Band 
Achter Band. O bis Q.
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897
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Prosopopöie Protosilaris 897

auch hier zwischen den quantitirenden und accentuirenden mitten inne sieh«, derAcccnt die Prosodie nur als inneres Princip beherrsche. Dem gemäß macht einlanger Vocal oder Diphthong die Sylbe lang, wird aber wie im Griechischen will-kürlich, wenn unmittelbar darauf wieder ein Vocal folgt, z. B. wohnt bei uns noch

göttliche Kraft, bei entarteter Freiheit, sogar wenn zwischen beiden Vocalen zuEnde der Sylbe ein fließender oder doch einfacher Eonsonant sieht. Ferner machtdas Zusammentreffen mehrer Eonsonanten die Sylbe lang. Die Borsalbe ent, dasVerbindungswort und, nebsi einigen andern, wie mit, denn, isi (als Copula), diezweite Person in der Einzahl (;. B. huldigsi) wird durch den Acccnt weht absolutlang, sondern nur mittelzeitig. Die Endungen ig und ich bilden mit einem folgendenEonsonanten Position, aber wenn er einfach isi, nur unvollkommene, welche dervollkommene Daktylus noch verträgt. Endsvlben, welche ihre Länge durch Posi-tion gewonnen, können nicht in der Hebung des Verses stehen, und umgekehrt hateine Endsylbe, welche in der Vershebung sich als Länge bewährt, absolute O.uan-titätslänge, und darf nicht kurz gebraucht werden, z. B. Freiheit, Armuth u. a.,bloß end in Elend iil absolut lang. Hiermit hätten wir denn eine Prosodie gewon-nen, welche der Willkür und Nachlässigkeit ein Ende macht und in einer wissen-schaftlichen Metrik ihre tiefere Begründung und Bestätigung findet. Den sichernErweis ihres Vorhandenseins gibt nun ihre Beobachtung und Anwendung; wiedenn eben Apel s wohlklingende und harmonische Verse und die durchgängige unge-zwungene Anwendbarkeit "seines metrischen Systems selbst auf antike Versmaßedessen Wahrheit am besten beweisen. Auch bat er bis setzt von Hermann selbst kei-nen bedeutenden Widerspruch erfahren. Selbst Böckb'S Einwürfe, der doch frühersich zu ihm neigte, fanden sticht in der Vorrede zur „Metrik" ihre Widerlegung, undso steht denn zu erwarten, ob das -Ohr noch länger durch das Auge ivrannisirt seinwolle in Sachen des rhythmischen Gesanges, oder nicht. Näheres hierüber gehörtunter d. A. Versmaß. Vgl. auch Grotefend's „Anfangsgründe der deutschenProsodie" (Gießen 1816), und über die griechische Lpihnei'S „Versuch einer kur,zen Anweisung zur griech. Prosodie" (Erfurt 1821). äVa.

Prosopopöie, s. Personification.

Prospect, P r o s p e c t m a l e r e i, s. Malerei.

Protagoras , ein g> iech. Philosoph, a. b. zu Abdera, um die Mitte des5. Jahrh. v. Ehr. Er kehrte vorzüglich in Athen ; man kann ihn aber als einen derersten S ophisten (s. d.) betrachten, die in Griecyenland umherzogen, ihre Schrif-ten vorlasen, öffentliche Disputationen anstellten und für Geld Unterricht ertheilten.Er wurde des Atheismus beschuldigt, deshalb aus Athen verwiesen, und s. Schrif-ten öffentlich verbrannt. Er soll überhaupt die absolute Wahrheit gelaugnet unddas Zweifelhafte der menschlichen Erkenntniß selbst auf die erhabensten und wich-tigsten Gegenstände angewendet haben, die Tugend und die Gottheit: sodaß er be-hauptete, sie könnten ebensswol sein als nicht sein. Inwiefern dies gegründet ist,läßt sich mit Gewißheit nicht ausmachen, da seine Schriften verloren sind, und nurManches daraus von Spätern angeführt wird. Aus seinem Sahe: der Mensch istdas Maß aller Dinge, läßt sich dies nicht mit Gewißheit ersehen.

ProtesilauS, einer der griech. Helden von Troja. Er war ein Sohn desIphiklus, Königs von Phylace in Thessalien, und der Diomedea, und hieß eigent-lich Iolaus. Den.Namen ProtesilauS erhielt er, weil er bei der Landung der Grie-chen vor Troja zuerst von dem Volke aus Land sprang. Aber gleich nach der Lan-dung ward er von einem sardonischen Krieger, nach Einigen vorn Hektor , erlegt.Sein Grabmal war aus dem sigeischen Vorgebirge. Er ward nach seinem ^.ode alsHeros verehrt und hatte zu Eläus auf dem EhersoncS ein -Orakel, besonders fürAthleten, heilte auch mehre.»icmkheiten.

Conversations-Lericon. Bd. VIII.

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