826 Publicilät Pufendorf
Publicikät, s. Öffentlichkeit.
Publicum. Dieses Wort wird in ganz verschiedenen Bedeutungen ge-nommen, seit Jedermann lesen und schreiben kann. Das edlere Wort Volk be-zeichnet etwas Gegliedertes und Geordnetes, Etwas, worin Verhältnisse und Stu-fen sind, und kein bloßes Nebeneinander und Durcheinander. Das Verhältnißaber zwischen schassender (protucirender) Thätigkeit und Publicum muß als ein ge-genseitiges angesehen werden. Durch Wechselwirkung beider bildet sich Kunst undWissenschaft fort. Aber freilich darf der Schriftsteller und Künstler nicht bloß dersich in der Mehrzahl äußernden Meinung des Publicumg als seuiem Leitstern fol-gen. Denn Mit Recht sagt Jemand: ,,Das Publicum gleicht dem Quecksilber,das im Allgemeinen wol die Temperatur anzeigt, aber der Astronom kann danachdie Bewegung der Wcltkörper nicht bestimmen". Übrigens ist nur dann, wenndas Publicum schon eine gewisse Stufe von Bildung erreicht hat, Publicum Be-dürfniß und ohne Nachtheil.
Puebla , Landschaft und ehemalige Jnkendantfchaft des mexicamschenReichs, nach der alte», von Mexicos Beherrscher» unabhängigen Republik auchTlaskala genannt, zehr ein Staat dcr Rep. Mex co. Der gebirgige Theil ist si hrxmgebaur und bevölkert, gegen das stille Meer hin gibt es Einöden. Bei Eholulafmi.u man viele Denkmäler der alten Civilisation Mexicos, u.a. 3 Pyramiden. DieEiNiv. sind freie Indianer. Auf einer hohen Bergstäche, gegen 1000 Fuß über demMeere, liegt die 1333 von den Spaniern nach europäischer Art erbaut« HauptstadtPuebla de los Angelos oder Engelstadt , eine d,r ansehnlichsten Stätte desspanischen Amerika , die nach Humboldt 61,800, nach Bullock (,GG u>o,>in.>>
<k> nno anst traveli, i„ äli'.vieo", London 1824) aber 80,000 Einw. hat. I In derspracht und dem Reichthums seiner 60 Kirchen und dem Glänze der kirchlichen Ge-bräuche ist Puebla , wie dieser Reisende sagt, vielleicht die erste Stadt der christlichenWelt. Vor Allem ist die Domkirche mit verschwenderischem Reichthum ub>i laden.Merkwürdig ist eine Zuflucht für Andächtige beiderlei Geschlechts, die meinem gro-ßen, mu vortrefflichen Gemälden geschmückten Palast« 8 Tage laug frei gehaltenwerten, um von der Welt abgezogen Buße zu üben, was Cap. Hall m s. „lAiiuut«»l jc>u, »!,I et<." (Edinb. 182-i, 2 Bde.) sehr anziehend beschreibt. Es herrschtin der Stadt viel Betriebsamkeit, und seit der Gründung der Üuavhängigkeil desLandes ist schon ei» Ansang von Fabrikfleiß merklich. Am stillen Meere liegt derHasenorl Huamleo. 26.
Pufendorf (Samuel, Frech.».), einer der ersten und größten deutschen Natunechlsl-Hicr, Pubüciste» und Geschichtsforscher, geb. den 8. Jan. 1652 imDorfeChemmh beiEhemmß m> Erzgebirge , wo s. Vater Prediger war. Nachdemer aus der Fürstenschi,le zu Grünn,a, dann aus den Univei sit. zu Leipzig und Jena gro^e Fähigkeil entwickelt hatte, widmete er sich dem allgemeinen und deutschen Slaatsrechie, indem er dabei das pbtlosoxhtsche oder Nalurrechr zum Grunde legte.Du Mathematik, welche er unter Weigel m Jena , und die Philosophie, welche ernach Descaneo siudwlc, bckdeie» se» wisienschafiliches Talent aus. Vergebens be-warb er sich um eure Stelle in seinem Vaterland« und nahm daher 16ö8 die Stilleeines Hofmeisters i» den, Hause des k. schwed. Gesandten am dänischen Hos an,begab sich mit seinem Zöglinge nach Kopenhagen , ward aber, ta eben der Krieg zwi-schen Dänemark und S chwc ten ausbrach, nist der ganzen Familie des schwed. Ge-fa-wren verhaftet. In dieser Lage, welche 8 Monate lang dauerte, beschäftigten ihnGronns's und Hobbes 'vAnsichten über Recht und Staat. AIs Ergebniß seines phi-jcsop yischen Nachdenkens erschienen 1660 zu Haag s. „Icke iiwiiiu juii->j„ uelm.lisu
*) Bnllock ist znm Besitze der.SIiitignitatcn und Gemälde gelangt, dir drr vor4» Zähren m Puedta vernorbcne, durch s. Gelehrsamkeit belühmte, aus Schott-land gebürtige Mönch, Mac Taggarl, gesammelt haue.