Posiwcsen, in d. Schweiz, Spanien, Portugal u. d. Türkei 775
folgenden Kaisern bestanden schon Relaisposten. Chef der Postansial'en war derDberste der kaiftrl. Leibwacke. — ?(us einem in der Bibliothek d.o KöniaS vor,Frankreich befindlichen Manuseripte erhellt, daß der deutsche Kaistr Kai l ^ . auchdie Postmeister in Italien besoldete. Simon v. Taris war Genera'postdireelor tuMailand und wohu'e in dem kaiserl. Paloste, wo stets?ll!es zum Postdienste bereitsein mußte. Für Mailand und tie Umocbungcn hatte man eine Fußpost eingerich-tet, welche die Veranlassung und das Muster der jetzt zu Paris bestehenden kleinenPost gewesen se n soll. Bis zur Verbindung des Königreichs Italien mit dem ehe-maligen franz. Kaiserreiche waren zwar die ikal. Postanstalten schon wohlgeordnet,sie erhielten aber doch von diesem Zeitpunkte an einen Hähern Grad der Vollkom-menheit, mittelst ihrer Ausbildung nach franz. Einrichtung. Seit 1815 ist dasPostwestn in dem lombardstch - venetiamschen Königreiche, in Toscana, Parma und Modeno, mehr nach östreich. Muster, doch mit Beibehaltung der franz. Grund-lage, eingerichtet. In den übrigen ital. Staaten wurden die Postanstallen mit eini-gen Modificationen in dein frühern Verhältniß aufrecht erhalten. Die Brief- undEptraposten sind in Ital'en gut oraanisirt. Das Briefgeheimniß ward stets so hochgeachtet, daß sogar nach dem mailändischen Strasgesetzbuche die Erbrechung derBriefe mit Todesstrafe bedroht wurde. — In der Schweiz hat jeder Canton,nach den Tag^atznngsbeschlüssen von 1803, das Postregal, folglich auch sein? eig-nen Postanstalten. Ihre Güte ist ebenso verschieden, als die Verwaltungsartenverschieden sind. Der Zweck der B'lligkeit könnte zwar durch eine Centralisationderselben, welche schon 1811 von Solokhurn vorgeschlagen wurde, besser erreichtwerden; indessen kann nian sie doch verhälimßmäßig nicht theuer nennen, was woleinzig darin seinen Grund hat, daß die Regierungen das Postregal nie als eineStaatssinai,zspeculation behandeln. In Ei mangelung der für das Publicum höchstersprießlichen Einheit der Postanstalt im Umfange der gesaunmen Schweiz , hatman als Ersatz wenigstens durch Verträge einige Übereinstimmung in der Ver-waltung der Posten zu erzielen gesucht. Durch ein Concordat von 1818, dem nurdie Cantone Waadt, Unterwalden, Glarus, Zug, Basel, Wallis und Neuenburgentweder gar nicht oder nicht unbedingt beigelegten sind, ist man, mit Anerkennungdes Grundsatzes, daß las Postwesen Regal und Eigenthum eines jeden Cantonsinnerhalb seiner Grenzen sei, über Folgendes einig geworden: Die Angehörigenaller Camone soll-n, gleich den eigne», hinsichtlich der Posttarcn nach billigenGrundsätzen behandelt, obrigkeitliche ossicielle Briese tapfre, befördert, von Postenund Messaaerien keine Weggeld r bezogen, das Postgcheimuiß beachtet und diePostbeamten daraus beeidet, den Courieren und Messag.-nen aller Schutz geleistet,und unter keinem VorwanG der Poüenlaus weder gehemmt noch verspätet, dieGewährleistung für das der Post Anvertraute (Übermacht und GottcSgewalt vor-behalten) übernommen, und bei Beschwerten über die Post, Fremden wie Einhei-mischen, unentgeltlich und summarisch Reckt gewährt werden. Ertraposten gibtes i» der S chweiz nirgend wo; und da alle diesfallstge bisherige Anregungen frucht-los blieben, so schenkt man der Meinung, daß diese Ausnahme von den cultivirteneuropäischen Slaaien nur zum Vortheil der Wirth? und Lohnkutscher statthabe,ziemlich allgemeinen Glauben. — In Spanien und Portugal befinden sichdie Postanstallen noch auf einem sehr niedern Grade der Cultur, obwo! ihnen einCorreomayvr als Generalpost ireewr vorsteht. — In dem Zustande völliger Kind-heit zeigen sie sich noch immer einüg mir in der europäisckenTürkei. Seit Jahrh,hat sich da nichts geändert, als daß der Großherr znni öffentlichen Dienste reitendeTataren unterhält, welche seine und aller öffentlichen Behörden Depeschen schnell be-fördern müssen. Früher epistir.eu Staaisooten zu Fuß, tie aber das Privilegiumharten, den Renen?en, die ihnen aus ihrem Wege begegneten, im Namen desGroßherrn das Absitzen zu befehlen, und ihre Pferde entweder bis zum VesüM-: