Prosodie 895
aus der Höhle zu locken. Diese ging, von Minerva und Diana begleitet, nach Si-cilien und beredete, da sie die wachsame Mutter nicht zu Hause fand, das Mädchenleicht zu einem Spaziergange. In Begleitung der Nymphen und Zephyr's gingensie auf den blumigen Gefilden daher, Blumen pflückend. Da erbebte plötzlich dieErde, und Pluto entführte dos betäubte Mädchen in die Unterwelt, während Zeugdurch seinen Donner seine Genehmigung verkündigte. Vergebens bemühte sichZeus , ihrer Mutter Einwilligung zu der Vermählung mit Pluto zu erlangen, underlaubte endlich ibre Rückkehr auf die Oberwelt, unter der Bedingung, daß^sie nochnichts von den Götterspeisen zu sich genommen haben dürfe. Auf einem Lpazier-gange in den lieblichen Gefilden Elysiums hatte sie indeß einen Granatapfel geges-sen, und Alles, was Jupiter nunmehr den Bitten der bekümmerten Mutter gewäh-ren konnte, war, daß er der Tochter gestattete, den Frühling und Sommer jedenJahres auf der Oberwelt zu leben. (Vgl. C e reü.) Die orphischcn Hymnen nen-nen sie die Mutier der Eumeniden und des Ebuleus (hier Bacchus), die Eingebo-rene, die vielgeehrte würdige Gemahlin des Pluto, die Königin der schatten, dieRächerin tes MeineidS, die Gespielin der Hören, das allherrschende Mädchen, dieFruchtschwangere, die Nahrunggebende, die gewünschte FrühlingSgöttin. Siebringt Alles an das Licht, ergötzt sich auf duftigen Wiesen, und schmückt ihren hei-ligen Leib mit grünenden LLaaten, sie, die Glanzvolle und Gehörnte. Ebendaselbstwird sie u. d. N. Mise gepriesen, als die Mutter des Bacchus, die Keusche undHeilige, die unaussprechliche Königin, welche zweigestaltigundMann und Weib ist.In den Mysterien war P. auch das Sinnbild der in den Banden des Körpers be-fangenen Seele. Vom Pluto hotte P. keine Kinder, vom Zeus aber, der sich inGestalt einer Schlange ihr näherte, den Zagreus. ZcuS hatte ihr die Insel Siechengeschenkt, und hier war ihr besonders die Stadt Agrigent heilig. Sie wird aufeinem Throne sitzend, neben ihrem Gemahle, mit Narcissen oder einem Granatapfelin der Hand, oder auch allein mit dem Zweizack ihres Gemahls abgebildet. Auchzu LokriS und Megalopolis wurde sie verehre, und am averner Lee hatte sie einenberühmten Hain; in Rom wie in Megalopolis hatte sie mit der Ceres Einen Tem-pel. Männer durften diesen nur ein Mal des Jahres betreten. Man opferte ihr,als Göttin der" Unterwelt, schwarze unfruchtbare Kühe; der Granatapfel, die Fle-dermäuse und dcrWinter waren ihr heilig. Mit der Ceres wurde sie in den ekeusini-schen Mysterien verehrt. Pirithous und Theseus (s. d.), die sie entführenwollten, mußten, nach Einigen, in der Unterwelt bleiben. Man schtieb der P. dieAbschruidung der Locke zu, durch welche die Todten zur Unterwelt eingeweiht wur-den. Bei Leichenbegängnissen schlug man sich ihr zu Ehren an die Brust. DieFreunde und Diener des Verstorbenen schnitten sich die Haare ab und warfen sie,P. zu versöhnen, in den Scheiterhaufen. Sie wird oft mit Hekat e (si d.) verwech-selt. — Die allen Bildwerke von der Venus Proserpina stellt zusammenGerhard in s. „Vonero l'rodcrpim, iUu8tr<iiu" (Fiesole 18L6, NI. lithogr. Bl.).
Pros odie (von zu, an, und Antönung, Accent) hecht der Zeit-verhalt derSylbenlaute und die Ohre davon. Bewachtet man die Spräche!,mente,die Selbstlauter (Vocale) und Mitlauter (Eonsonamen) im Allgemeinen so ergibtsich, daß der Ton auf dem Selbstlauter ruht, und zwar länger, wenn mehre Selbst-lauter vorhanden sind, die in Einen Laut zusammenfließen. Verdoppelte selbst-lauter also (Aar), gedehnte (ihr, ohne) und Doppellauten oder Diphtongen (auf,euch) machen ihre Sylben lang. Ferner, was die Mitlauter betrifft, so erfoternsie, besonders wo mehre zusammentreffen, ebenfalls ein Verweilen der Stimmeund machen also die Sylbe lang. Der Einfluß der zusammentr,ffe»den MitlautesaufdenZeitveihalt derSylben heißt in den Sprachlehren Posii ion. Nun sindaber in den verschiedenen Sprachen im Wechsel der Consonanten und Vocale ent-weder die erster n oder die letzter» das Überwiegende. Sprachen, deren Princip der