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Achter Band. O bis Q.
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Preußen, von 1740—1815

schen Kunstsinnes und einer auf das Leben selbst einwirkenden Literatur. Sei esauch. taß B.w'ggiünde der Eitelkeit und des Prunkes den König leiteten: s. neueWürde Web k-in leerer Schall, keine unnütze Staotsausaobe. Ein Staat, dersolche Strommündungen, eine solche Küstenlänge und die Feste Magdeburg be-säst, der solche Verdienste um das deutsche Gtniunwesen stich erworben batte, durfteauf Selbständigkeit im deutschen Fürstenratbe Anspruch machen. Da Kaiser Leo-pold l. in Preußens Kömqswürde eingewilligt hatte — zu diesem politischenSchritte, der aber freilich seit dem westfälischen Frieden,hei,iahe unvermeidlich ge-worden war, von einem sdesuite» überredet —, konnte Östreich von diesem Auqen«blicke an nur mit Preußen sein Übergewicht in Deutschland, mithin auch in Eu-ropa behaupten. Es währte aber scher IM schbre, ehe das wiener Eabinet vondieser politischen Wahrheit, die auch dem berliner bis zum baseler Frieden nicht sogant einleuchtete, sich überzeugen konnte. Dadurch trieb Ostreich den König vonPreußen endlich zur engern Verbindung mit Rußland bin. Auch Friedrich I. ver-größerte sein Mebie: durch Elbinq, das Polen einzulösen nicht im Stande war, durchNeufchatel und Valengin, dessen Stände ihn als rechtmäßigen Erbfolger freiwilliganerkannten, durch Mörs und Lingen , die ihm aus der oranischen Erbschaft zufie-len, und durch Tecklenburg , das er erkaufte. Vergrößerung war das natürlicheBedürfniß der fimaen, von mächtigern Nachbarn eingeschlossenen und in olleStaatshändel des Westens und Ostens von Europa verwickelten Monarchie; abersie fo'gte demselben bis zur Theilung Polens mit Mäßigung. So erhielt im nor-dischen Kriege König Friedrich W il Helm I. (s. d.), ein Monarch, welcher nievergaß was er wollte, durch Karls XII. Starrsinn endlich selbst genöthigt, in denBund gegen Schweden zu treten, durch den stockholmer Frieden 1720 Stettin nebst Vorpommern bis an die Peene , bezahlte aber für d-esen Erwerb der früherihm von Schweden entrissenen Odermündungen 2 Mill. Thlr. Noch fügte er sei-nen Vtaaten Preußisch - Geldern hinzu. Mit richtiger Einsicht in das W^siu beSStaats schuf er in einem weisen und sparsamen Hau, halte die Grundlage der preuß.Macht. Er errichtete unter einem allgemeinen Direciorium die Domainenkam-mern und setzte Einnahme wie Ausgabe auf bestimmte Etats, deren Überschüsseden Ldtaatsschatz bildeten. Aber der Grundsatz, ein Heer (von 80,000 M.) zuhalten, führte ihn zu dem Svstem der fremden Werbungen und trennte den Krie-gerstand vom Bürgerthume. Auch fing schon unter ihm ein der Einheit so nahe alsmöglich gebrachter Mechanismus an, für das Wesen der Staatsverwaltung ange-sehen zu werden, dessen Formengewalt in der Folge die moralische Kraft lähmenmußte. Nur der König und feine Minister beseelten die willen - und gemürbloseSkaatsmaschine. Dies brachte zuletzt weniger Gutes als Böses hervor. Da-gegen verwandelte Friedrich Wilhelm 1713 in seinen sämmtlichen Staaten das LehninErbe, und jedes Ritterpferd in eine» jährlichen Kanon; aber aus Elfer für Justizund Polizei griff er oft selbst die Unabhängigkeil der richterlichen Gewalt an undgab das Beispiel einer willkürlichen Eabinetocriminaljumz. Doch regte ssch imAllgemeinen ein kräftiges Leben, da der gesunde Menschenverstand meistens ob-siegte.^

So vorbereitet und ausgerüstet ward die preußische Monarchie ein trefflichesWerkzeug für die Größe Friedrichs I>. (s. d,). Sein Genius vervielfältigie die.phvsische und moralische Kraft des Staats, der durch Friedrichs Persöulickkeit indie Reihe der ersten Mächte eintrat und der Ring wurde, welcher die Kette des west-lichen und des östlichen Staatenfvstems von Europa verband. Ansprüche auf ei-nige Theile Schlesiens gaben ihm, da Maria Theresia seinen Beistand durch Nach-sie igkcit nicht erkaufen mochte, den Vorwand zur Eroberung Schießens. DerBesitz der Oder und der Sudeten schien ihm noihwendig, seine politische Stellungzusichern; er war zu mächtia, um sich andern Mächten unterzuordnen, und zu