Band 
Achter Band. O bis Q.
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PrchZcsctze

wenn die Regierung, d. b. das Ministerium, entweder nicht den Willen oder nichtdie (Gewalt hat, streng und ohne Einsehen der Person nach den besehen zu verfah-ren , auch die Preßfreikeit wenig helfen wird. Es wird sich dann hinter einemallgt meinen W idersprüche gegen Alles, was NackttheiligeS aesogl wird, verschanzen,un' da es niAt fehlen kann, daß diese Art von öffentlicher Rüge zuweilen oder auchsehr oft die Thatsachen unrichtig darstellt, weil ihr >a keine osßciAIen Quellen zu<Wboke stehen: so wird sie oft genug t^elegcnkeit haden, dies'freiwillige Censor-anit verdächtig zu machen, und zwar UNI so mehr, als auch dadei nicht immer durch-aus reine Triebfedern zmn (Grunde liegen können, und die Presse sich unlauternAioecken, de,' Verleumdung, der Rachsucht und dem Neide ebenso willenlos dienst-bar erweist, als den edelsten Beiiiühiingen für Wahrheil und Recht. Es ist garnicht zu läugue», daß ungebundene Presfr-iheit, selbst wenn man gar nichi die Ver-wechselung begeht, sie mit einer Zügellostgkeit, welche ungeahndet tagen darf, wassie will, für g'eichhedeutend zu nehmen, also eine unter streng,n 0',setzen stehendePresfrciheik, welches mit der Befngniß, nur ohne vorgängige Eilaiibniß der Re-gieriing (ohne Censur) drucken z» lasten, was man glaubt verantworten zu können,schon eine außerordentliche Gewalt in die Hände einzelner Menschen bringt. Derk'chaden, welchen ein boshafter, aber kräftiger, beredter und wil-iger Mann anrich-ten kann, ist gar nicht wieder zu ersetzen; nicht sowol für die Sicherheit des LtaatS,d-nn die Erfahrung wird schwerlich ein Beispiel ausweisen, wo eine wahre mO be-deutende Ci.sastr durch die Preßfrecheik als Hauptursache herbeigeführt woidenwäre, wohl aber für das Glück und die Ruhe einzelner Menschen. Lo wirksamals die Pießsreiheit zum Bösen sein kann, ebenso ist sie es zum Guten, lind eben-falls für den einzelnen unschuldig Verfolgten ist sie zuweilen das einzige Mittel, sichwenigstens die Achtung der Welt zu retten, vielleicht auch ungerechte Angriffe mitGluck von sich abzuwehren. Das Wichtigste, was snr Preßfreibeit spricht, istaber der Werth, welchen die Wahl heil durch sie in den Augen eines Volks bekommt,und welcher durch jede Art von Censur, selbst die Mildeste, geschwächt wu d. DieWahrhaftigkeit ist die Grundlage des bürgerlichen Lebens und der öffemlichen Zärt-lichkeit; ein Volk kann nicht mehr entwürdigt werden, als wenn es zur Unwahrheitund Lüge gewöhnt wild. Auch das Vertrauen auf seine Regierung wird destofester in einem Volke gegründet werden kennen, je mehr Off>mlie! kon m der Ver-waltung ist, und je schwierigeres demzufolge den hohen und niedern Lttaaisbeam-len wird, ihre Obern und das Publikum zu täuschen. Dabei öffnet sich die Preß-frciheit ane!, eine» Weg, auf welchem die Talente einzelner Männer schneller be-merkt, sicherer beurtheilt und zum Wohle des StaaiS in einen angeiiiestenen Wir-kungskreis verf tzl weiden können, als auf/edem andern. Daher rührt denn auchder große Wert!,. welchen die Völker, welche mit den Vortheilen der Preßsreiheiteinmal vttanul geworden waren, von jeder auf dieselbe gesetzt haben, und es istgewiß, dar. si einmal gegründet, zur sit l.chen Erziehung des Menschengeschlecht»in jeder HiMul t eins der kräftigsten Mutti >st. Hat aber ein Volk auf der Bahn,Saf welcher s von der Vorjehung seiner höhern Bildung zugeführt wird, einmalkiue gewiste " tufe erreicht, so stellt sich auch die Preßsreiheit von selbst ein, sowiesie „liigekekw in einem Volke, welches dcn erfoderlichen Grad sittlicher Reife nochricht erreicht hat, und welchem sie also mehr schädlich als heilsam sein würde, nichthei gestellt noch ausrecht gehalten werden t aun.') ' 37.

P r e g g e s e tz e. Nicht bloß in dem Falle, wenn die Presse unter Censursiebt, sonder» a ich wenn sie freigegeben ist, sind eigenthümliche Ges, ke ersoderlich,liiii auch in dieser Angelegenheit Ordnung und Freiheit mit einander zu verbinden.

*) Merkwürdig ist das Hinschreiben eines Vrabnianen, Ram Mohn» Aon, an denAöniq von England wegen Preßfreibeit; abgedruckt in dcr„Mge»i. Zeitung" (1825,

'g eil. >u, S. 21 / - 2i9.)