Band 
Achter Band. O bis Q.
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Presbyterianer Presbytcrien 815

b?i den ersten Christen angesehene Kirchenbeamte, welche von den Gemeinden nachdem Muster der Ältesten in der jüdischen Gesellschaftsverfassung angestellt wurden;Presbylerinm, da? Collegium derselben, oder ihre Versammlung. Unstreitigwaren sie Vorsteher und Wortführer der Gemeinden, und hatten für die ErhaltungdeüAnstandeS, der Ruhe und Ordnung in der Gemeinde zu sorgen, wie jetzt dieHelfer in den Brüdergemeinden. Die Verwandlung des geistlichen Amts in einförmliches Priesterthum veränderte auch den Charakter dieser Würde. Aus denPresbytern wurden Priester und Pfarrer, die ihre Stelle in der hebern Geistlich:keit, und ihren Rang nach den Bischöfen erhielten. Späterhin hieß bei den Katho-liken Preobvter ein Priester, der die Sacramente austheilen durfte; jetzt kat stehdie gricch. Benennung verloren, und nur die preSbyterianische Kirche in Großbri-tannien hat sie erneuert. (Vgl. Schottland.) II.

Presbyterianer, s. Aug lika irische Kirche und Dissenters.

P reSbyterie n, s. Presbyter. Nachdem der Klerus der koch. Kirchedie Leitung der Kirchenangelegenheiten, mittelst des Episeopats und Papstthums,ausschließend an sich gebracht hatte, hörten die Presbvterien auf. Bei den Gemein-den, welche sich später von der päpstl. Herrschaft losmachten, bei den Waldenfern,Wiklefueii und Hassten finden sich Anordnungen, die denen der ältesten Kirche inRücksicht der Kirchenälkesten ähnlich waren. Durch die Reformation des 16. Jahrh,kam die Leitung der Anoelegenheiten der Kirche in die Hand der Oberhäupter desSiaatS, welche diesen Zweig der Verwaltung gewissen Behörden, Consistorie»,Kirchenräihen rc. übertrugen. Die Bestimmung des Verhältnisses der Kirche zumC taare blieb dabei ein Gegenstand vielfacher, immer noch nicht zum Aetenßchlussegebrachter Erörterungen. Calvin gab der resormirtenKirche eine Presbyterialver-sassang, welche von Mehren als hierarchisch dargestellt wird. Nachdem bei der Feierdes 3. Jubiläums der Reformation (18N) der Wunsch, beide Protestant. Kirchenzu einer evangelischen zu vereinigen, hier und da lebhafter angeregt worden war, sokam auch die sog. Presbyterialverfassung zur Sprache. Zu ihrer Einführung wur-den namentlich in den k. preuß. Lötaaten, wo man einige Schritte zur Vereinigungbeider protest. Coiifesstonen that, Verfügungen getroffen, denen zu Folge jede kirch-liche Gemeinde ein aus dem Ortsgeistlichen, einigen obrigkeitlichen Personen u. a.Gcmeindegliedern bestehendes Presbyterium zu bilden veranlaßt wurde. Doch nochvor der gänzlichen Vollziehung dieser Verfügungen erhoben sich mehre Stimmendagegen, welche die Bedenklichkeit aussprachen, daß einersests durch die Presboterieneine Hierarchie begründet und ein unstatthafter Glaubens- und Gewissenszwangeingeführt werde, und daß andrerseits die Presbyterialverfassung nicht Kraft undMute! genug darbiete, die kirchliche Zucht und Ordnung zu erhalten: Einwürfe,welche n. a. die Schrift: „Die Presbyterialverfassung in ihrer Begründung undihrem Werthe, dargestellt von Bäumer, evang. Pred. zu Bodelschwingh , im Syn-odalkreise Dortmund " (Homm 1823), zu widerlegen sucht. Im GroßherzogihumeBaden begann 1821 die Organisation sog. Kirchenvorstände. Auch in Baiern nahm man Bedacht, den dortigen evongel. Kirche» eine Presbyterialverfassung zugeben, wozu die Gemüther 1821 vorbereitet wurden. Auch hier erregte die in Vor-schlag gebrachte Gründung eines solchen Instituts die Aufmerksamkeit nicht nurder Publicisten und Theologen, sondern auch andrer Mitglieder der Kirche, und ver-anlaßte einen lebhaften Schriftwechsel, in welchem Stimmen für und wider diePresbvterien laut wurden. Wenn Einige der Erster» in dem Plane zur Presbyte-nalverfassung das erfreuliche Bestreben der protestantischen Kirche sehen, sich zu derSelbständigkeit zu erheben welche sie, der katholischen gegenüber, behaupten müsse,sobald sie als freie Kirche sich darstellen wolle; wenn sie daher in den Presbyterienund den aus ihnen hervorgehenden Synoden, als in einem nützlichen und zeitgemä-ßen Institute, das nothwendige Organ erblicken, ohne welches sich die Kirche nicht