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Achter Band. O bis Q.
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Posiweseir, englischrs

gesetzt, ohne Rücksicht Lee Distanzen. — Seit 1159 besteht auch eine kleine Brief-post im Innern der Stadt Paris unter königl. Regie, zum großen Vortheil despariser Publicums. Von 8 i» der Stadt vertheilten Generalbureaus aus werdendie Briefe, sowol der großen als der kleinen Polt, in den 6 Winkermonatcn täglich6 Mal und in den 6 Sommermonaten täglich 6 Mal durch die Briefträger besorgt.—Was die Heiligkeit des Geheimnisses der Briefe in Frankreich betrifft, so weiß man,daß zwar jeder Postbeamte dessen Beobachtung gerichtlich beschwören muß, daß esaber durch die gehennePolizci so oftverl.tzt wird, als sie es in ihren geheimen Zim-mern aus den Postbureaus nöthig erachtet. 1825 wurden die Briefe einiger vonParis besonders nach London expedirlen Handelscouriere erbrochen, aufdie erhobeneBeschwerde soll aber erwidert worden sein, daß das Recht, Couriere abzuschicken,eine bloße Vergünstigung sei, wofür man sich der Kenntmßnahme von den Nachrich-ten unterwerfen müsse. Zur Zeit der franz. Republik und der Consularregierungwurde das Briefgeheimniß weil mehr beachtet. Nach dem Lturze des MinisteriumsVillele im Jan. 1828 hob die Regierung das mit Emsiegelung der Briefe beauf-tragte geheime Postbureau auf und erklärte das Brufgeheunniß für unverletzlich.Sowie die Briefposten in Franki eich stets unter königl. Regie waren, so waren da-gegen die fahrenden Posten, Diligencen oder Eilwagen (>>>o»>i->A<-lic8, «lili^enckHstets Privatanstalren unter öffentlicher Aulonsation, gegen bestimmte Abgaben anden Staat. Hierin liegt der aus der Concurrenz von selbst hervorgehende Grundihrer Vorzüge, sowol in Frankreich als in England. Die wichtigste Unternehmungdieser Art ist zu Paris die l2,,t,epi i;e clenincssu^eiik--. Außer den Di-

ligencen gibc es noch ;>»ine.l>e-, eine Art fahrender Boten, die Reisende aufnehmenlind kurze Tagereisen ohne Pfcrtewcchsel machen, aber auch Patente haben und ihreAbgaben dafür bezahlen müssen. 1186 gingen täglich von Paris 21 Landkutschenmit ungefähr 210 Reisenden in die verschiedenen Provinzen ab, jetzt 300 Kutschen,welche mehr als 3000 Reisende aufnehmen können. Kurz vor 1192 trug die letzteVerpachtung der öffentlichen Kutschen 800,000 Fr. ein; jetzt betragen die Taxenfür dieselben beinahe 4 Mill Fr. In der Mitte des vor. Jahrh, zahlte man 50 Fr.für den Platz in einer Landkutsche von Paris nach Lyon , und kam den 10. Tag an;jetzt macht nian den Weg in nicht mehr als 3 Tagen und zahlt 12 Fr. — DieExkraposten (>M«ics itluiH in Frankreich zeichn«,, sich besonders durch Schnellig-keit aus. Der Grund des raschen Forlkomnnn« liegt aber nicht im Schncllerfahren,wozu auch die, den deutschen meist nachstehenden Pferde nicht geeignet sind, son-dern vielmehr in der Thätigkeit der Postmeister, Postillons und Wagenmeister.Der Postillon denkt weder an Schlaf noch Einkehren. Beim Erblicken der Stationgibt, er mit der Peitsche Zeichen, wodurch dort Alles sich vorzubereiten veranlaßtwird, daher man in wenig Minuten weiterfährt. In Frankreich wird auch diePostordnung für Extraposten ofstciell jährlich neu gedruckt, nebst allen Reiseroutenund Dem, was bei jeder Station zu bezahlen und zu beobachten ist, auch mit derPostcharte und allen neuen Veränderungen.

Des englischen Postwesens wird zuerst in den zur Zeit Eduards lll. er-schienenen Verordnungen gedacht; doch ist die Annahme, daß damals die Post alsein öffentliches Institut bestanden habe, nicht begründet. Eduard I V. legte Post-häuser von 20 zu 20 Meilen an; und im Norden wurde eine Militairpost einge-richtet, um während des schottischen Krieges eine möglichst schnelle Communicationmit der Armee zu unterhalten. Dieses Institut war zwar durch den regierendenKönig autorisirt; nian verdankte es aber wahrscheinlich dem klugen Bruder desKönigs Richard, der die Armee befehligte. Zu welcher Zeit das Publicum dieseGelegenheit benutzen konnte, und unter welchen Bedingungen diese Benutzungstattfand, darüber ft hlt.eS an genauen Daten. Daß diese Posten jedoch lange Zeitsehr beschränkt und nur iheilweise benutzt wurden, kann man daraus schließen, daß

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