Band 
Achter Band. O bis Q.
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880 Provision Prometheus

In den Prologen sowol als bei der Auflösung ist EuripideS sehr freigebig mit unbe-deutenden Erscheinungen von Göttern, die sich nur durch das Schweben in der Ma-schine über die Menschen erheben und gar wohl entrathen werden könnten". Washier über des Euripides Prologe gesagt worden ist, trifft auch viele neuere Prologedieser Classe. Einer alterrhumltchen Darstellungsweise aber oder der komischenParodie kann dieselbe sehr vvriheilhaft angeeignet werden. Im erffern Falle erzähltder Prologus DaS, was im Stücke nicht dargestellt werden kann oder soll, in demschlichten, einfältigen Tone einer ältern Zeit, welche durch das ganze Stück alsGrundton hindurchklingen muß; auch machen Prologe dieser Art manche lange undlästige Expositionen, welche oft die Handlung hemmen und erst langsam in denGang kommen lassen, entbehrlich. In, letzter» Falle wird jene Kunstlosigkeit witz'gund sinnreich persifsirt. Man hat neuerdings kleine Vorspiele oder Scene», welcheein kleines Ganzes für sich ausmachen, das aber wenigstens geschichtlich in ein größe-res Ganzes einleite» soll, ebenfalls, aber gegen den Sinn des Wortes, Prolog ge-nannt, z.B. „Moses's Errettung", Vorspiel zuKlingemann'g „Moses"w. 2)Kannder Prolog die Verhältnisse des Dichters oder Schauspielers zum Publicum betref-fen. Bei den Alten, wo Dichter und Schauspieler srüherh n Eins waren, warauch Beides verbunden. Man bat in einem solchen Prologe um Nachsicht in derBeurtheilung des Stücks oder seiner Darstellung, man empfahl sich dem Beifalleder Zuhörer, man machte sie mit den äußern Verhältnissen des Stücks und seinenSchickjalen bekannt, man vertheidigte sich gegen Angriffe der Kritik. Dieser Artsind viele Prologe des Plautus und Tcrenz und einige englische. Aus den neuernZeiten gehören die, besonders bei den wandernden Bühnen in Deutschland üblichenProloge hierher, in welchen eine Schauspielergesellschaft, welche zuerst an einemDlie auft.itt oder wieder an denselben zurückkehrt, um Aufmerksamkeit, Beifalloder Nacysichl bittet. Görhe'S „Was wir bringen" gehört hierher. Diese Art desPrologs ist am meisten von dem Stücke selbst getrennt; erst nach dessen Entigungfängt das Stuck an, und der Vorhang wird gewöhnlich von Neuem aufgezogen, dabei der ersten Art, wenigstens bei den Alten, das Stück selbst mit dem Prolog be-gann. Die dritte Art tesPrologS kann 3) außerordentliche Veranlassungen, ausge-zeichnete Tage und Vorfälle, überhaupt feierliche Gelegenheiten betreffen, bei welchenauH die Kunst nicht schweigen kann, ;. B. Todten-, Sieges-, Jubiläumsfeier:c.;jedoch können auch diese zu selbständigen Dramen Veranlassung sein. Prologe die-ser Air haben vermöge ihres Gegenstandes mehr oder weniger lyrisches Pathos undkönnen sich leicht daturch über die gewöhnlichen Gelegenheitsgedichte erheben, daßsie sich dem aufzuführenden Stucke, welches freilich zu dem gefeierten Gegenständepaffe» muß, näher anschließen. Hier kann ter ProloguS oft in einer Rolle des Stücksauftreten und die Gestalt der Allegorie annehmen. Auch kann der Prolog derzweiten und dritten Art, wie in der Dper, gesungen werden. 'l'.

Prolufion, s. Programm.

Prometheus , aus dem Tuanengeschlcchte, ein Sohn des Iapetvs undder Klymene, einer Tochter des Dkeonos und Vater des Deukalion; AfthyloS gibtihm die Themis , Apollotor die Asia zur Mutter. Reich an Einwürfen und ge-wandt, strebte er Zeus , dem Stifter des neuen Göttergeschlechts, entgegen, dem erfrüher beigestanden. 'Als nämlich einige der Titanen den Kronos vom Throne zustürzen und den Zeus zum Herrscher zu erheben trachteten, gab Prometheus denheistomen Rath, mit List zu Werke gehen, denn ihm war durch Themis undG.'.a bekannt, daß hier nicht Stärke, sondern nur List siegen werde. Da sie aberseinen Rath verachteten, trat P. auf die Seite des Zeus, der durch seine Anschlägesiegte. P. ruhmie sich daher mit Recht, die neuen Götter mit Ehrenämtern beklei-det zu habe»; denn Zeus bestieg durch seine Hülfe den väterlichen Thron, ordnetedas Reich und vertheilte die Würden unter die andern Götter. Nur der armen