Pougens 785
(meistens franz. und chines. Porzellan) hatte England nicht mehr als für 4992Pf. St. gebraucht; 1823 war die Ausfuhr bis auf 489,492 Pf. St. gestiegen,während der Bedarfvom Auslande sich nur auf 6695 Pf. St. belief.
Pougens (Marie Charles Josephe de), Dichter und Sprachforscher, geb.den 15. Aug. 1455 zu Paris , wurde, als Sprößling der Liebe einer hohen Personam Hofe, unt.r Aufsicht einer Dame aus der Familie Arnaud sorgfältig erzogen.Schon als Knabe versuchte er, hingerissen von den, Reize der Geßner sehen Idvllen,eine Nachahmung dieser Poesien in s. (Gedichte: „I.'.-nnnro". Zur diplomatischenLaufbahn bestimmt, wurde er, 20 Jahr alt, mit Bewilligung des Königs und mitEmpfehlungsschreiben von einem Prinzen des Hauses nach Italien zu dem Cardi-nal Bernis geschickt, durch welchen er dem maltesischen Gesandten in Rom , demBailli dc la Brillane, empfohlen, und von diesem zu den wichtigst, n Geschäften ge-braucht ward. In dieser Zeit (1444) war es auch, daß P. sein großes, bis jetzt nochnicht vollendetes Werk: „lrsieoi lies <>> igiiien et eliolioiiiiaiis -ziunnnnlieoi i.si-KOINN <Ie >.-> >.-n>g»u linin-n^a" begann, von dem seitdem „I.e !»«'>>" erschie-nen ist (1819, 4.), und das nach einem erweiterten Plane, wie Sam. Ivhnson'sWerk über die engl. Sprache, angelegt ist. Ein großes Unglück entzog ihn aberbald seinen gelehrten und amtlichen Beschäftigungen. Kaum 24 Zahr alt, bekamer die Blattern; das Gift warf sich auf die Augen und beraubte ihn des Tages-lichts für immer. Er blieb nun mehre Jahre in Paris , sich die Einsamkeit seinerNacht durch gelehrte Beschäftigungen versüßend, ward aber später, da mancherKummer im Vaterland? ihn traf, aufsein Gesuch nach England gesendet, wohin erfrüher schon einige Reisen Behufs mehrer Nachforschungen im britischen Museumfür sein Werk über die Sprachen gemacht hatte, und woselbst er nun Theil an denUnterhandlungen über einen Commerztractat nahm, der 1486 zwisches den Höfenvon Versailles und St.-Iameü abgeschlossen wurde. P. hatte die Grundlagen des-selben in verschiedenen Denkschriften ausgestellt. Nach s. Rückkehr verlor er durchdie Revolution nicht nur eine ihm auf das große Buch von Frankreich angewiesenejäyrl. Rente von 10,000 Livr., sondern auch die Aussicht zu einen: Priorare, das erals Malleserritter erhallen konnte. Dieser Verlust zwang ihn, auf irgend eines. Lebensbedürfnisse deckende Arbeit zu denken. Er übersetzte jetzr Förster s „Reisean den Rhein und nach England" und ähnliche Werke. Bald gewährte ihm aberdies keine Hülfe mehr, und der äußersten Noth preisgegeben, faßt, er den für seineLage kühnen Entschluß, sich in den Bucherverkehr zu werfen. Mit 10 Francs As-signaten (damals 1; Francs Silber ) und ohne Unterstützung begann er sein Unter-nehmen, und schon nach wenigen Jahren stand der redliche, unermüdet khätigeMannan der Spitze einer bedeutenden Commissionsbuchhantlung und einer Druckerei inParis , welche 50—60 Personen beschäftigten. Aber gezwungen, oft lind langeCredit zu geben, verlor er durch Bankrulte innerhalb 5 Tagen 120,000 Fr. undwürde abermals dem bittersten Mangel verfallen sein, Hütte ihm nicht eine wohl-habende Bekannte durch ein Dai lehn von 12,000, und Napoleon , damals ersterConslil, dem er s. Lage vorstellte, mit einem von 40,000 Fr. geholfen. Hierdurchin den Stand gesetzt, s. Geschäfte fortzusetzen, zahlte er bald die ihm von dem erstenConsul geliehene Summe zur Hälfte ab, und Bonaparte, der unterdessen Kaisergeworden, sandle ihm dagegen die Quittung über das Ganze.— Nachdem sichP. 1805 in Holland mit Miß Sayer, einer Nichte des engl. Admirals Boscowen,deren Bekanntschaft er in England gemacht, vermählt hatte, zog er sich 1808 vonallen Geschäften zurück und lebt seitdem, einzig der Wissenschaft und dem Umgängemit wenigen Freunden sich widmend , mit s. Familie und s> Freunde und Schüler,Theodor Lorin, auf dem Landhause einer Freundin in dem Nalsi'e de Vauxbuin beiSoissons , von wo aus er unter dem Namen ,,1.o vieil enniie «In ,,->>>«? sie Vonx-1>nn>" mehre s. zartesten und geistreichsten, zum Theil durch Fr. Gleich insDeulscheConversationS-Lericon. Bd. V111. ö0