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Geschäftskreise der Präfecten verbannen solle, ohne der Regierung die nöthige Kraftzu entziehen, in welcher Art man die Gemeindeverfassung wiederherstellen könne,darüber weichen die Ansichten so weit von einander ab, als Möglich ist. 37.
Präformation, s. Epigenesie.
Prag, Böhmens Hauptstadt, fast in der Mitte diests Landes (32" 5' L..50° 6' 18" Br.), eine uralte slawische Stadt, welche muthmaßlich im Jahr 723angelegt worden ist, und die im 13. Jahrh., als die Tataren auch Böhmen zu über;schwemmen drohten, fest genug war, um von diesen Horden nichts fürchten zudürsn. Die jetzae Gestalt, ihrem Umfange nach, scheint sie erst unter derRegie-rung Karls N. erhalten zu haben; denn allerdings verwüsteten später die KriegederHusstten Vieles ini Innern der Stadt, was jedoch durch regelmäßigern Anbauwieder ausgeglichen wurde. Durch die Belagerung in den schlesischen Kriegen1744 litt Prag wieder sehr bedeutend; 1757 wurden über 880 Häuser einge-äschert. Die Altstadt, welche am wenigsten gelitten hat, der erste Anbau von Prag überhaupt, ist aber gerade darum auch der unregelmäßigste. Prag hat einen Um-fang von 4 Stunden, überhaupt einen Flächeninhalt von 1,245.792 wiener f^Kl.,« von denen 4000 eine geometr. Meile machen, 64 Plätze, 217 Gassen mir 3382Häusern, 46 kathol., 2 Protestant. Kirchen, 11 Mönchs- und 4 Nonnenklöster,und 117,000 Einw., darunter 7800 Juden und 6500Militair. Die Kahl derGeborenen übertraf die der Gestorbenen um mehr als das Doppelte. Das ge-mäßigte Klima läßt keine herrschenden Krankheiten entstehen. Denn Prag ist ringsvon Bergen umgeben und gegen rauhe Winde aus N. und O. geschützt. Indessensetzt sich die Witterung schnell um und läßt einen empfindlichen Wechsel zwischenWärme und Kälte eintreten. Die Moldau theilt die Stadt in 2 Theile. Beide sinddurch eine der ältesten, schönsten, festesten Brücken verbunden, die sonst neben derdresdner und regensburger die berühmteste in Deutschland war. Jeder Stadtcheilzerfällt in 2 Viertel, von denen die Alt- und Neustadt auf dem rechten, und dieKleinseite nebst dem Hradschin auf dem linken Ufer liegen. Die Iudenstadt ist inder Altstadt; 2 Vorstädte der Neustadt liegen am rechten Ufer. Der Wischehrad,von der Neustadt nur durch einen Bach getrennt und auf einem Berge liegend, wirdals ein besonderes Städtchen betrachtet. Die Altstadt hat zwar 24 freie Plätze, vondenen sieh aber nur der große Ring durch einige Regelmäßigkeit auszeichnet, und 96Gassen, allein keine derselben läuft in gerader Linie, auch befinden sich nur wenigschöne Gebäude darin. Dagegen ist in diesem Viertel der Stadt der lebhaftesteVerkehr. In der Ritter- und KönigSgasse befinde» sich das Theater- und Univer-sitäkSgebäude, und in der Zeltnergasse das Gebäude der k. k. Gütcradministrationund das GouvernementShauS. Widrig ist die Galligasse, durch den hier bestehendenIudenmarkt. Sie läßt sich nur mit dea- Iudenstadt, die ungefähr den 8. Theil.er Altstadt ausmacht, selbst vergleichen, wo in ungefähr 280 Häusei chen 6 —7000 Juden leben, sodaß manches unbedeutende Haus wol 10 Besitzer, undmanche Stube 2—3 Familien zählt. Inzwischen ist die eine ihrer 9 -Synagogen,die sogen, alte Schule, ein schönes Denkmal altdeutscher Kunst. Weitläufiger,aber weniger belebt, ist die an das vorige Viertel stoßende Neustadt. Sie enthältden größten freien Platz in Prag , den Viehmarkl, und hat außerdem noch 9 Plätzeund 6 > Straßen, von denen die meisten sich durch Bauart der Häuser, Gerad-heit u. s. f. auszeichnen. Wir nennen von den Straßen nur den Roßmarkt, denGrabet und die Heinrichsgasse. Das große Maurhgebäude, die gräst. Thun'schenund Schlick'schm Paläste sind die vorzüglichsten in diesem Theile liegenden Häuser.Da die Natur Prag in 2 gleiche Hälften zu th eilen scheint, so wird man die Versiche-rung des Hauptinonns Wrangel in Schiller'« „Wollenstem": „Mein Herr Kanz-ler begnügt sich mit der Altstadt, Euer Gnaden läßt er den Hradschin und die kleineSeite", vollkommen verstehen: insofern auf dieser kleinen Seite Wallenstein'sPa-