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Achter Band. O bis Q.
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Propheten

aber viel rhetorische Kunst und Gewandtheit und einen blendenden Glanz der Dar-,stellung. Vorzüglich glücklich ist er in der Schilderung heroischer Gegenstände. Wirhaben noch 4 Bücher s. Elegien, von denen die letzte des 1. Bucbs sür eine der vor-züglichsten, ja für die allervorzuglichste gehalten, und deßhalb auch oft die Königinder Elegien genannt wird; doch ist sie nicht ganz frei von den sonstigen Fehlern desDichters, Gezwungenheit und Gesuchtheit des Ausdrucks. Die Liebe ist ein (Ge-genstand vieler Properzischen Elegien; aber nicht die edlere, himmlische, die manvon keinem römischen Dichter der damaligen Zeit erwarten darf, wiewol nicht allesich in gleichem Grade wie P. in üppigen und wollüstigen Darstellungen gefallen.Auch finden sich, besonders im 4. Buche, mehre Gedichte, die blos, im elegischenSylbenmaße geschrieben sind, aber ihren, Inhalte nach i» die Elaste des Lehrgedichtsund erzählenden Gedichts gehören. Hier zeigt der Dichter vorzüglich s. Gelehrsam-keit, wo er Gegenstände aus dem Gebiete der Mythologie behandelt, und wirkt deß-halb auch weniger auf dos Gefühl. Wie überhaupt, so ahmte er auch hier die griech.Elegiker nach, namentlich den Aleraiidriner Kallimachus . Bon s. Leben weiß mannicht viel mehr, alvdah er, nach Beendigung der bürgerlichen Unruhen, zu Rom anMäcen einen Beschützer fand, deni er auch des Kaisers Gunst verdankte. Er scheint,wie s. Busenfreund Bvid, ohne Amt und Geschäfte, fast einzig dein Genuste derLiebe und der Poesie grösitentheils in Rom gelebt zu haben, wo er in der Blüthe s.Alters (gegen 12 v. Ehr.) starb. Häufig findet man die Elegien teS'P. in Verbin-dung mit Tibull's und Eatull's Gedichten herausgegeben. Die vorzüglichsten (Ausg.sind von Brouckhusius (Amst. 1702 und 1721, 1.), Vulpius (Padua listn,2 Bde.), und Burmann und Sanken (Uirecht 1780, 4.). Die neueste größerekritische AuSg. mit Eommentar ist von Kuinöl (Lpz. 1804 — st, 2 Bde.) und vonLachmann (Lpz. 1816). Eine deutsche Übersetz, erschien von Knebel (Lpz. 1708)-und von Srrombeck (Braunschw. 1822). 8.

Propheten, Seher, Weise, waren die Lehrer der hcbr. Nation, denendiese vorzüglich ihre Literatur und die Erhaltung der mosaischen Religionsver-fassung verdankte. Schon Moses , der größte Staatsweise und Naturkundige diesesVolks, nannte sich einen Propheten, und verpflichtete die Hebräer zur Achtsamkeitauf die Lehrer, die Gott nach ihm erwecken würde. Samuel, der letzte unter den Rich-tern, gründete die Prophetenschulen, Verbrüdei ungen, in denen die erlesensten,geistvollste» Jünglinge aus allen Stämmen mit Lehrern des GestzeS und der Poe-sie nach Art der Pythagoräischen Gesellschaft beisammenlebren, den Geist des Ge-setzes erforschten und in heiligen Gesängen aussprache». Aus ihnen gingen die u. d.N. der Propheten des A- Test. berühmten Volk-redner hervor, welche die Reli-gions-und Sütenkehre reinigten und erweiterten, die mosaische Idee des GokleS-reichs gegen die (Anmaßungen der Könige und gecen die Schlaffheit der nur mitden Formen der ReligiouSübung beschäftigten Priester aufrechterhielten, und dieSchicksale der Staaten in warnenden und trostreichen Brakelsprüchen vorherver-kündigten. Die Bildung, die tiefe Einsicht und religiöse Begeisterung dieser so weitOber ihr Zeitalter hervorragenden Männer war eine Erscheinung, die sich nur durchbesondere Einwirkung Gottes erklären ließ. Sie traten daher als Gottgesandte, vonGott begeisterte We je auf, deren Reden und Lieder als Gottes Wort geachtet unddurch die Kraft der Poesie und Musik, die ihre» Vertrag belebte, eindringlich wur-den. Ihr beharrlicher Zweck ist, die religiöse Bffenbarungslehre rein zu erhalten.Größere Zeichen und Wunder als d'e außerordentlichen Thaten, die man den äl-testen unter ihnen zuschrieb, sind ihre Dichtungen, deren Eigenthümlichkeit, Gedan-kenftille und Erhabenheit noch jetzt die Bewunderung der Kenner erweckt. Gegendas Ende der babylonischen Gesang mschaft und nach derselben, wo nur noch einer,Maleachi auftrat, wird ihre poetische Kraft immer schwächer, und der Ton ihrerReden düster, wie das Schicksal der Nation selbst. (Vgl. Hebräische Sprache