. WerksM schöner Prosa, des Schäfer- und Ritterromans „älenin-eäloc«", „Das un-schuldige Mädchen", von Dernardim Ribeyro (nebst s. Eklogen, Lissabon 1559)»welcher den Ton in Pormgal angab, den hieraufMonkemayor, ein Portugiese, inSpanien einführte, und welchen man dann später in Frankreich und in Deutschland nachahmte. Der beliebteste portug. Nationalroman, die „bli!>tori.icle(^-,rll,<>l>l.,x-no, v cln» <Iore Lnresriekriine« por ,lero„^m» Vlorcir.i cle f'.irv.übo" (Lissabon 1784, 2 Bde.)» belustigt durch komischen Bombast. Ferner gehört zu den bestenOriginakromanenderPortugiesen der alte „I'-,In,eiii,ii >Ic lox.illerr.i", den schonCervantes vorn Feuertode ausnahm, von Franc, de Moraes (Lissabon 178k,3Bde., 4.),und der „t'elii i»>1<!s>en<Ienie", welcher ins Span. überseht, daselbstk Auflagen erlebt hat. Der Sprachschatz der portug. Nation läßt sich einigermaßenbeurtheilen aus dem klc>^ l.i^rn5, guerv li.io kle ler par» n oniitiuu^sa
clo IliocionkiriN cl.i l.iiißu» pnrtngne/n monkl.ikln publit'.ie pelr, ,1e.i klein in rc-,16.i88cienoü>ii >1« I.i.^bk,«" (1799). Dieses bloß für die Mitglieder derAkademiegedruckte, nicht in den Buchhandel gekommene Derzeichniß enthält aber nicht alleportug. Schriften. Die ältesten darin sind von 1496 und von 1502. Jenes istdas „l»ivrn kl:> vilo läbrizti , 1.i»b. por V-ilkNilii» kli! bloravia, e diieol.io >Ivvaronia" (4 Bde., Fol.), dieses eine Übersetzung derReisevonMarcoPoloundNicolao Beneto nach Indien , mit einerChartevoneinemGemnser aufgenommen,pur Valvnii», l rrniinclt-!, (Lissabon , Fol.). Don dem Worterbuche derAkademieist nur ein Theil 1793 erschienen, ein starker Foliant, der das ä enthält, oder den5.Theil des ganzen Sprachreichthums. Über die Geschichte der portug. Literaturselbst ist Bouterwek 'e „Geschichte der Poesie und Beredtsanikeit seit dem Ende des13. Jahrh." (4 Bde.) das Hauptwerk, dem Sismondi ins. „I.iu«-esiure<lu luielicke tHn^" (im 4.Thle.) gefolgt ist. Auch findet man eine kurze Geschichte derportug.Sprache und Literatur in derVorrede von Joaguim de Santa-Rosa de Vi-terbo „iHUtoillkieav klss pülave-ir, termor e Iia»e5 gueei» ?n, Iiißikl.Iiiti^nsment«!»e vsanao etc. gusbojerv^ularmviite 58 i^nor.in etc." (Lissabon 1798, 2 Bde.)und inBalbi'S „k»<>oi «tstistiguc" (Paris 1822,2Bde.). — Die portug. Poe-sie blühete früher als die castilische, und alle Nachrichten von der ersten BildungderPortugiesen, sagtBouterwek, deuten aufeine ursprüngliche poek. Geistesrichtungder ganzen Ration hin. Die ältesten bekannten portug. Dichter sind aus dem 12.Jahrh.: Gonzalo Hermiguez und EgazMoniz, deren Lieder auch den Portugiesennicht mehr ganz verständlich sind. Im 13. Jahrh, wurde die Sprache immer regel-mäßiger und bestimmter. Der König Dionys in der zweiten Hälfte desselben warBeförderer der Literatur und selbstDichter. Aus d. 14. Jahrh, wurden Alfone IV,und Peter I. als Dichter genannt; schon in dieser Zeit scheint die ital > Poesie aufdie portug. Einfluß geäußert zu haben, wie mehre Sonette beweisen. Don Pedro»Sohn Johanns!., übersetzte Sonette des Petrarca . Mit dem 15.Jahrh, aber,zugleich mit der Hrldenzeit der Lusitonen, beginnt die Blüthe der portug. Literatur,wetteiftrnd mit der spanischen. Das Zärtliche und das Heroische, die größte leben-dige Kraft, feurige Thätigkeit und die süße Schwärmerei, Krieg und Liebe, Poesieund Ruhm erfüllten das Gemüth der Nation, welche über da« Weltmeer bis nachAfrika hin die Fittiche desMutheS bis nach Indien schwang. Diese Trennung vonder kleinen geliebten Heimath, und die Todesgefahr, der sie in fernen Landen aufdem Ocean und unter unbekannten Himmelsstrichen entgegengingen, goß in ihreGesänge einen tiefen melancholischen Liebesschmerz, der wunderbarmit ihrer That-kraft, ihrem Heldenfeuer, selbst mit ihrer Grausamkeit sich paart. Die Eancio-neri au« der Zeit Johanns II. enthalten solche Klagen der Liebe; allein wederBou-tnrvck noch Sismondi haben die Sammlungen auffinde» können. Der yonJo»»