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Achter Band. O bis Q.
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810 Presburg

burger Gespannschaft, auf einer Flache von 558,000 UM., im Halbkreis ange-lehnt an den Fuß der hier sich verflachenden und in ihre westlichste Spitze (denSchloßberg) auslaufenden Karpathen, am linken Ufer der Donau , welche von daöstlich die Bildung der grollen fruchtbaren Insel Schütt beginnt. Ursprung undNllme der Stadt verlieren sich in die Zeit der Römer, wo noch derSeePnso in derNahe epistirte, oder doch in die Epoche des großen mahranischen Reichs, welches dieMagvaren zerstören halfen, und dabei auch alles Land zwischen der Waag undMarch eroberten. Die Stadt, meistens durch deutsche Ansiedler bevölkert, wardein bedeutender Grenzplatz gegen die Deutschen und Böhmen , theilte das Schicksalder gegen diese von den ungarischen Königen geführten Kriege, erhielt mancherleiPrivilegien und war oft der Sitz der Landtage. Der Burggraf von Presburg schloßdie Reihe der großen beamteten Reichsbarone. Als die Osmanen halb Ungarn sammt der Residenz Ofen überwältigt hatten, wurde Presburg Landtags- undKrönungsstadt, Tentralpunkt der Habsburger Könige, Gewahrsam der heil. Krone,Sitz aller Reichsbehörten und des Reichsprimas, und blieb es lange noch, als schondas ganze Reich der Türkennoih entledigt war. Hier, am 11. Sepi. 1741, war dieReichsversammlung, in deren Mitte Maria Theresia das Wort ihrer treuen Stän-de: pr» ro^k! noütio äüirü, I'ürivsüi!" empfing; dankbar blieb die

große Fürstin der Stadt zugewendet und hesuchte oft ihre da wohnende Lieblings-tochter, Christina. Noch 1780 konnte v.Windisch in s. „Geographie von Ungarn "Presburg die Haupt- und Krönungsstadt des Landes und die vornehmste, schönsteund volkreichste des Reichs nennen; allein jetzt wird sie von Pesth in aller Hinsichtweit, von Ofen an officieller Wichtigkeit und von Debreczyn an Bevölkerung über-troffen. Sie hat seit 1784, als Joseph II. die Statthalter«! u. a. Reichsbehördennach Ofen verlegte, diele Quellen ihres Wohlstandes verloren. Doch wurden alldanoch 1700, 1802, 1805, 1808 und 1811 Krönungen und Landtage gehalten,deren erster durch die Befestigung der Religionsfreiheit der Protestanten, der letztedurch die Verhandlungen wegen der «cale sich auszeichnet. Über den Landtag1826 fg. s. Ungarn . Der franz. Krieg, 1805, schadete ihr wenig, aber destohärter wurde sie 1809 mitgenommen, wo ihr die tapfere Vertheidigung des Brü-ckenkopfs (vom 4. Juni bis 4. Juli) wiederholtes Bombardement und Kanonadezuzog; 103 Häuser gingen im Feuer auf, unzählige wurden beschädigt. Auchlitten die Einw., als die Stadt übergeben wurde, viel durch Einquartierung und Re-quisitionen. 1811 brannte das herrliche Schloß, durch Verwahrlosung des darincasernirten Militairs, bis auf die Mauern aus. 1815, im März bis Mai, hieltsich der König von Sachsen mit s. Familie hier auf (wo auch 1664 — 67 JohannFriedrich II., Herzog von L-achsen-Gotha und Weimar , 4 Jahre s. lebensläng-lichen Haft zubrachte). Die Stadt, mir der Vorstadt Blumenthal und den Außen-orwn Zuckermandel und Schloßberg, hat 1400 Häuser, 35,000 Einw., worunter8000 Lutherische (meist Deutsche ) und gegen 3000 Juden, übrigens 1600 Bürger.Der Stadtmagistrat, nebst dem äußern, aus 100 Wahlbürgern bestehenden Rathu. a. städtischen Ämiern, ist durchaus paritätisch, weil hier das Lutherthum früherEingang gefunden und sich, trotz der heftigsten Verfolgung, in diesen amtlichenRechten erhalten hat. Der Handel ist weder blühend noch wachsend (wegen derNähe Wiens und der beschränkenden Ausfuhrzölle), aber koch beschäftigt eineCorporation von 56 Kaufleuten, worunter 9 Großhändler, nebst vielen Bürgernund Juden, theils eigner Verkehr, theils Spedition, vorzüglich in Wein, Taback,Wolle, Getreide, rohen Häuten, Knoppern rc.; dieDonauschifffohrt bringt der Stadtwenig Vortheil, weil wenig Schiffe aus - und einladen. Die 7 Jahrmärkte sindunbedeutend, und die Fabriken (2 Rosoglio- und 1 Tuchfabrik) beschäftigen kaum100 Mann. Consumirt werden jährlich über 7000 Stück Rinder, gegen 20,000E. Bier und 40 000 E.Wein. Die Stadt hat 24 Straßen und Gaffen, 2 öffentl.