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Preußen, von 1710—1815
schwach, um sich kraftvoll zu behaupten, Halb Europa hatte sich gegen Östreichverbunden. Friedrich wollte für Ostreich kämpfen, aber nicht umsonst, wie seineVorfahren; auch galt es nicht Deutschland . Die Rüstung für war jedocb zugleichgegen Östreich, ebendarum zweideutig, denn Preußen durfte in keinem Falle un-thätig bleiben, weil die Folge des Kriegs eine neue Bildung der Machtvei bältnissernebrer deutschen und europäischen Staaten sein mußte. Friedrich wollte nichtmekr, als sein bestimmter Zweck, die Beftstiguna si Monarchie, erfoderte. Dombreslauer Frieden (1742) an war sein Kriegskosten! Derkheidigung. Er be'otgkedasselbe auf eine Art, die das Nachtheilige davon aufhob, d. h. er kam seinen Fein-den zuvor. Darum nahm er im dresdner und hubertsburaer Frieden nichts vonSachs'», das er 2 Mal erobert hatte. Ldstfriesland war schon 1713 wegen An-wartschaft von ihm mit der preuß. Monarchie vereinigt worden. Aber der Eintritteiner neuen Macht in das Stoatensostem von Europa , welche selbständig die Fragedes (Gleichgewichts entscheiden konnte, musste jede alte Macht, Frankreich am tief-sten, verwunden, Mit Bitterkeit nannte Fieury Friedrich II. den Schiedst achtervon Europa . Östreich fühlte sich gedemüth'gk und setzte in Schlesiens Wieder-erlangung den Ehrenpunkt seiner Politik. So entstand dos Bündnifi zwischenFrankreich und Östreich 1756, wodurch Deutschland der Kampfplatz aller See-und Landmächte wurde, indem England, Hanov-rs wegen, einen Theil vonNord-deutschland gegen Frankreich bewaffnete. Der siebenjährige Krieg änderte nichtsin den frühern Skaatsverbältnissen des festen Landes, allein er schien zu bewegen,daß Preußen im Besitze von Sachten, unter übrigens gleichen Umständen, unüber-windlich sei. — Friedrich U. war jetzt, was er sein wollte. Seit 1763 wankte sichseine ganze Sorafalt und Thätigk ir auf das Innere, während er nach Außen hinnur in der Erhaltung der deutschen Reichsvelsassung Heil für das ss'anze wie fürPreussen sah; daher sein aus uneigennütziger Staatskunst unternommener, seinenBundesgenossen allein unmittelbar Dortheil bringender Schutzkrieg für Bestem1778, und sein deutscher Fürstenbund, 1785. Im Innern aber machte die Un-terhaltung eines unverhältnißmässtg großen Soldheeres die Vermehrung der Staats-einkünfte zum Ziel aller Staalswirthschast, woraus der (Grundsatz entstand, dieStaatsverwaltung möglichst maschinenmäßig eiuturichken. Je mehr nun der (^angdieser Maschine durch die Unterbrechung des Ländergebiets gestört wurde, destowichtiger erschien das Abrundungslp'wm, dem mletzt jede andre Rücksicht weichenmußte. Überhaupt waren damals Lluadratmnlen und Dolksrahl in der ganzeneuropäischen EabinetSpolitik der Maßstab des Nlücks und der Macht. Eine Folgedieser Ansicht war die Theilung Polens , 1772. Auf Frudrichs Ruhm lastet we-nigstens nicht die erste Schuld dieses Entwurfs. Seitdem mußte das prenß. §a-binet Polen ter Verbindung mit Rußlant aufopfern, weil Preußen damals ohneDerbündete Ostreich gegenüberstand. I-me Derbindung Preußens mit Rußland1764 hat in der Idee fortgewirkt bis zu >! -er Wiederbelebung in dem Vertrage vonKaltsch (1813). Nur eine frühe, innige Derbindung Östreichs mit Preußen hättePolen im diplomatischen Sinne retten können. So ward die Monarchie unterFriedrich an Umfang und Dolkszalst beinahe verdoppelt. Er hinterließ seinem Nef-fen, Friedrich Wilhelm II. , ein Reich von 3381 Ö)M„ mit 5,8(0,660 Einw.,ein Heer von 220,000 M. (das aber freilich beinahe 4 Fünfte! der Staatsein-künfte kostete) usw einen Schatz von 50 Mist. Tblrn. Allein so erhaben f. Selbst-regierung (fast ein halbes Jahrhundert das Muster könial. Pflichterfüllung) war,so gehörte er seinem Volke nur als Herrscher an, nicht als Mensch. Sein Mmütherkältete sranz. Witz; er verstand nicht das deutsche Dolkstbum. Heer und Schatzwaren ihm das Wesen der Siaatskraft, nicht die Nation; daher galt das Tabellen-gebäude der Finanzkünst für das Höchste der Staatsprapis, und der Stand des'^oldkriegers erhob sich abgesondert über den Bürger. Doch wurden, da Friedrichs