Band 
Achter Band. O bis Q.
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Propaganda PropertiuS 882

größerm Rechte nennt man jedoch die mit der Philosoph. Encyklopädie verbundeneMethodologie Philosoph. Proprädeutik. So gibt es ferner in jenem weitern und en-gern Sinne eine Propädeutik der Geschichte, der Theologie, der Jurisprudenz, derMedicin rc. Zu wünschen wäre es, daß vor der Erlernung einer jeden Hauptwissen-schaft, zu welcher die hohen schulen Gelegenheit darbieten, die propädeutischen Wis-senschaften vor allen beachtet würden, weil Wissenschaften nicht das Werk augenblick-licher Auffassung sind, sondern vor Allem einer gründlichen Vorbereitung bedürfen,und ohne letztere nur ein seichtes, oberflächliches Wissen erlangt wird, indem jungeLeute ohne die Leitung, die ihnen durch eine solche Propädeutik gegeben werden kann,meist planlos und ohne Zusammenhang in ihren Fächern studiren, oder durch ver-schiedene Gebiete umherschweifen. Was endlich die Kunst anlangt, so erblicken wirin ihrem Gebiete leider auch darum so viele einseitig g bildete Menschen, weil die ver-breitete Meinung, als komme es bei der Ausübung der Künste bloß aufs Thun an,sich der Erlernung theoretischer Vorkenntrusse in den Weg stellt. l.

Propaganda nennt man im Allgemeinen diejenigen Anstalten, durchwelche die christliche Religion unter heidnischen oder überhaupt nicht-christlichenVölkern verbreitet wird; insbesondere die im 11. Jahrh, entstandene» Anstalten zurVerbreitung des Christenthums, und namentlich diejenige Anstalt, durch welche derpäpstl. Stuhl die Ausbreitung seiner Herrschaft und des kath. Glaubens unter Nicht-christen und Nichtkatholiken bezweckte und leitete; nämlich die von Gregor X.V. 1622 gestift. slvii^ie^.itio cke zunzui^uuel» iicke (Versammlung zur Ausbreitungdes Glaubens), ein aus 18 Cardinälen und einigen päpstl. Ministern und Beamtenbestehendes Collegium, welches den Zweck hatte, Alles, was auf die Verbreitungdes kath. Glaubens und Ausrottung der Ketzer Beziehung hat, anzuordnen und zuleiten, und das von Urban Vlll. 1621 damit verbundene (ic>li<^>uuis.-winiiuiriuincko piop-i^.inil-, ticke, welches eine BildungS - und Dorbereitungsanstalt für Mis-sionarien sein sollte. Zone Gesellschaft versammelte sich sonst wöchentlich einmal inGegenwart des Papstes in einem dazu erbauten Palaste. Durch sie wurden Perso-nen, welche in die kathol. Kirche getreten waren und nach Rom kamen, ferner ver-triebene Bischöfe u. a. Geistliche unterstützt, verpflegt und unterrichtet. An demHauplfeste der Propaganda, an dem Feste der Epiphanie (6. Jan.), wird eine Aka-demie gehalten, in welcher die Zöglinge der Anstalt in ihren Landessprachen (ägyptisch,syrisch, persisch, chaldäisch, iberisch, arabisch, armenisch, bulgarisch, illynsch, alba-nisch, serbisch, abyssinisch, deutsch u. s. w.) Gedichte declamiren. Die römische Pro-paganda hat eine eigne, durch ihren Reichthum anDruckschriften berühmt gewordeneDruckerei, aus welcher Breviarien und Missales nach allen Gegenden hin versendetwerden. Nach diesem Vorbilde wurden auch in protest. Ländern Missionsanstaltenzur Verbreitung der christl. Religion gestiftet, welche den Namen Propagandenerhielten, z. B, die in England 1643 gestiftete, von Karl ll. 1661 bestätigte Gesell-schaft, deren erster Direclvr Boyle war, die aber in der Folge die Erzbischöfe v. Can-terbury zu Präsidenten, und unter Wilhelm lll., wo sie eine vollkommenere Gestaltund große Fonds erlangte, bis aus 90 Mitglieder (Geistliche und Laien) erhielt.Sie bemühte sich vorzüglich, Indien durch gemeinschaftliche Religion mit den Eng-ländern zu verbinden. Eine ähnliche Gesellschaft errichtete der König von Däne-mark für Tranguebar seit 1105. Zur Zeit der franz. Revolution nannte manvorgebliche geheime Gesellschaften Propaganden, welche den Zweck hatten, dieGrundsätze der franz. Demokraten zu verbreiten. Daher heißt Propagandaendlich jede Bekehrungsanstalt. .

PropertiuS (SeptuS Aurelius), aus Mevania in Umbrien geb., derSohn eines wegen s. Anhänglichkeit an AntonniS von Augustus verbannten römi-schen Ritters, einer der berühmtesten elegischen Dichter der Römer im Zeitalter desAugust. Er hat nicht die natürliche Leichtigkeit und Anmuth des Dvid und Tibull,

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