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Preußen, von 1740—1815
bezahlt, und die zurückgelassene franz. Besatzung in den preuß. Festungen Stettin ,Küstrin und (Slogan unterhalten werden; dazu kam die Handelssperre des §on-tinentalspstems. Kühner noch arbeitete der Minister Frhr. v. Stein (seit demb. Oct. 1807) an der Erhebung zu einer bessern Zukunft. Epoche macb e das Edictvom 9. Oct. 1807, wodurch das bisherige Verhältnis des grundherrliebeu Eigen-thums verändert, und Dasjenige, was man als das bleibendste und wohlthätigsteErgebniß der stanz. Revolution ansieht, in gemäßigter Gestalt auf Pr eußen über-tragen ward. Ein freier Bauerstand durfte fortan des eignen Bodens sich erfreuen.Dann folgte die Lüädteordnung (19. Nov. 1808), welche die Theilnahme der Ge-meinden an ihrem gemeinschaftlichen Wohle begründete lind den wahren Bürger-sinn erweckte. Zwar mußte Lrein (Dec. 1808) Deutschland verlassen; aber imStillen reifte das von ihm und Andern (v. Altcnstein, v. Bevme, v. Klewitz,v. Schön, Stägemann u. A.) begonnene Werk der Wiederherstellung.
Hierauf ward den 6. Juni 1810 der Baron v. Hardenberg als StaatS-kanzler an die Spitze der Verwaltung gestellt. Er führte nach liberalen fstdeen einneues StaaiSgebäuke auf, in welchem der Grundsatz, daß a'l- Classen der Staats-bürger nach Maßgabe ihrer Kräfte zur Rettung des Ganzen beitragen müßten,durchgreifende Gezetze und eine wohlthätige Ausgleichung wegen aufgehobener Pri-vilegien >ur Folge haue. Es gab lamen Widerspruch; aber der Geist der Nationerstarkte, und Napoleons fortdauernde planmäßige Bedrückung des preuß. StacikSerhöhte nur die Spannkraft zum Widerstände. Napoleon haue nämlich feit 1811eine solche mstltairische Stellung in Preußen genommen, daß er als Herr derMonarchie betrachtet werden konnte. Seine Heere durchschnitten das Land in IIMilitoirstraßen; die Festungen wurde» nicht geräumt, obgleich Preuße» seine dar-auf abzweckeuten Verbindlichkeiten erfüllt harte. Danzig und LUtalsuud warentn franz. Gewalt, Preußen mithin von einer stärker» franz. Kriegsmacht besetzt alses selbst halten durste, nämlich 42,000 M. Dazu kamen Mißhandlungen undErpressungen der stanz. Milirairbchörden. Vergebens that FnederichWilhelm lll.Alles, um den Haß des stanz. Kaisers zu versöhnen. Was der Kaiser mir Gewaltzu thun drohte, suchte der König endlich durch eine Allianz, Paris d>» 24. Febr.1812, zu mildern. Nun zog das franz. Heer durch Preußen gegen Rußland , und20,000 Preußen schlössen sich als Hulzsheer an. Der harte Vertrag wurde preuß.Wells erfüllt; allem Napoleon setzte seinen Federungen keine Grenzen und dachtean keine Gegenleistung. Da kam die Zeit der Befreiung, wo der Wille der Na-tion, so erschöpft sie auch war, znr Thar wurde. Pork's Capitulaiio» zu Poscherau(30. Dec. 181p) war das Ergebniß der allgemeinen Nationalstimmung; aber nochmußte die Regierung schweige». Endlich rief sie den 9. Febr. 1813 die Nation zufreiwilligem Kriegsdienst auf. Als nun Napoleon auf keine Vorstellung des preuß.Gesandten in Paris achlen, keine Verbindlichkeit erfüllen wellte, sonder» im Toneder Oberhoheit den Verbündeten als Vasallen zu behandeln fortfuhr, da schloß derKönig, welcher schon längst s. Hauptstadt nicht mehr bewohnen konnte und Span-tau wie PiUau stanz. Truppen haue einräumen müssen, den Bund mit Rußland zuKa lisch den 28. Febr. 1813, und erklärte, 16.März, Napoleon den Krieg. Hier-auf rief er den 17. März sein Volk und Heer aus zu dem heiligen Kriege für Ehre,Freiheit und Vaterland, Dieser kühne Schritt entschied Deutschlands Beste ungvon Frankreichs Unterjochung. Die preuß. Nation war arf einen solchen Zeitpunktvorbereitet. Über 100,000 M. waren ini Gebrauche der Waffen geübt Word,»,und Scharnhorsi's Idee einer Landwehr konnte schmll ausgeführt werten. Wasdie Nation und das Heer, was der König und die Prinzen, was die Männer undFrauen, die Jünglinge und Jungfrauen im frommen teutschen Sinne mit begei-stertem Heldenmuthe gethan, gelitien und gewirkt haben, das hat die Geschichte derUnsterblichkeit geweiht. Preußens und Noi dteutschlands Erhebung war, mit Aus-