Posaune Poschclianer "isi?
wordenen Stücke werden alsdann nachmals in Kapsel» einem solche» Grade vonHitze ausgesetzt, der das Glas zum Fließ?» bringt. Will man das Porzellan ver-golden, so muß das Gold vorher sei» zerkleint werden. Dann trägt man es miteinem Pinsel auf und reibt es, wenn es eingebrannt ist, mit Blutstein ab. Diesenigen Stücke werden sortirt, je nachdem sie mehr oder weniger gerathen sind;die völlig mißratheneu aber zerschlagen und wieder zur Masse angewendet. S.Nasse, „Die Porzellanjabrication in kheoret. u. prakt. Hinsicht' (Leipz. 1826).
Posa u n e (ii<>m6k>,>,-), ein musikalisches Blasinstrument aus Messing:blech, ungefähr m Gestalt einer Trompete, welches aus 2 Stücken belicht, kemHauptstücke und den Stangen, welche letztere sich in einer Scheibe befinden, undindem man mit der linken Hand die ganze Posaune hält, mit der rechten auf-und niedergezogen werden, wodurch sie die Tone bilden. Sie hat 3 — 1 Auge,welche die verschiedenen Tone angeben, und ziemlich den Umfang der l Siugstim-nie» hab n, daher es auch Sopran -, Alt-., Tenor: und Baßposaime» gibt. Ampassendsten ist die Posaune in den Kirchen zur feierlichen Begleitung des Gesanges.Zn der Oper, wo man in neuern Zeiten sie auch gebraucht hat, z. B. in der „Am,-bersioke", hat sie wegen Verschiedenheit der Stimmung große Schwierigkeiten. DieFranzosen haben sie in der neuesten Zeit bei der Feldmusik eingefühlt, wodurch sieauch in Deutschland bekannter geworden ist, sodaß sie >etzt in jeder Schenke zurBegleiiimg dc-S Tanzes g?in ßbrauchr wird, und fast kein giwßcS Orchesterstück ohnePosaune erscheint. — Der Posaunenbaß ist in den Orgeln eine der stärkstenBaßstimmen, gewöhnlich 16 Fußton.
Pöscheliauer, eine schwärmerische Sekte. Thomas Pöschel, geb. 1769zu Horiz in Böhmen, in Linz zum kath. Welipriester gebildet, war Benesiciai-sso-operator und Vorsteher der Stadtschule zu Braunau , wo er 1806 den BuchhändlerPalm zum Tode bereitete. Schon früher dem seit 30 I. von einigen karb. Geist-,lichen ,n Barern genährten Mysticismus ergeben, verfiel er nach den erschütterndenScenen dieser Hinrichtung in anhaltendere Überspannung. Er wurde deßhalb vons. sonst rühmlich verwalteten Aiiite entfernt und als Landkaplan nach Ampselwang(sjnnkreis in Oberöstre ch) versetzt. Diese Demüthigung brachte ihn auf den Wahn,zur Stiftung einer neuen Kirche beiufen zu sein. Er hielt sich für einen Märtyrerdes Glaubens an den Christus in uns, hatte Erscheinungen und predigte nun zuAmpsclwana di? neue Offenbarung, wie er s. Lehre nannte. Lir berühre aus fol-genden Säten: 1) Christus wohnt im Herzen und thut Alles, was der von ihmregierte Mensch unternimmt. 2) Den Neinen werden Offenbarungen zn Theil,Erscheinungen Genes Mutter Gottes; wer sich nicht reinigen läßt, ver-
wirkt die Verdanmmiß und den Tod, der ihn allein wieder reinigen und des Him-mels würdig machen kann. 3) Die genaue, bis zur Aufopferung des Lebens hin-gebende Beobachiuug dieser beiden Grundsätze ist die unerläßliche Bedingung desBestehens der neuen Offenbarung, wenn dieselbe Nicht verloren und von den Judengewonnen w?rde» soll, da Gott die Bekehrung dieses Volkes und die Ausrichtungeiner jüd>sch:katb. Kirche beschloss n hat. Pöschel'S Lehre fand Beifall, besondersbei den Weibern. Nächst s. Predigten mußten fliegende Blätter, Tractätchen,Weissagungen, selbst mißverstandenes Bibellescn zur Verdrehung s. Schwärmereibeuragen, wcschalo er 1815 in Verhaft nach Salzburg gebracht ward. Ader s.Auhäugcr wurden dadurch noch mehr erhitzt, sie unterhielten eine geheime Ver-bindung mit ihrem gefangenen Meister und kamen auf die Meinung, der Herrkönne wol die Ermordung der Unreinen gebieten. Tm März 1817 wurden 3 Per-sonen von ihnen iödtlich gemißhandelt, und eme Magd, die sich freiwillig zumSühnopfer hingab, umgebracht. Daher ließ die ostr. Behörde ün 'April d. I.den Schauplatz dieser Scenen mililairisch besetzen und 6 strafbare festnehmen.