Band 
Achter Band. O bis Q.
Seite
811
JPEG-Download
 

811

Preöburg

Plätze, und seitdem mehre alte Thore weggeräumt und die anliegenden Vorstädtedadn-^' einverleibt worden, noch 4 Thore und ist auf mehren Teilen offen. Unter14 ». en sind 12 kalh. (unter diesen 2 von den Evangelischen erbaut, aber durchUm der Jesuiten unter Leopold I. den Protestanten mit (Gewalt weaqenom-men), 2 luth.se. deutsche, mit e. schönen Aliarblatt von Oser, der ein geb. Pres-kurzer war, und e. slawisch-ungarische), ferner 3 Mannsklöster (Franciscaner, Ca-puziner und barmherzige Bruder), 2 Frauenklöster (Ursulincrinnen und Elisabeihi-nerinnen) und ein Stift der t'.«»^ro!.n,ti„u «in >,->>,-Oainc. ?lusgezeichneke Ge-bäude sind: das Landhaus, die sog. Kammer in der Michaelergaffe, das alterthüm-liche Rathhaus (es war 1333 einmal an die Iudenschaft verpfändet) mit einemsonderbaren Frescogemälde an der Außenwand, welches die Höllenfahrt eines mein-eidigen Senators vorstellen soll; der erzbischöfi. Palast aus dem Iohanmkplatze;das alte Statthaltereigebäude, jetzt in mKtairifchem Gebrauch; das Schulgebändeder Katholischen; das Comiiathaus; die Caserne an der Donau , für 1 Bataillongeräumig; das Kornmaqozin an der Donau , welches 110,000 Mhn. faßt. ?ltifdetNKönigshugel haben die Könige Ungarns , nach der Krönung, die bekannten Kreuz-hiebe nach den 4 We'kgegend n hin zu Rosse zu verrichten. Das Theater an derPromenade, mit einem sehr geräumigen Redoutensoale, wird alle 3 Jahre für Rech-nung der Stadt verpachtet und le stete nie mehr als Mittelmäßiges. Die Stadtha: eine reizende Lage. Südlich und östlich strömt zwischen fruchtbaren Auen die130 Kl. breite Donau und bildet ober und unterhalb der Stadt Mehre anmutbigeInseln. Nördlich und westlich sieht man Gärten, Weinberge (etwa 1190 Joch vonreichem, wenn auch nicht ungarisch-feurigem Ertrag), Fruchtfelter, in der FerneWälder und Berge. Daher sind rings um die Stadt köstliche Spoziergänge undvielfache Gelegenheit zu Landpartien auf dw nahen Dörfer und Mühlen; auch inder Stadt gibt es schöne Märten (der gräflich Palsi'sche, der erzbischöfliche, dergräflich Vißav'sche :c.) und eine sehr besuchte Promenade, aus 4 (110 Sehr. lan-gen) Alleen herrlicher Linden, Akazien und Ahornbäume bestehend. Deutsche Sitten und Sprache (letztere in einem breiten und die wiener Mißiöne überbieten-den Dialekt) herrschen neben slawischen und ungarischen vor, sodaß man hier kauman Ungarn erinnert wird und namentlich nichts von deni tiefer hinein merklichenorientalischen Schiller spürt. Noch dauert die Einwanderung der Deutschen fort(unter 303 M., welche 1809 —20 das Bürgerrecht gewonnen, befanden sich ge-gen 400 Einheimische, über 100 Ungarn und gegen 300 Deutsche). Die wohl-feile und vergnügliche Lebensart, die Nähe der deutschen Erblonde und der Kaiser-stadt, die Füglichkeit, h>er Ungarns Segnungen zu genießen, ohne dessen (meist a»SVorurtheilen geschaffenen) böse» Genien zu begegnen, hält hier eine Menge Fami-lien odw Individuen fest, u. A. 100 Magnaten und Adelige (0,,-!. ihres Dienst-personals) und gegen 300 pensionnirte Officiere, welche Mir 300 kach. Geistlichen(bekanntlich zghlt der reiche ungarische Klerus viele Leb, leute), m>t den Professorender Lehranstalten, den 200 Civilbeamfln und mit dem Milüair und begülenenHandelsleuten w., das gesell ge Verkehr der sog. Honoratioren mehr als irgendwoin Ungarn beleben. Das Collegiaistift, von 12 Domherren, ist alt und reich do-tirt; die k. Akademie (kath.) hat 2 Facultäten, 1 juridische und 1 philosophische,jede mit 4 Professoren, und hat außerdem noch eine Lehrkanzel für die gi iech. unde. für die ungar. Sprache und über 300 Studenten. Wie die andern k. AkademienUngarns , hat sie weder den Credit noch den Fonds der pesther Universität, ziehtaber durch ihren um 2 I. kürzern Lehrcurs besonders die eilfertig studirend.n Ju-risten an. Das kaih. Erzgymnasium, von Benedickinern versehen, hat in 0 Classen5—600 Schüler, die andern kath. Normal - und Tr'vialschulen, in der Stadt undihren Zubehörungen, über 1000. Die Nonnen von der s,,>i>^i,-^,ii<ui Autie-l),u,e haben eine Mädchenschule von mehr als 300, die Ursuliner nnen kgl. von