882 Pronuba Propädeutik
welches, wer, was; endlich den Besitzer anzeigend (poiro-iftvum), mein, dein,sein. Nicht alle diese Fürwörter finden sich in jeder Sprache.
P r o n u b a, s. Juno.
Prony (Gaspard ClairFranrois Marie Richede), ein franz. Geometer undMechaniker, dessen Verdienste durch die Aufnahme in dieAkad. d.Wissensch. und denOrten derEhrenlegion anerkannt sind, während er als Pros an derpolytechn. Schuleund erster Ingenieur beim Brücken-, und Straßenbau sich deren täglich neue erwirbtund als -Schriftstellerin seinem Fache die größte Thätigkeit zeigt. Die Zahl der vonihm seit 1787 herausgegebenen maihcmat. Werke, welche fast alle classischen Werthhaben, ist bedeutend. Wir nennen bloß s. ,,>»uvollo nruliitootuii: P,l,n»Ii<,„k"(1790 u. 1797, 2 Bde., 4.), s. „liealioiolics psiv-iL»-mntlxunnt. zur !,-> lüco->ie tle!> eniix ,-<,uinui,-5" (1804, 4.) und s. Werk über die ponkin. Sümpfe(s. d>). Auch aus d. Engl , hat er Mehres übersetzt. — Sein Bruder, C.G.A.Riche de Prony, begleitete die Expedition, welche das Geschick des berühmtenSeefahrers Lap-rouse erforschen sollte, als Naturforscher und starb 1797 an dendabei ausgestandenen Beschwerden.
Prop ä dcutik, Vorübung, Vorbereitung; Propädeutisch daherDas-jenige, was zum Unterricht und zur Erlernung einer Kunst oder Wissenschaft vorbe-reitet. Eine propädeutische Wissenschaft oder Propädeutik heißt daher eine Vorberei-tungswissenschast, eine solche Lehre, welche die nöthigenVorkenntnisse zum Verste-hen und Betreiben einer Kunst oder Wissenschaft enthält, oder ihren Inhalt undUmfang, sowie die Methode, wie dieselbe am zweckmäßigsten erlernt werden soll,angibt, ja auch diejenige, welche das Verstehen einer andern nur erleichtert. Es gehören?aher in die Classe der propädeutischen Wissenschaften nicht bloß die besondern Ein-leitungen, welche jeder umfassenden Wissenschaft vorhergehen können, sondern auchdie sogen. Hulfswissenfchaften (Logik, Sprachwissenschaft u. a.) und die Encyklopä-dien der Wissenschaften, welche, durch den Überblick eines ganzen wissenschaftlichenGebiets, die Einsicht in das Verhältniß jedes einzelnen Theils zum Ganzen erleich-tern und befördern. Ein solcher Überblick kann jedoch nur von Demjenigen, der dasGanze einer Wissenschaft mit Gründlichkeit durchgearbeitet hat, gegeben werden.Vorzugsweise nennt man aber Propädeutik einer Wissenschaft oder Kunst diejenigeLehre, welche die nothwendigsten Vo> begriffe und besondere Regeln für das Studiumderselben'aufstellt, die durch Anwendung der allgemeinen Gesetze der Wissenschaft oderKunst auf den Inhalt und Charakter einer besondern Classe der Wissenschaften oderKünste, oder auf eine besondere Disciplin, entstehen und die Ordnung und Methodebetreffen, wie man dies zweckmäßig einrichten muß. So nennen Schulze und Bou-terwek Vorbereikungswissenschasten auf die Philosophie diejenigen, welche den phi-losophischen Geist mit den Bedingungen bekanntmachen, unter welchen ei st das Zielseiner Bestrebungen zu erreichen ist, und rechnen Logik (f. d,) und Erfahriingssee-lenlehrezu denselben, welchen auch noch die philosophische Encyklopädie hinzugesetztwerden kann. PhilosopdsschePrcpädkutik vorzugsweise wird diejenige philosophischeEinleitungswlffenschazr genannt, welcher Einige den Namen Funtamenialphiloso'-phie, Andre insbesondere Dialektik, Andrenoch einen andern Titel gegeben haben, unddie den Zweck haben soll, die philosophische Erkenntniß überhaupt nach ihren Bedin-gungen und Grundsätzen, und das Wesen der Philosophie, als Wissenschaft insb eson-dere. sowol im Ganzen als nach ihren Bestandtheilen und deren Verhältniß zu ein-ander zu untersuchen, welche Prüfung jedoch ohne Philosoph. Standpunkt und ohneBerührung der Philosoph. Grund Wahrheiten kaum zu denken ist, und somit nicht alleindie Form der Wissenschaft betrifft, sondern in eine Kritik der Philosoph. Erkenntnißselbst übergcht, welche sich gewöhnlich demphüosoph.System entgegenstellt,oder des-sen stelle einzunehmen strebt. Indessen kann sie, mit Philosoph. Geiste bearbeitetund vorgetragen, zu einer wahren Vorbereitung aufdie Philosophie werden. Mit fast