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Posiwesen, englisches
»och kurz vor der Regierung Karls l. Particuliers, Kaufleute und Professionistenim ganzen Königreiche sich weniger sicherer Gelegenheiten bedienten, oder mit schwe-ren Kosten erpresse Boten zu ihrer Correspondenz unterhalten mußten, während dieUniversitäten und die bedeutenden Städte ihre eignen Posten hatten, sodoß derselbereitende oder gehende Bote eine lange Reise vollbrachte und mit andern Briefen zu-rückkehrte. Auf diese Weile wurde in Schottland noch zu einer viel spätern Zeitder Postdienst versehen. — 1543 existirte eine Post, durch welche Briefe von Lon-don nach Edinburg binnen 4 Tagen gelangten; allein diese für jenes Zeitalteraußerordentlich schnelle Beförderung der Briefe fand nur kurze Zeit statt. NachEamden bekleidete der, in den schottischen Angelegenheiten von Elisabeth häufiggebrauchte Thomas Randolph 1581 die Wtelle eines Oberpostmeisters von Eng-land. Jakob I. gründete unter der Leitung von Maklhcw de O.uester eine Expedi-tion, von welcher Briefe, die nach dem Auslande bestimmt wa' en, befördert wur-den. Bisher hatten sich nur Privatunternehmer damit befaßt. Die in London an-sässigen fremden Kaufleute behaupteten noch lange nachher das Vorrecht, die Stelleeines Postmeisters für das Ausland zu besitzen. 1632 verbot Karl l. mittelst Pro-klamation, Briefe nach dem Auslande anders als durch die Postexpedition besorgenzu lassen. 1635 richtete er eine Posiexpedition für England und Schottland ein,welche nach einem neuen und richtigen Reglement verfahren mußte. Alle Privat-und Landposten wurden aufgehoben, und die Einkünfte des Postwesens als Regalin Anspruch genommen. Dieses Institut stand unter der Direction des ThomasWhitherings, der wegen bedeutender Mißbräuche 1640 abgesetzt wurde. An seineStelle kam Philipp Burlamachy, welcher unmittelbar vom StaakSsecretair con-trolirt wurde. 1630 richtete Karl in Verbindung mit Ludwig XIII. von Frank-reich die Post zwischen London und Paris, von Dover nach Calais und von daüber Boulogne, Abbeville und Amiens nach Paris ein. Zugleich wurde die Privat-post, welche seither Zwilchen beiden Ländern von Rye nach Dieppe bestanden hatte,aufgehoben. Diese Einrichtungen litten während des Bürgerkriegs bedeutendeUnterbrechungen oder wurden fast gänzl'ch vernichtet. Kaum war jedoch die Si-cherheit des WtaatS wieder begründet, so wurde ein Comitß niedergesetzt, und unterden' Vorsitze des Generalprocurators Edmund Prideaux ein Postsvstem entworfen,welche« in der Ausführung so gewinnreich war, daß die Post jetzt für 10,000 Pf.jährl. verpachtet werden konnte, während die Unterhaltung derselben früher 7000Pf gekostet hatte. Dabei hatte derPächler noch so vielGewinn, daß kerGemeinde-rath von London ihn deßwegen mit neidischem Auge ansah. Bei der Restaurationwurde diese Einrichtung mit geringen Modifikationen bestätigt, und durch die 12.Acte Kai ls I I. wurden alle Verhältnisse festgestellt. Während der Regierung Wil-helms III. ging die Parlamentöacte durch, welche das innere Postwesen Schott-lands regulirte, und durch die 9. Acte der Königin Anna wurde das PostwesenEnglands in der Art, wie es jetzt besteht, eingerichtet. Das Generalpostamt Groß-britanniens begreift unter seiner Iuriediction alle Angelegenheiten, welche auf dieenglischen und schottischen und die nach sämmtlichen engl. Colonien (ausgenommenOstindien und dir in der Südsee gelegenen) gehenden Posten Bezug haben. Irland bat seine besondere Postbchörde. In allen Städten und den meisten großen Dör-fern des Reichs sind Ober- und Unterpostmeister angestellt. Ihr Geschäft ist, dieFelleisen in Empfang zu nehmen uxd abzufertigen, die Briefe an den Ort ihrerBestimmung gelangen zu lassen, das Portogcld einzunehmen und dieses zu gewis-sen Perioden an das Oberpostamt einzuschicken. Um über die Erfüllung der ver-schiedenen Regulative, welche in Bezug auf diesen Dienst bestehen, zu wachen,und auf Vollziehung der Contracte zu halten, welche wegen Beförderung des Fell-eisens zu Wagen, Pferd oder Fuß abgeschlossen sind, durchreisen 7 reitende Inspek-toren England, und 2 Schottland . Zeder von diesen hat seinen besondern Distrikt,