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heraus, die besonders durch ihre ironische Laune der Gegenpartei mißfallenmußten. In diesem gereizten Zustande ward die Erbitterung noch vermehrt durchdie verschiedenen Ansichten von der franz. Revolution; sie stieg mit dem Fortgangederselben immer höher, und brach endlich am 14. Julius 1741 aus, als die Kran»zosensrennde den Jahrestag der Zerstörung der Bastille feierten. P. hatte es abge-lehnt, dabei gegenwärtig zu sein; aber in dem Volkstumult?, welcher erfolgte, warer vornehmlich das Ziel der Paneiwuth. Wein HauS nebst Bibliothek, Schriftenund Kunstgeräthschaften ward eine Brute der Flammen; er selbst rettete nur mitMühe s. Leben. Die gesetzliche Entschädigung, welche P. erhielt, war weit unters. Verluste, der für ihn zum Theil unersetzlich sein mußte. Er war nicht lange daraufeinem Ruft nach Hackncy gefolgt, und hatte hier seine gewohnten Beschäftigungenruhig wieder angefangen; da aber die Angriffe auf ihn und s. Familie sich stets er-neuerten, so beschloß er endlich, ein Land zu verlassen, das ihm und s. Grundsätzenso feindselig war. Er schiffte sich 1791 nach Amerika ein und nahm anfangs zuNorthumberland in Pennstilvanien, dann zu Philadelphia s. Wohnsitz. UnterAdams's Präsidentschaft wurde er auch hier niit Argwohn betrachtet; Ieffersonhingegen bewies ihm Wohlwollen und Freundschaft. Eine ihm angetragene Pro-fessorstelle in Philadelphia lehnte er ab, uni sich ganz s. selostgewählren Arbeitenwidmen zu können. Eine schwere Krankheit, in die er verfiel, ließ eine körperlicheSchwäche zurück, welche immer mehr zunahm und ihm im Jan. 1804 die Über-zeugung gab, daß er nur noch kurze Zeit zu leben habe. Veit doppeltem Eifer warer jetzt beschäftigt, noch zu vollenden, was ihm am Herzen lag. An 2 wichtigenWerken arbeitete er seit lange: an einer Kirchengeschichtc und an Anmerkungen zuallen Büchern der heil. Schrift, für deren Druck s. Freunde in England eine Sub-scription eröffnet hatten. Auf diese unvollendet gebliebenen Werke wandte er allens. Fleiß bis zu s. Tode, welcher um k. Febr. 1804 erfolgte, s. „äloinoirs c>1 1.Isiivskwg' weilten by liiinzoil" (1788).
P ri III as (0, Ulla, , c^ni, Erster des Reichs), ist der oberste Erzbischof eineseuropäischen LtaakS, de" nicht nur unter allen geistlichen Ständen der Erste ist, son-dern überhaupt den näl An Rang nach dem Regenten und s. Familie einnimmt,auch in kalbest. Reichen beständiger Legat des römischen Stuhls ist und eine Artvan geistlicher Gerichtsbarkeit über die andern Erzbischöfe des Landes ausiibt. InSpanien ist es der Erzbischof von Toledo; in Portugal nennt sich der Erzbischofvon Braza Primas des Reichs, auch Primas von ganz Spanien , steht jedoch un-ter dem Patriarchen zu Lissabon , welcher daher als eigentlicher Primas zu betrach-ten ist; in England ist es der Erzbischof von Eaiuerburv, in Ungarn der Erz-bischof von Gi'pn; in Polen war es der Erzbischof von Gnesen; i» Deutschland war es, so lange die Reichsverfassung bestand, der Erzbischof von Salzburg , undin Frankreich nannte sich, wenigstens vor der Revolution, der Erzbischof von LyonPrimas in Gallien , der von Bourgeü Primas in Aguüanien, und der vonRheimS Primas der Normandie . — Primat, der Vorrang, erste Rang, dieWürde und das Amt des Primas, dann der Vorrang des Papstes vor allen übri-gen Bischöfe».
Primaticcio (Francesco), ein Maler der bologncsischen Schule, geb.1490 zu Bologna , der s. erste Bildung durch Innocenzo de Immola erhielt, sieaber unter Giulio Roman» vollenden'. Mit niehien von dessen Schülern malte erden Palast ilel 'lA in Mantua nach Giulw'S Entwürfen aus. Durch Empfeh-lung des Herzogs Friedrich von Mantua kam P. l531 nach Frankreich in dieDienste des Königs Franz l. Seine Ankunft und s. Aufenthalt in Frankreich macht Epoche in der franz. Maiei ei. Von ihm rühren nicht bloß viele Stukkatur-arbeiten und FreScogemälde her, welche der König ausführen ließ, auch andre Artender Malerei, z. B. die Emailmalerei und die Arazziaibetten, wurden unter s. Ein-