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Preußen, Geschichte bis 1640
ihre erste Schuhwehr. Noch jetzt erwartet von ihnen die deutsche Nation ibre bes-sere Zukunft! Denn Preußens Volk, Staat und Regent sind deutsch . Sie be-stehen nur mit und durch Deutschland. (Vgl."Brandenburg .) Gleichwolführt diese nordische Monarchie, welche die Stammsitze der alten -Wachsen um-schließt, einen slawischen Namen : die Überwindet- gaben sich den Volksnamen derüberwundenen und vek-tilgten Preußen. Wie dies gekommen, wie um den Dop-pelkern : Brandenburg und Preußen, sich diese große Monarchie gebildet, wie unterdem Gestirn des Hauses Hohenzollern ein jugendlich-kräftiges Volk sich erhobenhabe, muß historisch angedeutet werden, ehe wir die neue Gestaltung dieser euro-päisch-deutschen schütz nacht — denn dies ist sie mit Östreich — in einer gedräng-ten Uebersicht darstellen.
Preußens Mvthenalter (bis 1226) zeigt uns nur dunkle Sagen. Als dieGothen die Ufer des baltischen Meers verlassen hatten, zogen slawische Stämme,die Letten, im 10. Jahrh, von ihren später eingewanderten Slammbrildern, denCzechen, Porussen genannt, die Weichsel hinab; in wilder Freiheit tapfer, stie-ßen sie die Fesseln des Christenthums zurück, und Konrad von Masovien (s. Po-len ), der sein Land gegen ihre Einfälle nicht schützen konnte, riefdie deutschenRit-ter herbei, die 1226 einen Landstrich an der Weichsel als Eigenthum von ihm er-hielten, eine Schenkung, die auch 1231 von Kaiser Friedrich II. und Papst Gre-gor IX. bestätigt wurde. Da begann das Heldenalter des deutschen Ordens. DerVertilgungskrieg mit den 11 preußischen Volksstämmen währte von 1230 — 83;doch unterwarfen sich einzelne schon früher, und edle Preußen wurden sogar Deutsch-herren. Allein mit dem deutschen Gewerbfleiß und Handel wurden auch deutscheSprache und Sitte immer mehr an der baltischen Küste einheimisch, sodaß derpreußische Urstamm zuletzt kaum noch in einigen Dörfern als Mischling wahrge-nommen werden konnte. Der Orden beherrschte das Land an beiden Weichsel -ufern von der polnischen Grenze nordwärts, nebst Ostpommern oder Pomereüen,durch Landmeister, bis endlich, 1309, unter dem Hoch - und Heermeister, Sieg-fried v. Feuchtwangen, Marien bürg (s. d.) der Witz der Ordensregierung wurde.Gesichert gegen Polen durch den kalischer Frieden 1313, griffen die Ritter die Li-thauer an und kämpften mit ihnen fast 100 Jahre um Samogitien . In dieserZeit regierte (1331 — 82) Winrich v. Kniprode, als Held, Staatsmann undRegen: einer der merkwürdigsten unter den Hochmeistern des deutschen Ordens.Unter Konrad v. Iungingen war der Ritterstaat am mächtigsten. Ihn, gehorchtenPomerellen, die Neumark, Samogitien, Kurland und Liefland. Das reiche Or-densland, voll blühender Handelsstädte und wohlhabender deutscher Colonien(Danzig, Elbing , Thorn, Kulm), erstreckte sich im 14. Jahrh, von der Oder,längs der Ostsee , bis an den sininschrn Meerbusen. Die größern Städte erwuch-sen zu kleinen Republiken, und der Landmmn ward seines Besitzthums froh. Um110-1 hatte Preußen allein auf 1200 SjN. 54 ummauerte und stark befestigteStädte, von denen mehre 2000 ganz gewappnete und berittene Bürger ins Feldstellten, 48 größtrntheils prachtvoll gebaute und befestigte Ordensfchloffer, an 100adelige, znm Theil auch stark befestigte Schlösser, 740 Kirchdörfer, 2000 freie Land-höfe und 18,363 Dörfer, mit einer Volksmenge von mehr al« dritthalb M>ll. Men-schen. und in den Staatsschatz floß ein jährl. reines Einkommen von 800,000 Mark.Aber die HciezSsteuern und die Üppigkeit der Ritter erschöpften das Land. Der Adelund die Städte vereinigten sich gegen die harte Regierung des Ordens, und da keinandres Mittel half, unterwarfen sie sich 145-1 dem polnischen -Schutze. Darausentstand ein verheerender Krieg (1451—36), in welchem von 21,000 Dörfern nur3000 und diese menschenleer übrig blieben, in welchem das Ordensheer von 71,000M. durch Schwert und Pest auf 1700 heruntergebracht würbe, Städte und Dör-fer aber alkm azi Erschlagenen 90,000 zählten. Endlich siel durch den thoruer