Band 
Achter Band. O bis Q.
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855
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Priine Principal 8Ni

stusse sehr vervollkommnet. Der kunstlicbende König schickte ihn auch nach Italien ,um antike Statuen aufzukaufen, deren er eine ansehnliche Sammlung zusamuicii-brachte und viele Abgüsse fertigen ließ. Als sein LandSmann Rosso, der erste Hoff-nialer des Königs, gestorben war, berief ihn der König an dessen Stelle zurück.Unter Franz I I. erhielt er die Oberaufsicht über die königl. Gebäude. Als Baumeisterentwarf er die Grimdrisse zu mehren architektonischen Werken, z. B. die GrabmälerFranz!. und Heinrichs I I. Mehr Ruhm aber haben ihm s. Werke zu Fontaineblea»(s. „Kunstblatt", 1826, St. 36) erworben. Er nahm sich zu s. großen Arbeitenmehre Landsleute als Gehülfen an, unter welchen Rieeolo del'Abbate der berühm-teste ist. P. starb 1',7l>. Die Werke, welche er in Frankreich arbeitete, sind in derZeichnung edler und freier als diejenigen, welche er in Ginlio's schule ausführte.In s. großen Werke», mit deren Ausführung er überhäuft wurde, wich er häufigvon der Natur ab.

P r i m e (>>> >>,»>), bei den Buchdruckern die erste Seite eines jeden Bogens,der Schöndruck; in den Bergwerken der 16. Theil eines LachterzollS; in der Musikder erste Ton einer Octave, und zwar reine Prime, Einklang, wenn man von 2 Tö-nen gleich, r Größe redet, große oder übermäßige, wenn man von 2 auf derselbenNotenstuse stehenden Tonen redet, von denen der eine um einen halben höher ist; inder Fechlkunst die erste Stellung, wenn man den Degen zieht und die Spitze mitausgestrecktem Arm auf den Gegner richtet.

P rimitien (,u lluii>n> ), die Erstlinge der Früchte, welche die Alten mehre» Göttern, besonders dem Apoll», opferten.

P rimoge » iku r, s. Majorat,

Primzahlen sind diejenigen ganzen Zahlen, welche sich mit keiner andernganzen Zahl als 1 ohne Rest theilen lassen, wie 3, 5, 7,11, 13, 17 u. s. w.

P rincip, Das, was den ersten und innern Grund einer Classe von Erschei-nungen enthält; daher in den Naturwissenschaften Principien Grundstoffe oderGrundkräfte heißen. In dem Gebiete des Geistigen istPrincip ein Gedanke, wel-chen man bei der Erkenntniß eines Gegenstandes zum Grunde l?gr oder bei Behand-lung eines Gegenstandes befolgt, dann auch der Grundsatz, durch welchen mandiesen Gedanken ausspricht. Es gibt sonach theoretische und praktische Principien.Erstere begründen eine Erkenntniß und enthalten den Anfang einer Gedanken-reihe; sie sind daher auch das erste Erfoderniß jeder Wissenschaft (Grundbegriffe),mag man nun analytisch oder synthetisch zu Werke geh-n. Letztere bestimmen eineHandlungsweise. Sie unterscheiden sich von Mazimen, und sind Principien imstrengen Sinne (Grundgesetze), wenn sie nicht in der Subjcctivität des Erkennen-den oder Handelnden, sondern in der Natur der Gegenstände selbst oder in derGrundejnrichtuna unsers Gemüths beruhen. Daher werden besonders die Ideenoder Grundwahrheiten der menschlichen Erkenntniß, welche der reinen Vernunftangc hören, Principien genannt (philosophische Principien), insofern sie die ober-sten Gründe aller Erkenntniß enthalten. Man unterscheidet constitutive und regu-lative Principien; erstere enthalten die höchsten Beweisgründe einer Erkenntniß,von ihnen hängt die Erkenntniß und Gewißheit andrer ab, und sie dienen zur Ent-deckung andrer Wahl Heiken; letztere leiten nur das Verfahren bei Aufsuchung einerErkenntniß oder nn Leben und Handeln. Kant bestreiket die Gültigkeit der Ideenals constitukiver Erkenntnißprincipien. Ebenso wird gestritten, ob es ein höchstesallumfassendes Princip der Erkenntniß gebe, welches die Einheit deü Denkens be-stimme, und einen höchsten Grundsatz, in welchem sich dieses Princip auSsprechenlasse.

Principal heißt die tiefste offene Flötenstimme eines jeden Manuals inder Orgel, weil sie die Hauptstimme ist, nach deren Größe die übrigen stimmeneingerichtet werden müssen. Das Pfeiswerk dieser Hauptstiimne wird nach einem