^4 Posiwesen, russ., dän., schweb., nieder!., ital.
sowie auch bereits die Paketboote mir Dampfmaschinen aus Nord- und Südame-rika oft in 16 Tagen zu Liverpool ankommen, deren Nachrichten binnen 20 Stun»den durch staffelten von da nach London gesendet werden.
Die Postanstalten der übrigen europäischen Staaten sind entweder noch aufeiner s. hr untern Stufe, oder den bisher angeführten Mustern mehr oder mindernachgebi'del. R u ß l a n d S Briefposten wurden, im Verhältniß der übrigen polstzetlicpen Anstalten, in neuerer Zeit sehr verbessert. Es scheint, daß man sie nachden vorzüglichsten neiodeulschen Postanstalten ausbildete. Das Briefporto istauenahmwcise von kiesen sehr müßig, und es wird von Zeit zu Zeit eher gemindert«>'S erhöht. Es steigt nach dem neuesten Tarife von 100 zu 100 Mei sten um 2Koo-ken sü" jedes Loth Briefei doch nur bis zu 1500 Wersten , dann von 1500 —8000 WtNchu um 1 Kopeke. Von jeder Distanz über 3000 Mei ste — es gibt dortDistanzen von 6 — 5000 Wersten — zahlt man nie mehr als 50 Kopeken. Mansteht also, daß die russische Pcstadministration dem einzig wahren Grundsätze hul-digt , daß ein Brief verhältnismäßig immer wohlfeiler werden muss, je weiter er aufderselben Post läuft. Für Versendung der Vollmachten, Wechsel, Leihbriefe undGelddocumente wird das Porto der vrdinairen Briefe doppelt erhoben. Für Geldund Pakete von Werth, die übrigens schlecht und fast auf Leiterwagen transporlirtwerden, ist das Assecurationsgeld auf eine Entfernung von 500 Wersten ein halbProcent, über 500 Werste ein Procent. Auch nach dem Auslande ist das russischePorto sehr mäßig, und da«, was den fremden Posten zu ersetzen ist, nach Verhält-niß viel höher. Obwol Rußland 2 Mal so groß ist als ganz Europa , um über 50Mill. Einw. iählt, so kann man doch die Rente der Briespost nicht höher als zwi-schen 3 — 800 000 Thlr. (den Thlr. zu 1 Fl. 30 Kr. gerechnet) anschlagen. Post-curse hat man 5: d>n moskauischen, ngischen, wiburgistben, archangelischen undpolnischen. Postwagen odcrDillgence» epistire» in gain Rußland nicht. Dagegenist die E.rtrapcst nirgends wohlfeiler und schneller. Ein Eptrapostpfcrd kostet für dieWerst (beinahe 7 Werste machen eine deuische Meile) mehr nicht als 2 Kopeken.Eine Reise von 4580 Wersten oder 660 deussche» Meilen, zu de. man 8 Wochenbraucht, veranlaßt, mit der Zehrung, einen Aufwand von nicht viel mehr als 100holländ. Dukaten. Wer sich der Eptrapcst bediene» will, muß aber durch eineneignen Paß oder Befehl (I'»ic,,<>s>u»ss>) obrigkeitlich hierzu aulorisirt sein; auchist, un> gehörig befördert zu werben, auf dem Lande irgend ein Uniformzeichen demmit Eplrapost Reifenden nöthig. — In Dänemark wird die Post sehr finanz'ellbehandelt und zeichnet sich dui ch keine besondere Einrichtung aus. Billiger sind diefchwedilcheu und norwegischen Posten, daher auch die reinen Einkünftederselben viel geringer sind als in den angrenzenden Staaten. — In den Nieder-landen wurden die Posten von den Urahnen des füt stl. tapischen Hauses angelegt,und Leonhard v. Tapis erhielt schon 1543 die Bestallung als niederländ. Oberpost-meister. Nach dem Abfall der Niederlande von tcm Hause Ostreich scheint man diePosten Englands zum Muster genommen zu haben. Das franz. Postwesen wardin Holland , gleich nach dessen Einvei le-bung in das franz. Kaiseri eich, eingeführt.So besteht es noch jetzt, und nur mit wenige» Abänderungen seit der UmwandlungHollands in das Königreich der Niederlande. — I» Italien scheint die Wiegedes Postwesens zu sein. Schon unter Kaiser August stand es im höchsten Flor deralten Zeit. Die Mittel zur Erreichung des Zwecks wäre» damals hauptsächlich aufNachrichten von den Armeen berechnet. Man baue Bokcn und Coiirieiaiistalken,letztere von außerordentlicher Schnelligkeit. S o ei bielk z. B. der Kaiser Augusteinige MalDepeschen aus Slawonien zu Rom am 4. Tage; und Tiber war an dievorgeschriebene Eile so gewöhnt, daß er unwillig die Depeschen hmwe gwaif, wennsie längere Zeit, als aus Asien 20 Tage, Eaiopa 15 , Afrika 10 , Slawe, ien 5und ganz Italien 2 T,ge unterwegs gewesen waten. Unter ihm sowol als d.n nach-