Band 
Achter Band. O bis Q.
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769
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Postwesen, französisches 76S

Einiges angeführt worden. Unter der Regierung Ludwigs XIII. (1810—3V)erhielt die sranz. Post durch die Anstellung von Generalpostcontrolem'S eine regel-mäßigere Form. Sie sowol als die 1630 ernannten Postmeister bezogen die Post-revenuen, bis endlich der Minister Louvois unter Ludwigs XIV, Regierung 1676die Posten an einen gewissen Patin verpachtete und ihm die Regulirung der Brief-taxen selbst überließ. 1688, wo die Posten zum dritten Male verpachtet wurden, be-trug das Pachtgeld schon 1,100,000 Fr., und 169b, wo sie in der möglichstenAusdehnung versteigert wurden, über 2 Mill. Fr. Bis 1733 stiegen diese Pacht-gelder über 3 Mill, besonders auch aus dem Grunde, weil die Regentschaft 1719die fliegenden akademischen Boten aufgehoben, dagegen der Universität zu Paris jährl. 300,000 Fr, auf die Postintraden angewiesen hatte, die ihr auch bis zumEintritt der Revolution bezahlt wurden. 1738 nahm man die Briefpost unterkönigl. Regie, um ihren wahren Ertrag kennen zu lernen. Dies hatte eine Ver-mehrung des Pachte« zur Folge, der 1786 bei der 23. Verpachtung schon auf10,800,000 Fr, gestiegen war. Als mit Erlöschung des letzten PachleS im Dec.1791 die Posten dem Könige anheimfielen, betrugen die reinen Eink. über 11 Mill.Fr. Von 1811—22 war die Einnahme der Briefpost (denn nur diese wirdauf Rechnung des Staates verwaltet) im Durchschnitt jährl. 21,890,000 Fr.;jetzt beträgt sie 26,560,000 Fr„ welche als Porto von 60Mill. Briefen herrühren.Fügt man dazu Briefe und Pakete, welche Portofreiheit genießen, so würden 110Mstl. herauskommen, ohne 25,000 Blätter von pariser Zeitschriften zurechnen,die täglich in die Drparten cnle versandt, und 25,000 andre, welche in den De-partemcnten herauskommen und gelesen werden. Die Posteinnahme von Paris istjährl. 1,510,000 Fr. Täglich gehen von Paris 10,000 Briefe, wovon 28—30,000Porto zahlen, und 10—12,000 postfreie, ins Innere und IN« Ausland, und täg-lich kommen 80,000 Briefe an, wovon 18,000 Porto bezahlen. Ein- und ausge-hen also jährl. in Paris 25,500,000 Briefe. — An der Spitze der Verwaltungdes sranz. Postwesens standen von Ludwig XV. bis zur Revolution fast immerGeneralintendanten, die meistens, sowie in Spanien und Italien , aus dem hohenAdel gewählt wurden, weil sie sich immer in der Nähe der Könige befinden mußten.Für die Aussicht über die Briefpost und die Posihalter war, unter dem Präsidiumderselben, ein eigner, aus 3 Generalinspecwren zusammengesetzter Rath ange-ordnet. Seit 1819 sind die Brief- und Extraposten (posier rel.-.ir), welche letztereden Postmeistern für eigne Rechnung überlasten sind, unter einer und der nämli-chen Verwaltung vereinigt. Ein Generaldirektor ist Chef des ganzen Postwesens,sowie bei allen französ. unter dem Finanzministerium stehenden hdhern Behörden,unter welche man freilich die Postdircciionen, ihrem Zwecke nach, nicht zählen sollte,da sie als eins der wichtigsten aller Geschüftsbesörderungsmiitel, auch ohne einenKreuzer einzutragen, doch existiern müßten. InjedemDepart. isieinPostinspeclor;jedes Postamt hat einen Director, einen Controleur, und dir Zahl der Commisnach Bedürfniß. Die Posihalter stehen zwar in Hinsicht der Exlraposien auch un-ter dem Generaldirektor, haben aber einen besondern Derwoliungsrath, aus 3 Ge-neralinspectoren bestehend. Die Postg.schäftSverwaltung ist sehr einfach, und dosRechnungswesen nackahmunoswürdig. Am meisten wurde der Geschäftsgang be-fördert durch die 1808 erlastene und noch gültige „Inslruciion ßcncrsle ,nr leService lies posier". — Bis zur Revolution, welche alle Dorreckle aufhob, genos-sen die Posihalter große Privilegien in Hinsicht des Grunteigenthums, der Ein-quart erringen. der Militairpflichr ihrer Söhne u. s. w. Sie standen unter dem Mi-nisterium des königl. Hauses, hatten ihre Anstellungsdecrete vcm Könige unterzeich-net und genossen nicht geringe Besoldungen. Daher besorgten sie die Briesfelle'senanfangs um den Spottpreis von 3, nachher von 10 Soue für 1 Pfund aus jedeSkation. Die Nationalversammlung gab ihnen für die verlorenen Privilegien, un-EonveriatronS-Lericon. Bd. VIII.