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Preußen, seit 1815
Wichtigste war ein kostbarer Fcstungsbau, zu Koblenz, Ehrenbreitstein, Köln, We-sel, Zülich, Minden , Saallouis tc.— Furdie allgemeine Sicherheit und die Volks-bildung überhaupt zeigte die Regierung eine ausgezeichnete Sorgfalt. Was Preu-ßen in Ansehung der Gefahr vor geheimen politischen Verbindungen seit 1819 fürganz Deutsch land gethan hat, erzählen die Art, Umtriebe, Turn wesen, Hahnund Arnd k. War tie Besorgiüß größer noch als der Grund, so war auch die Un-parteilichkeit des Verfahrens größer als der Verdacht, und die Strafe milder als diewirkliche Schuld. Strenge Vorbeugungsniittel traten für Alle ein, als die letzterevon Einzelnen bereits erwiesen war. So ward die königl. Censurverordnung vom18. Der. 1819 ausdrücklich gegen alle, auf Erschütterung der V ifassuna abzwe-ckende Theorien und gegen All.s gerichtet, was dahin zielt, im preuß. Staate oder inden deutschen Bundessiaalen Mißvergnügen zu erregen und g,ge» In stehende Ver-ordnungen aufzureizen. Dasselbe ward > dem Bundrslagsbesedlusse gemäß, in derCabinetsordre "om 28. Dec. 1821 wied?rholr, w-lche auch solchen Schriften, derenHnhalt auf Untergrabung der Religion abzweckt, oder welch? verletze rutc Angriffe aufandre Religionsparieien enthalte», ingleichen solchen, die zu Kränkung der persön-lichen Ebre und des guten Namens Andrer abzielen, die Drucke, laubistß verweigert.Mit welcher Einstcbt und wahrhaft kön. Großmuth aber die gesainime Volksbildunggeleitet, der wissenschaftlichcSinn geachtet und belobn!, derKiinstfieiß befördert undder Notioualgeist veredelt wird, beweisen so viele seil 1816 entstandene gemein-nützige Slifuinge», Austasten, Sammlungen, Bauw rke, Reisen aufKosten desSraatS rc. (vgl. Bonn, Berlin, Köln ), vor ollen die öffentlichen Denkmälerund der tkäiige E f r, m t welchem Preußen mehre d.utsche Regierungen seit 1827mit sich gegen den Nachdruck (s. d.) vereinigt hat. Kein Staat wendet so viel aufKuchen- und Schulwesen als Preußen (über 2 Mill. Thlr.)z tie 6 Universitätenallein erhalten jäkrl. 366,000 Thlr. Es gibt überhaupt 109 Gymnasien, und injeder Provinz eine wissenschaftliche Prüfunqscommission. Da jedoch keine Bildungund kein Bürge,gluck ohne religiösen Sinn bestehen kann, so ist die religiöse Erzie-hung des Volks in dem reinen evongel. Glauben, fern von Mysticismus , Puris-mus und Separatismus (s. die Muiisterialverfügung von, 29. Oet. 1825), einHauptaugenmerk dieser e>leuchteten Regierung, in welcher die evangelische KircheDeutschlands stnen mächtigen Schutz erblickt, und es ist ein edles Zeichen unsrerZeit, daß der König selbst s ine Überzeugung im Glauben bei jedem wichtigen An-laß öffentlich erklärt hm, (?. Friedrich Wilhelm III.) — Nicht minder wich-tig für dos Wohl les SiaalS waren die mit den auswärk. Staaten geführten Un-terhandlungen. Dahin gehol t die Übereinkunft (nichtEoncordat) mit Rom (1821)über die Errichtung unk Au-stattung von 2 Erz- und 6 Bisthümern. (S. den folg.Abschn,) Für die gemeinsamen Zwecke Deutschlands wuide die Feststellung derElb- und We sersch isffah rlS frei heit (s. d.) sowie die der Rheinschiff-fahrt (k. d,) von Preußen thätig befördert, und u, a. 1828 auf dem preuß. Rheine von 8 Zollstarken 1 aufgehoben, jedoch die Gebühren auf den beibehaltenen erhöht.Mit dem Königreiche Sack sei, wurde die sehr verwickelte Ausgleichung 1818 zuStande gidracht, und mit Hanover e ne Übereinkunft über die Schiffbar machungder Eins (1818) abgeschlossen , sowie eine andre über 3 Militairsiraßen durch Ho-norem von denen 2 zu Gunsten Preußens sind, die dritte zu Gunsten Han overs;ähnliche Verträge über Durchmärsche kamen mit Sachsen-Weimar , S.-t^orha,dem Großherzogih. Hessen u. dem Herzogth. Nassau Zu Stande. Es wurden Han-delsverträge 1818 mir Dänemark, 1824 mit England, 1825 mit Rußland und1828mik den Verein. Staaten, ferner mit Mecklenburg, Schweden, Brasilien undden Hansestädten geschlossen, auch die neue preuß. Flagge gegen die Barbareskendurch ein.u 'Vertrag 1818 mit der Pforte gesichert, welche im Fall eineSSecraubSEntschädigung versprochen und deßhalb Firmans an Algier !c. erlassen hat. Han-