Band 
Achter Band. O bis Q.
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Protestantismus und Reformation (kath.)

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. nicht verdunkeln; allein Friedrich antwortete am 8. Dec. 1518, daß er ines Cardinals Begehren nicht willigen könne, weil Luther noch keines Irrthum«."erfühl, und die neue Universität Wittenberg. wo Diele sich Luther'S annehmen,^.'ch dessen Entfernung Schaden leiden dürste. Selbst eine dem Kurfürsten ge-ohickke goldene Rose vermochte dielen nicht umzustimmen. Als kurz darauf durchch am i-s, igsg erfolgten Tod des Kaisers Maximilian I. das Neichsvica»'at ist heu Landen fachst Rechtens auf den Kurfürsten fiel, stand der VerbreitungLehre Luther s nichts mehr im Wege, und sein System erweiterte und consoli»>!"e sich mit reißender Schnelligkeit. Die Wenigsten wußten, wovon eigentlichle sifede sei; insgemein glaubte man, daß man die Kirche von den eingefchliche»sch Mißbrauchen reinigen wolle; auch war die Freiheit, die Luther versprach, einMr Name. Die Sittenlosigkeit und die Unwissenheit des größten Theils derGeistlichkeit trug auch wesentlich zum Gelingen der Reformation bei, denn wäh-^Nd durch solche Geistliche das Volk sich schlecht erbaut fand, traten auf der an-M Seite so viele Geistliche, denen der Cdlibat nicht zusagte, aus Luther'S Seite^ber. Vergebens i"chke der^ ingolstädtische Pros. Ioh. Eck Luther in einer zu

I'^ig öffentlich gehaltenen Disputation zu überführen; sie stritten hauptsächlichss die Freiheit des menschlichen Willens und das Ansehen des Papstes; Beide

^v'eben sich den Sieg zu. Was Eck vergeblich durch Gründe versucht hatte,Ete der in päpstl Diensten stehende Edle v. Miltitz in der Güte erreichen; alleinerhielt von Luther weiter nichts als ein Schreiben an den Papst vom K.^ptil 1520, in welchem zwar Luther sagte, er habe für seine Person immers°ße Hochachtung gehegt, zugleich aber sich dahin äußerte, der römische Hofsei? verderbt, als ehemals Sodom und Babylon, die Gottlosigkeit desselben habegrößten Gipfel erreicht, selbst der Antichrist könne sie nicht vermehren; eS gehenahe, daß der Papst wie ein Schaf unter den Wölfen lebe, Rom sei der Ehrewerth, daß es ihn und andre rechtschaffene Männer an seiner «spitze habe.Lvsitzt schlug er vor, daß der Papst seinen Feinden in ihren heftigen Anfüllen aufEinhalt thun solle, zweitens daß man ihn nicht zwinge, keine Schriften zu wi-,^tufen und die heil. Schrift nach einer vorgeschriebenen Regel zu erklären, end-aber, daß der Papst beiden Theilen das Stillschweigen auflege. Am 15. Julio52y gab hei? Papst eine Bulle heraus, worin 41 aus Luther'S Schriften gezogene^äße verdammt wurden, mit dem Zusatz, obschon der Papst gegen Luther nun so-als einen Ketzer verfahren könnte, so werden doch ihm und seinen AnhängernTage gestattet, binnen welchen er umkehren, seine S

» >-ugr gegarter, Sinnen weityen er umreyren, leine Schriften unterdrücken und'?e Lehre öffentlich widerrufen solle; wenn er nicht gehorche, so thue er ihn hier-" in den Bann und befehle, ihn als einen Ketzer zu strafen. Luther wiederholte

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oA seine früher schon eingelegte Appellation an ein Concilium. Nun wurde deri^chötag zu Worms durch den neu gewählten Kaiser Karl V. eröffnet; der päpstl., i">tius Alexander wohnte demselben bei, um die Vollstreckung' dagegen Lutherz ^sienen Bulle zu betreiben. Die Fürsten glaubten Anfangs, es handle sich bei.^Streite bloß um eine Demüthigung des Papstes, der sie gar nicht abgeneigtie vnd es bedurfte einer dreistündwen Rede des Legaten, um deck Kaiser undI " Fürsten begreiflich zu machen, daß es nicht bloß um den Ablaß uüd das In-^fle des Papstes zu thun sei, sondern daß Luther auch wirklich Neuerungen inl,^benssachen angefangen und solche Sätze behauptet habe, .die von der Kirchez ganzen Concilien seien verworfen worden; er zeigte zum Beweise die betreffen-yy. stellen in Luther'S eignen Werken vor. Allein da der Kurfürst von Sachsendie Einwendung machte, daß man vor Allem sicher sein müsse, obhur 3En Bücher, aus denen die von dem Nuntius vorgebrachten Sätze gezogenauch Luther'S Werke seien oder nicht, und dieses zu erfahren, ihn selbst hö-^üffe, stimmten ihm die übrigenFürsten insgesammt bei. Es ward beschlossen,