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Achter Band. O bis Q.
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Porzellan

ersten Ansang der Vergasung übergehen. Roaumur entdeckte zuerst diesen wich-tigen Grundsatz und zeigte, das, es überhaupt zweierlei Hauprinaierialien zurVerfertigung des Porzellans gibt: solch , die in der größten Hitze keines HähernGrades als nur des ersten Anfangs der Verzinsung fähig sind, und solche, diezwar an sich völlig verglasbar, aber durch Mäßigung der Hitze in der Verglasungaufzuhalten sind. Setzt man zu letztem unschmelzbare Dinge hinzu, so sind siedahin zu bringen, daß sie nur den ei ste» Anfang der Verglasung annehmen. Wie-wol nun diesen Grundsätzen zufolge mehre Stoffe zur Verfertigung des Porzellansdienen kennen, so macht doch der reinste magere Thon, der sich im Feuer ganzweiß brennen läßt, den Hauptbesiandtheil aus. Dieser führt daher auch den Na-men Porzellanthon oder Porzellanerde, und entsteht größteinheilü aus ver-wittertem Feldspalh. Der Geba!t ist verschieden; doch entdeckt man gewöhnlichungcfähr f Kieselerde und f Tboneroe. Die Farbe ist weißlich oder blaßgrau.Dergleichen Thon sckm lzt im heftigsten Feuer nicht. Außerdem nimmt man inEuropa auch reinen Quarz oder Kiessand zum Porzellan, denn auch dieser ist un-schmelzbar. Man muß daher beiderl-i Bestandtheilen etwas Gyps zusetzen ; jedochmit größter Vorsicht, weil der Gvps leicht die völlige Verglasung ter Maffe be-wirkt. Die herrliche säch sische Porzellanerde, welche sich im Feuer vollkommenweiß brennt, fand man bei dein Bergstädtche» Aue unweit Schneeberg , in Gra-nit, und bei Seidlitz unweit Meißen , in welcher Gcgend man auch sthr reinenFeldspath findet. Das Verfahren bei Fertigung des Porzellans ist, so viel manweiß, folgendes. Zuerst wird Quarz oder Kiessand gerostet, im Waffen abge-löscht, aus der Mühle gepocht, gemahlen und durch ein ftines seidenes Sieb ge-scl legen. Auch den Gvps zerstößt man zu Pulver, brennt ihn in einem ki-pfriienKe>sel und siebt ihn so fein wie möglich. Beide« mit einander vermstcht, gil t diesog ». Fritte. Diese verbindet man mit dem sehr sorgfältig geschlämmten Par-ze llaniho», woraus die Porzellanmaffe entsteht, welche, mit Regenwaff-r zu einemTeige bereitet, so lange stehen bleibt, bis sie einen unangenehmen Geruch und einegraue Farbe angenommen hat. Gemeiniglich sitzt man der Fritte noch zerstoßenePorzellanscherben zu. Die Verhältnisse mög n nicht allenthalben gleich sein.Aus der gehörig zubereiteten Masse wei den nun die gewöhnlichen Geschirre undGefäße auf der Scheibe gedreht; Figuren urw andere Bildwerke drückt man stück-weise in Formen ab, setzt sie zusammen und arbeitet dann das Ganze mn elfenbei-nernen 'Werk,zeugen, mit Schwamm und Pmstl, aus. Die gedrehten Siuckeweiden nach einem gewissen Gr.de derAbnocknung in Forim» gedrückt und dar-auf nochmals auf der Drehsche.be mit scharfen stählernen stvei kzeugen abgedreht.Dann kommen sie, in Kapseln oder Muffeln, in emen Brennofen, worin mantönen e nen gewissen Grad von Festigkeit, und daraus che Glasur gibt. Diese be-sieht aus Quarz, Porzellanschei den und oalciniitenG'askrvstallen, und ei bält etwasmehr Gvps als die Porzellanmaffe selbst, s^etzt kommen die S luci e abermals i»Kapsln in den Ofen und erhallen nunmehr ihre völbge Festigkeit und Ausbil-dung. Die Bauart des Ofens wird in den deutschen Fabriken als ein großes Ge-heimniß betrachtet. Er muß so eingerichtet sein, daß er den erfodcrliche» hohenGrad der Hitze ohneG,bläse lange genug und gleichförmig gewährt. Zur Feuerungist gehörig au-getrockneles Holz nöihig; im Nothfall sind Steinkohlen zu gebrau-chen, doch bekommt davon das Porzellan leicht eine schmutzige Farbe. Nachdemauf einer Schleifmuble der angebackene Sand vom Fuße abgeschliffen worden, wei -den diejenigen Ldiücke, die nicht weiß bleiben sollen, gemalt. Die Farben dazubestehen, wie bei der Schmelzmalerei, aus Metallkalkrn, die mit einem leichistns-ssge», nicht färbenden Glase zusammengeschmolzen, sein z-ri ieben und g.siebt wer-den. Um sie mit dem Pinsel auftragen zu können, reibt mau sie mir Spiköl, lla-vendelöl, Terpentin, oder auch bloß mir Gummi. Die gemalten und trocken ge-