Precanmn Prediger 8<N
de« Leben« bekleidete. Die schönste unter diesen soll die gnrdische Venus gewesensein, in welcher Statue er zum ei sten Male die Venus unbekleidet zu bilden wagte.Nach der Sage sollen ihn Kratina undPbryne, die berühmten Hetairen (s. d.)Griechenlands , durch Enthüllung ihrer Reize zu diesem Bilde begeistert haben —vielleicht nur als Modell. (S. Wieland, „Über die Ideale ', in s.Werken, 24.Bd.)Er stellte lsser die Venus mit lächelndem Ulriche dar, mit der linken Hand dieScham bedeckend, in der Stellung, wie sie aus dem Bade oder dem Meere hervor«steigt. Ein altes Epigramm sagt von ihr:
Als Minerva und Juno die guidiscbe Göttin erblickten.
Riefen Beide zugleich: f'aris, ou richtetest recht!
Unzählige Male wurde diese herrliche Statue copirt; s. Heyne's antiguarische Auf»sahe über die Copien dieser und der krischen Venuü desselben Künstlers (welche vonunten bis auf die Hüfte verhüllt war). Nach Böttcher hat die sogen, mediceischeVenus nur in der verhüllenden Hand, sonst aber in keinem andern Stücke mit dergnidischen einige Ähnlichkeit; aber die fast gleich berühmte capitolinische wird vonKennern für eine unmittelbare Copie derselben angesehen. Die noch vorhandeneGruppe der Niobe , welche man auch dem Skopas beigelegt hotte, scheint verschie-denen Zeiten anzugehören; gewiß wurde ste im Alterthume von verschiedenen Künst»lern mehre Male behandelt. Auch waren 2 Statuen des Eros von ihm berühmt,deren eine, in dem Tempel des Gottes zu TheSpia aufgestellt, er nebst einer Satyr»statue, welche den Namen PeriboetoS (der allgerühmte) erhielt, nach PausaniaSfür seine vollkommensten Werke gehalten haben soll. Von letzterm entdeckte man ineiner Villa des Kaisers Ankoninus eine schöne Copie, welche jetzt auch dem MuseumPio Clementinum zurückgegeben ist. Über seinen Amor s.Wieland a. a. L). Fernerbildete P. Staiuen der Diana, der Ceres, des Bacchus u. v. a. in Marmor undBronze, welche Muster allgemeiner Nachahmung wurden. Böktiger theilt ihm vor»zugsrveise den Hetairenkreis zu, zu welchem s. Gruppe in Bronze, welche eine wei-nende Matrone und eine lachende Buhlerin darstellte, gehört, womit er nach de»Plinius Bericht seiner Phryne eine Schaferstunde bezahlte. Unter seinen Söhnenwar Cephissodorus als Künstler berühmt.
Precarium,ein Leihvertrag, durch welchen man den unentgeltlichen Ge»brauch einer Sache im Allgemeinen und auf unbestimmte Zeit verspricht, welchemithin auch zu jeder Zeit zurückgefedert werden kann.
Prediger nennen sich die Geistlichen der Protestanten, weil das Predigenihr Hauptgeschäft ist, und ihre sämmtlichen AmlSgeschäfte (die Leitung des öffentl.Gottesdienstes, d.e Seelsorge und die Belehrung der Beichtenden, die Verwaltungder Sacramente, die Einsegnung der Ehen, der Religionsunterricht der Karechu-menen und die Aufsicht über alle? Religiöse in dem Leben der Gem indert über-haupt) sich auf den Beruf zur Predigt des göttlichen Worts stützen, und die Ver-kündigung desselben in sich fassen. Drefe Ansicht des geistlichen AmteS wird durchseinen Ursprung begründet. Lehren war seit dem Zeitalter der Apostel die haupt-sächlichste Beschäftigung der Bischöfe, woran als deren Vicarien d>e Presbyter undDiakonen Theil nahmen. ChrysostomuS , dessen geistliche Beredlsamkeit mit dengrößten Rednern desAlterihums wetteiferte, wa> BischofvonKonstantinopel; auchdie Päpste Leo und Gregor die Großen predigten in eigner Person. Je entschiedeneraber der geistliche Stand sich nach und nach zum Charakter des jüdischen Priester-thums neigte, und Reichthum und Herrschaft zum Kiele seines Streben? machte,desto mehr achtete er zur Bebauptung seiner priest, rlichen Würde den bloßen Altar-dienst, die Verwaltung der Sacramente und das richterliche Anscben über d'e Laienfür wichtiger als das Lehrgeschäft. (S. Priester,) Bei dem Beifall« dei Wissen-schaften im Mütelalker fehlte es auch bald an Männern, die zur Abfassung einerPredigt fähig gewesen wären; man beschränkte den öffentl. Religionsunterricht auf