Posidoniiis Posse 75.!-
lehrerseminorium, eme Hebammenschule, und 2k Privat'ekranstalten (darunter 13jüdische); ferner, außer den gewöhnlichen Gewe- ben, Tuch--, Ledern und Tabacks--fabriken. Auch die königl. Kollegien, das Militair und der benachbarte begüterteAde!, der sich häufia in der Stat t aufhält, bringen Geld in Umlauf. P. han-delt vsrzüasich niitHolz. Getreide, Tüchern und Leinwand. Am 11. Dec. 1806schloffen Frankreich und Sachsen hier Friede. Über die ehemalige Verfassung desGroßherzogtbums s. v. Cölln's „Histor. Archiv der preuß. Provinzialverfassung"(Berl. 1820, -1. u. 5. H,).
Posidon < us, ein stoischer Philosoph (s. Stoa), aus Apamea in Sy-rien um 103 v. Chr. gebürtig, auch der Rkodier genannt, weil er desPanä-tiuS von Rbodue Schüler war und selbst zuRhoduS lehrte, nachdem er von seinenReisen zurückkehrte. Er trug mir oroi-em Beifall die stoische Philosophie vor, waraber auch zugleich Staatsmann, ja selbst Prvtane, und reiste noch in s. 50. Zahreals Gesandter nach Rom . Die ausgezeichnetsten Römer waren s. Schüler, und selbstCicero ward durch ihn in die stoische Philosophie eingeweiht. Er hat mehre Schrif-ten verfaßt, welche verloren gegangen sind, Bruchstücke derselben hat Jan. Bake(„l'osi.lxiiii I-I-Iigui-X-<-to.", L'yden 1815) gesammelt. Er soll die Begriffe vonGott, Schicksal und Natur genauer als andre Stoiker unterschieden haben.
Posilippo, s. Neapel und Pausilipp.
Position, s. Prosodie.
Positiv, bestimmt Das, wodurch etwas Bestimmtes gesagt wird, be-jahend, entgegengesetzt dem Negativen (s. d.), z. B. ein positiver Begriff, einpositive« Urtheil. Auch wird das Positive dem Natürlichen und durch die bloßeVernunft Gegebenen als das Angewandte oder eine von der bloßen Vernunft ver-schiedene Autorität Festgesetzte entgegengestellt, z. B. positive Gesetze sind Vorschrif-ten, die durch eine äußere Autorität, aber darum nicht willkürlich, festgesetzt sind, po-sitives Recht der Inbegriff derselben (entgegengesetzt dem natürlichen oder Natur-rechte), positive Religion (die auf eine äußere Bffendaruna sich stützt), positiveTheologie (entgegengesetzt der natürlichen Theo'ogie oder Religionsphilosophie)u. s. w. — Positive Elektricität, s. Elektricität; Positive Pola-rität, s. Magnet; Positive Größen, s. Negativ.
Posse, ein Erzeugn>ß der scherzhaften Laune, we'che in den Kreis des Ge-meinen heruntersteigt oder das Gen,eine zum Gegenstände ihres Spieles wählt,ohne gemein zu werden. Besonders zeigt sie sich in lächerlichen Übertreibungen so-wol in Gebärden a's Reden, und ihr vorzüglicher R-iz ist der Witz der Erfindung.-Oft jedoch nennt man tadelnd Etwas possenhaft, entweder wenn der scherz amunrechten L)rke angebracht, oder wenn er ein gemeiner und grober Scherz, derdie Sittlichkeit beleidigt, oder endlich, wenn er unwillkürlich ist, und seine Gemein-heit von Dem, der Possen treibt, nicht eingesehen wird. Aus die Vornehmheitund auf den sogen, guten Ton, welcher, in einen, einsiitigen ErnN befangen, dieKraft des wah> hast Komischen verschmäht und Alles, was über die Gesetze dergesellschaftlichen Convenienz hinausgeht, läppisch, gemein, niedrig nennt, darfbei Bestimmung dieses Begriffs nicht Rücksicht genommen werden. Doch ist ge-wiß, daß das Possenhafte, je mehr es gehäuft wird, Utck je wenigeres sinnreichund witzig ist, desto leichter sich in das Platte, Fade und Läppische verliert. Vondem Polfirlichen unterscheidet sich das Possenhafte dadurch, daß Jenes mehr ein Er-zeugniß der Natur, oder mit dem Niedlichen und Naiv-m verbunden isi. (So nen-nen wir z. B. die lustigen Bewegungen der Kinder und mancher Thiere possir'-ch.)Vorzugsweise nennt man ein Erzeugnis, der komischen Poesie Posse, welches ausPossen besteht und den oben angegebenen Ehan.kter der Posse trägt (z.B. „Europa "von Bürger), besonders aber eme dramatische Posse (Farce), in welcher die Regeldes Hähern Lustspiels weniger streng beobachtet wird, Haltung der Charaktere und