tenmacherei. Die Niederlassung eines geringen Häufleins von Katholiken an pro,testant. Orten führt zur Errichtung neuer karh. Parochien und Schulen, denen nunleicht auch mancher schwache Prvteflant zufällt; auch die Vermehrung der gemisch-ten Ehen vermehrt die Zahl der kath. Kinder. Dazu kommt die zuerst von Dossuetmit Geist und Gewandten geübte Kunst, die Lehren und Gebräuche der kath. Kirchein einem so milden und anziehenden Lichte darzustellen, daß sie für unkundige Prote-stanten alles Anstößige verlieren, und, was besonders in der neuesten Zeit mitErfolgversucht wurde, den Principien des Katholicismus mit Hülfe philosophischer Phan-tasien und Axiome eine Haltung zu geben, die auch Gebildete blenden kann. DiesenBemühungen literarischer Proselytenmacherei ist die unter den Schriftstellern desTages epidemische Sucht, etwas Neues zu sagen, und die von dem römischen Pracht-culruS entzückte Poesie aus halbem Wege entgegengekommen, der herrschende JndiftserentismuS der Gesinnung aber so günstig, daß es nicht befremden kann, wenn nochgrößere Scharen von Gelehrten, Dichtern, Künstlern und nervenschwachen Welt-leuren, als die kath. Kirche der proiestant. schon abgenommen hak, sich chr in dirArme werfen. Den Prosilytenmachern kann dasWahrnehmen dieses günstigen Zeit-punktes nicht verargt werden. Wie handeln nach ihrer Glaubenspflichi für ihreKirche. Aber die Proselyten, die nicht als Kinder gewonnen werden, sondern alsMänner freiwillig übertreten, zeigen sich als Subjecte, an denen die Protestant. Kirchetchwerlich etwas Verliert, das der Klage werth wäre. Den von ihnen zu leistendenEid will die kath. Kirche nach dem erwähnten, außer der Verfluchung der Ketzereiennichts Auffallendes enchaltendenGlaubenseide eingerichtet wissen; doch ist erwiesen,daß sonst einzelne Bekehret die anstößigsten Fluchformeln hinzugefügt haben. DieAcyt mg, welche nach den neuesten Skaatsverträgen die verschiedenen christlichenKirchen in Deutschland einander schuldig sind, und der auch unter den Katholikennicht mehr seltene Geist wahrer Humanität und unbefangener Würdigung kirchli-cher Dinge, hat das Verlangen der Einsichtsvollern unter ihnen, ihre Kirche mitProselyten zu vervollständigen, sehr gemäßigt und sie überzeugt, daß Niemand durchWechsel dcr Confession der Gemeinde der Heiligen näher kommen kann. S.Weda'S„Beur. zur Geschichte der Proselytenmacherei - (Neustadt a. d. 0.1821). 31.
Proserpina (gnech. Persephsne, Persephoneia), nach Einigendie Tochter des Jupiter und der Styx, oder nach der gewöhnlichen Wage, des Ju-piter und der Ceres. Pluto raubte sie niit Bewilligung des Jupiter und machtesie zu seiner Gemahlin. Diese Mythe wurde von mehren Dichtern behandelt undverichiedentlich ausgeschmückt. Proserpina , so singt der Homerische Hymnus aufCeres, ranzre einst in dein Reigen der Nymphen, den Pallas und Artemis anführ-ten, aus einer grasreichen Wiese. Don dem Reigen sich entfernend, las sie miteinigen Gespielen Blumen. Auf des Hades Bitte trieb Gäa, so wollte es Jupiter ,blühende Narcissen, 100 Bluihen aus einer Wurzel hervor, und Götter undMenschen staunten über die Wchönheit der Blumen und waren entzückt von ihremlieblichen Gerüche. Ämsig brach sie das Mädchen; und durch die Zauberkraft der,selben bethört, entfernte sie sich von den begleitenden Gespielinnen. Plötzlich er-bebte die Erde. Aites (Pluto) hob sich aus tiefer Kluft mit unsterblichen Rossenzur Erbe empor, ergriff die Proserpina und entführte sie auf goldenem Wagendurch die Höhle zur Unterwelt. Laut jammernd rief sie ihren Vater um Rettungan, aber außer Hekake und Helios vernahm Niemand ihre Klage, und vergebensbossle sie'aus Rettung. Noch umständlicher ist Claudian . Die reizende Schönheitder Proserpina , singt er, entflammt: alle Götter mit Liebe, besonders Mars undApollo. Die Tochter den Zudringlichkeiten der Liebhaber zu entziehen, barg Ceressi. in Licilien in einer Höhle, wo sie, von Drachen bewacht, mit ihrer Amme Kal-lizena lebte. Pluto erbat sich jetzt die Proserpina vom Jupiter zur Gemahlin, dersie ihm auch versprach und der Venus den Befehl gab, das Mädchen durch List