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Posiwcsen, englisches
tn welchem er über das Postwesen wachen muß. Sie stehen mit der Posteppetilionzu London im Briefwechsel. In England beträgt die Zahl der Postmeister, welchesich unmittelbar mit der Hauptexpedition berechnen, über 600; in Schottland über200. Merkwürdig ist in England die Regelmäßigkeit, i» welcher die Posten an-kommen und abgehen, die Briefe angenommen und ausgegeben werden. Die Eng-länder haben hierin eine musterhafte Fertigkeit erlangt, welche mächtig zu der Ge-wißheit und Geschwindigkeit ihrer Handelsgeschäfte beiträgt. Nirgendwo wir»auch die Unverletzlichkeit der Briese mehr beachtet als in England und Amerika . —
Ohne technische Bekanntschaft mit der Ausdehnung und dem Detail des britischenPostwejens ist es nicht möglich, sich einen Begriff von dessen jetziger Vollkom-menheit zu machen. Die sichere, schnelle und wohlfeile Beförderung eines großenTheils der Briefschaften durch fahrende Briefposten, welche das Publicum demperst. Palmer verdankt, hat viel zu dieser Vervollkommnung beigetragen. Ebensovieles Lob verdienen die HülfScinrichtunaen der reitenden und Fnfipostcn, welchedie verwickelte Maschine zu einem Ganzen gestalten. Ferner sind im britischenNordamerika und in den westindischen Eolonien Postmeister angestellt, welche re-gelmäßig jeden Monat ein oder zwei Mal Paketdoote von Falmouth erhalten. Ebensosind in den -Leehäfeu des Comments, des mittelländ. Meeres und Südamerikas Agenten angestellt, welche engl. Paketboote erhalten. — Es besteht in London dieGeneral - und die Twopennypost; in der erster» sind die Hauptämter: das des Se-cretairs für das Ausland und für das Inland, des Oberrechnungsführers, dc»Oberem» hmers und verschiedene von geringerm Belang. Außer diesen Haupkex-pedilionen befinden sich in der Stadt mehr a'S 60 Häuser, wo Briefe für die Ge-neralpost abgegeben werden können. Die Anzahl der Beamten ist 175, Boten undLastiräger36, Briefträger 203, EonducteurS 270. Die Briefwagen legen zusam-men täglich etwa 13,000 engl. Meilen zurück, und die Pächter erhalten ungefähr1- Penny (1 Gr.) auf die Meile. Von London gehen 22 Briefwagen ab, und 4»sind mit Befahrung der Nebenrouten beschäftigt. Der erste Briefwagen ging am2. Aug. 1784 nach Bristol ab, und 1786 waren sie schon durchgängig ini Ge-brauch. — In dem Sprengel der Twopennypost. welche sich auf London und 10engl. Meilen weit im Umkreise erstreckt, befinden sich 140 Häuser, wo Briefe an-genommen werden; die Zahl der Beamten beträgt 48, die der Briefträger 359.—
Die Posten des gefammten Königreichs England liefern, in der jünger» Zeitund seit Aufhebung der Eontinentalsperre, im Dnrchsthnille jährt, ein reines Ein-kommen vo» 1 .— 1; Mist. Pf. Stei l. So war z. B. 1823 die reine Einnahm«1,387,000, und 1824 1,444,000 Pf. Sterb; die Ausgaben in beiden Iabren607,686 Pf. Sterb 1801 war der Ertrag nur 858,000 Pf. Sterb, ungeachtetEngland damals schon den Welthandel besaß. Man ersteht aus diesem Vergleiche,wie sehr seit 1815 der engl. Handel zugenommen hat; denn er ist der eigentlicheNahrunzsstoff des Postwesens. — Unstreitig sind die engl. Posttaren, der Geld-summe »ach, höher als in irgend einem andern europäischen Reiche; allein es istdagegen auch der Geldwerth geringer und die Wohlhabenheit größer als in andernStaaten. Der Tarif kann daher für Englands Einwohner mäßig genannt werden.
Don den öffentlichen Fuhrwerke» zieht der großbritannische Staar beiläufig gegen1z Mül. Gldn., und doch fährt man nicht leicht irgendwo so bequem, geschwind undwohlfeil als in England. Von Dover nach London , 30 ftanz. Meilen, die man in11 stunden bequem zurücklegt, bezahlt ein Reisender nicht mehr als 11 Fb 33Kr.
Don Edinburg nach London , 125 deutsche Meilen weit, reist man jetzt mit einerDtligence, deren in jeder Woche 15 diesen Weg machen, in 60 Stunden, eineStrecke, wozu die 1763 angelegte Kutsche 16— 18 Tage brauchte. Für Englandfahrende Post kann jetzt durch die Versuche mit Gaswagen von einer Gesellschai t
die bereit« em Capital von 200,000 Pf. Sterb besitzt, «ine groß« Reform entsteh t.