Band 
Achter Band. O bis Q.
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857
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k'l'iol'i PriscianuS 85?

räume Zeit in s. Hause zu London unterhandelte. Als 1712 Lord Bolinqbroktnach Paris zur Beilegung einiger Streitpunkte geschickt wurde, begleitete ihn P.§r blieb in Frankreich als Gesandter Zurück, jedoch ohne den Titel zu führen; dennder Herzog v. ShrewSbury , der in dieser Eigenschaft dorthin kam, weigerte sich,diesen Titel mit einem Manne von so geringer Geburt zu theilen. P. besah indeßdas Vertrauen des sranz. Hofes, und Ludwig XI V. übergab ihm ein besondere«Schreiben an die Königin Anna zu Gunsten des Kurfürsten von Baiern. Nach desHerzogs Abreise 1713 nahni er öffentlich den Charakter eines Gesandten an undbehielt ihn bis zu der Thronbesteigung Georgs I., wo der Graf Stair sein Nach-folger wurde. Die Whigs waren jetzt die siegende Partei. P. wurde gleich nachs. Zurückkauft, 1715, mit einem Verhastsbefehle vorn Hause der Gemeinen bewill-komme und vor einer Commission des geh. Raths in Rücksicht auf s. Antheil amutrechtcr Frieden verhört. Walpole trug sogar daraufan, ihn wegen Hochverrothsanzuklagen, weil er mit dem franz. Bevollmächtigten geheime Zusammenkünftegehalten habe. Von der 1717 erklärten Amnestie war er ausgeschlossen und warderst später losgesprochen. Er trat daher in den Privatfiand zurück und verwendetes. Mutze auf die Vollendung s. didaktischen Gedichts: „8.->Ir>»u, r>„ klio vnuike ok«>w vvorsiG betitelt, welches er nebst einigen andern auf Subseription in einemFoliobande herausgab. Seine Gedichte sind seit 1717 mehrmals herausgegebenworden. Lord Horley überließ ihm den lebenslänglichen Nießbrauch von Downhallin Essex . P. wollte si Alter auf die Abfassung der Geschichte seiner Zeit wenden,aber eine schleichende Krankheit endete 1721 sein Leben zu Wimpole, dem Wohnsitzedes Lords O.rford. ward in der Westminsterabtei beerdigt, unter einem Denk-male, für welches er in f. Testamente 500 Pfund bestimmt hatte. P. gehörte zuden Charakteren, die ohne großen moralischen Werth sich in der Gesellschaft beliebtmachen. «Leine Lebensweise war unregelmäßig, und obgleich er in den feinsten undvornehmsten Gesellschaften Zutritt hatte, soll ihm doch eine gewisse Neigung fürgemeine und niedrige Vergnügungen geblieben sein. In s. Schriften findet sich einGemisch von Ernst und Unanständigkeit, welches, wo nicht Immoralität, dochGeschmacklosigkeit verräth. Als Dichter hat er gegenwärtig nur einen sehr mäßigenRuf; dennoch wird er in der Leichtigkeit zu erzählen kaum von einem seiner Lands-leute erreicht. Seine 8o>,g, und Liebesgedichte sind im Ganzen elegant und clas-sisch. Als Verskünstler hat er Verdienste, aber zu den genialen Geistern kann ernicht gezählt werden.

striori, s. X p>rinri.

Priorität, ein Recht, vor einem Andern zu irgend einem Vortheil, einemAmte, zur Befriedigung einerFoderung zu gelangen, besonders im Concurse, wenndas Vermögen des Schuldners zur Bezahlung sämmtlicher Gläubiger nicht zureicht.Hier kommt es zuvörderst auf die Richtigkeit der Federungen (Liguidität) und so-dann auf die Ordnung an, in welcher die vorhandene Masse unter die Gläubigervertheilt werden soll (Priorität), und Beides wird zwischen dem einzelnen Gläubi-ger (Liguidanten) und der Gesammtheit der übrigen durch einen gemeinschaftlichenAnwalt (Tontradictvr, tmiuwr .-».I !>><--) verhandelt (durch das Liquidations-verfahren) und zusammen (durch das ClasfificationS- oder LocationSerkenntniß)entschieden. Nachher aber entstehen, wenn einer oder der andre sich bei diesem Er-kenntnisse nicht beruhigt, abgesonderte Streitigkeiten zwischen den einzelnen Inter-essenten, indem z. B. ein Streit zwischen 2 Gläubigern über die Priorität oder überdie Liquidität einer Federung keinen der verlockten Gläubiger etwas angeht. Diesebesondern Streitigkeiten werden indessen sogleich in der zweiten Instanz weiter ge-führt, und es ist eine wichtige Sache für sämmtliche Gläubiger, daß hier die ver-schiedenen Parteien richtig gestellt werden. 37,

PriscianuS , s. Philologie.