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Protestantismus und Reformation (kath.)
Luther zu hören, nicht zwar, um mit ihm über Glaubenssachen zu streiten, fLern damit er erkläre, ob er Dasjenige wirklich gelehrt oder noch lehre, wavon dem Papste zur Last gelegt werde. Luther kam am 16. April iner machte nicht aufAlle gleichen Eindruck, insbesondere sagte der Kaiser,er ihn zum ersten Mal gesehen: „Dieser brächte es gewiß nie dahin, daß >tv t ^Ketzer würde". Am 17. April erschien Luther in der Reichsversammlung; er t .gefragt, ob er jene Bücher, die man ihm vorzeigte, wie auch andre, die gsnwurden, für die seinen erkenne, und ob er auf den darin enthaltenenharre. Das Erstere bejahrte er, für das Andre bat er sich Bedenkzeit üuS. ^
TagS erklärte er in der Versammlung, seine Bücher feien von dreierleieinige handelten von Glaubenssachen und guten Werken, von denen nicht e>seine Gegner Alles anstößig fänden, er könne sie demnach nicht zurücknehmen, ^sein Gewissen zu verletzen; in andern würde die Gewalt der Päpste undcrete angegriffen, durch deren Widerruf würde der Päpste Tyrannei übcr daS .schengeschlecht bestätigt werden; andre endlich wären wider Diejenigendie das Papstthum vertheidigt und ihn zu widerlegen gesucht, in diesen gesteh.,daß er zu heftig und bitter geschrieben, welches man aber der Art, wie ihn siner behandelten, zurechnen müsse. Zuletzt federte er wie gewöhnlich, dsß ' ^ihn aus der Bibel überzeugen solle, in welchem Falle er seine Schriften mit ? S ^Hand in das Feuer zu werfen bereit sei. In dem kaiserl. Edicte, welches > ^
Folge gegen ihn ergangen, heißt es, Luther habe die an ihn gestellte E^may p
und Bitte mit so unbesonnener Rede und so unanständiger Miene des Gesicht ^!>Bewegung der Hände verworfen, die sich für einen Mann, der seiner mächst ^noch dazu ein Priester sei, gar nicht gezieme. Am 19. April ließ der Kais" ^Fürsten einen von seiner Hand verfertigten Aufsatz vorlesen, des Inhalts-' ^itFürsten wüßten selbst, daß Karl von den christlichen deutschen Kaisern, vskathol. Königen von Spanien , von den Erzherzogen von Ostreich und den s?gen von Burgund abstamme, die sämmtlich bis auf den letzten Augenblick dss ^mischen Kirche getreu geblieben und allezeit Verfechter des kachol. Glaubens' ^heiligen Ceremonien und Gebräuche gewesen; diese hätten ihm die kath. ^^nss'tKirchenverfassung gleichsam erblich hinterlassen, nach welcher er bis dohi"ä^chund auch zu sterben gedenke; da es nun an dem Tage liege, daß ein einzig"'-'' Hesolche Sachen vortrage, die mit der Denkungsart aller Christen, jener sowoh'^^,«bis 1000 Jahre vor uns gelebt, als die noch wirklich lebten, nicht übercinllen, und aus denen folgen würde, daß die ganze Christenheit sich bis bähstso sei er fest entschlossen, alle seine Länder, Freunde, Leib und Blut und das"selbst dahin zu verwenden, daß dieses gottlose Unternehmen keinen Fortgangkönne, indem es sonst ihm und der deutschen Nation zur ewigen Schandewerde; er wolle demnach Luther keineswegs mehr hören, sondern entlassen, l ^aber gegen ihn als einen Ketzer verfahren., Noch wurde von einzelnen Für! desther ermähnt,.sich nicht gegen die allgemeine Lehre zu empören; als end->Kurfürst pon. Trier Luther den Vortrag machen ließ, ob ihm nicht selbst "N ^ ^b kkannt seks tvodurch Alles wieder in Ordnung gebracht werden könne, ts . ,-isLetztes, HD er mit Gamaliel (Apostelgesch. Cap. 5) sagte: „Ist dieses 2ve^Mensch?,nwerk, so wird es aus sich zergehen, ist es aber von Gott, so wers e"es nicht zerstören können". Luther wurde also heimgesandt, und am ostle",ließ der Kaiser das wormser Edict, worin er Luther als einen Ketzer,die ihm anhangen oder ihn schützen würden, in die Reichsacht erklärte; " isolle seine Bücher behalten oder verkaufen, sondern dieselben sollten vielmey ^Orten vertilgt und verbrannt werden, auch solle man suchen, sich sein"' ss ^he,bemächtigen und ihn so lange gesanglich anhalten, bis Karl weiter verordnewas mit ihm anzufangen. Indessen ward dieses Editt nirgends befolgt,