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Prosa
der verständigen Mittheilung bestimmter Kenntnisse oder Erkenntnisse, Prosa istdaher diejenige Form der Sprachdarstellung, welche die Mittheilung bestimmterErkenntnisse zum Gegenstände hat, und prosaisch, was mit dieser Form in Ver-bindung steht. Die Prosa hat sonach einen von ihrer Darstellung verschiedenen, ge-nau bestimmten und begrenzten Zweck, und die Mittheilung und Darstellung derVorstellungen durch sie ist das Mittel, diesen Zweck zu erreichen. Sie spricht näm-lich bestimmte Erkenntnisse und Ansichten über Gegenstände aus, entweder, umüberhaupt dieselben in Andern hervorzubringen, die Erkenntniß zu vermehren, zu be-richtigen, und so das Erkenntnißvermdgen zu bilden, die Wahrheit zu befördern (indieser Hinsicht ist sie die Sprache des gemeinen und GeschäftSlebenS, sowie dieSprache der Wissenschaften), oder sie hat dabei den Zweck, auf Gesinnung, Ent-schluß und auf das Handeln, kurz, auf das Begehrungsvermögen überhaupt, zuwirken. In ersterer Hinsicht wird sie Prosa im engern Sinne, und insbesonderedidaktische oder belehrende Prosa genannt; in letzterer Hinsicht begründet sie dieoratorische Prosa, Redekunst. Die Poesie unterscheidet sich daher von beiden auchdadurch, daß sie, als Sprachdarstellung betrachtet, einen absoluten und in ihr selbstlieqenden Zweck hat, den nämlich, in einer durch sich selbst gefallenden Gedanken-reihe das innere Leben zur Anschauung zu bringen. Die Prosa ist durch objectiveGesetze der Derstondcserkenntniß und der Reflexion bestimmt, und ihr höchsterCharakter ist Zweckmäßigkeit; die Poesie steht unmittelbar unter dein Gesetze dergeistigen Anschauung des Darstellenden und seiner eignen, freien LebeuSentwicke-lung. Jene sucht Etwas als wahr darzustellen, diese muß es als schön nnd somitauch als ideal für die Anschauung darstellen. Wie aber jene Zustände im Menschennicht ganz getrennt, sondern nur durch die abwechselnd hervorlreteud^ Äußerung desGeistes bestimmt sind, so gibt eS auch Berührungen und Übergänge beider, wiez. B., wenn der Redner oder der Lehrende den bilolichen Schmuck des Dichtersleiht, um die Erkenntniß mehr zu verdeutlichen, oder den Hörenden fti>- einen Ge-genstand zu gewinnen. Zu jener vollkommenen Veranschaulichung des innern Le-bens bedient sich derDichter: 1) was die Bedeutung der Wor'e anlangt, des ver-siniilichenden bildlichen Ausdrucks; daher haben auch Einige dst Poesie sinnlicheSprache, Bildersprache, bildliche Rede genannt, wiewol diele nicht .hr Wesenausmacht, sondern nur dessen natürl'che Folge ist, indem es auch unpoetjsche Bil-der gibt, und bloße Bilder, wenn auch verständig angeordnet, noch kein Gedichterzeugen. Dieser entgegengesetzt charakterisirt man die Prosa nun als den unbild-lichen oder eigentlichen Ausdruck (nnbildliche Rede), nicht als ob dieselbe alle Bild-der ausschlösse, sondern weil der Zweck derselben ihre Herrschaft nicht gestattet.2) Was die hörbare Bewegung der Worte, oder die rhythmische und musikalischeForm der Sprach? anlangt, so bedient sich der Dichrer zu jenem Zwecke des be-stimmten, den Charakter der poetischen Gemüthsbewegung und der sie veranlassen-den Gegenstände entsprechende^ Rhythmus. Zwar kann der Mensch, der im-mer den vollkommensten und entsprechendsten Ausdruck seine? Innern sucht, auchwenn er zum Zwecke der Erkenntniß sich der Sprache bedient (in der Prosa),den Sinn für angemessene Bewegung und Wobllaut des Gedankenansdrucks niegarz verläugnen, ja er muß sogar unwillkürlich seinen Worten eine berbare Bewe-gung geben, daher der unbestimmtere, ungebundenere, aber wob!1a"te»de Rhyth-mrö der Prosa, welchen man als Erfoderniß jeder guten Prosit in den Periode» undVerhältnissen der Sätze v,ulangt (Ruine rus). Ferner b inar du innere Poesieder Gedanken nicht so sehr von der äußern Darstellung M daß jene nicht a ich ohnestrengen und vollkomm » ausgebildeten Rhyih-nuS der Worte austudrucken möglichwäre, oder gar die geschickte Dersisication schon das Gedicht bewirkte (nü Gegen-theile gibt es viele prosaische Verse und viele poetische Prosa); die streng geregelteB-wegung ist daher nur die Folge und gleichsam das Maß der innern poetischen