Pugatscheff 92?
„nive78!,Iir". Der gelehrte Kurf. von der Pfalz , Karl Ludwig, welchem er sie zu-geeignet hatte, nahm diese Schrift mit solchem Beifall auf, daß er für ihn eine be-sondere Professur des Natur-und Völkerrechts — die erste in Deutschland —1661 stiftete. Hier lehrte er bis 1670, wo ihm der König von Schweden, Karl XI. ,eine Professur des Naturi echte auf der neue, richteten Universität zu Lund in Scho-nen ertheilte. Dort schrieb er sein Merk über das Naiurrecht (,,Do jui« nntniuo ,,4^eiiiiiini", Lund 1672), welches jenes frühere verdrängte und sich durch Deutlich-keit, systematische Ordnung und Folgerichtigkeit empfahl; bald darauf das kleinereCompendium, oder vielmehr den Auszug des gen. Werks ..Da oikw-io Iwiniinü otcivis" (Lund 1673), welche Schrift unzählige AuSg. und Übers. erhalten hat. DaP. in diesen Schriften sich von der bisher beliebten scholastischen Art zu phtlvsophi-ren noch mehr als Grorius entfernt hatte, so konnte es ihm an heftigen Gegnern nichtfehlen, die er aber durch sein ge.siigeo Übergewicht und seine Verbindungen über-wand. So verschieden man auch jetzt über diese Schriften P.'S urtheilen mag, soist doch Das nicht zu läugnen, daß P. in der Geschichte des Nalurrechis Epoche ge-macht hat. Ihm schwebte noch klarer, als früher dem GroliuS, die Idee einer Wis-senschaft vor, welche, unabhängig von allem Einflüsse des positiven Rechts oder derTheologie, die Rechtsverhältnisse bloß nach Gesetzen der Vernunft bestimmen sollte'Sein Naturrecht war eine philosophische Moral über die rechtlichen Verhältnisse derMenschen gegen einander, welche von der christlichen Moral immer noch abhängigblieb, Er stellte als Grundlage des Rechts mit Grotius die Socialität (Gesellig-keit) auf, welche der christlichen Nächstenliebesehr verwandt ist, und leitetedasR-chtaus dem Stande der verderbten Natur mit Hobbes ab. Nicht minder machte P.»» tculschcn Liaatsrechlc Epoche. Noch als Pros. in Heidelberg schrieb erausAn-regung des Kurfürsten u. d. N. Severmus a Monzambano das berühmte Buch„läo.-.Nil» x'ipuM E lli-riiniiiwii,-", welches er seinem Bruder Elaias P., dersich damals als schwed. Gesandter in Paris aufhielt, zuschickte und durch dcnsilbenzum Druck befördern ließ. Er stellte in demselben Deutschland als einen republi-kanischen Körper dar, dessen schlecht zusammengefügte Theile ein abenteuerlichesGanzes bildeten. Gegen dieses Buch, welches seit 1667 in mehren Ausg. undÜbers. erschien, erhob sich ein großer Kampf; P., der es kräftig vertheidigte, fanddoch nicht für rathsam, sich als Verf. desselben zu nennen, als welcher er erst nachseinem Tode mir Gewißheit bekannt worden ist. Wir übergehen andre seiner staars-und kirchenrechrlichen Schriften. AIS der Krieg in Schonen ausbrach, begab er sichnach Srockholm, wo er zum Slaalssecretair, k, Hosrath und Hlstoriographen er-nannt wurde. Hier schrieb er, ebenfalls in lat. Lprache, die Geschichte von Schwe-den seit Gustav Adolfs Feltzug in Deutschland, b>s auf die Abdankung der KöniginChristine („1>r lobn-l iH. i>,1 leb. 1676), Und dir b eschichte KarlGustavs („Dr erbn,- u tberen» (7uii:,ei> ^odii!,", 2 Bde., Fol., Jlürnb. 1686),ferner in teutscher Sprache seine „Einleit. zur Geschichte der vornehmsten Reicheund Siaaten" (Franks. 1682, L Th'.e.), späterhin von Ohlenlchläger fortgeführtund von Martini, re inS Franz, übers. Liese Schichten verweh,»» s.Ruhm so sehr,daß er von dem Kurf. von Brandenburg , Friedrich Wilhelm, 1686 eine» Ruf nachBerlin als Hosrath, Histonograph und Kamwergenchisbeisitzer, und den Auftragerhielt, das Leben dieses Fürsten zu schreiben, welches es unter der Regiei ung seinesSohns, Friedrichs Üb, vollendete. 1680 ward er kurbrcndenb. lMH.-Rarh, und1694 von dem Könige von Schweden, Karl Xb, in den Frechen »stand «hoben.Den Antrag aber, des Kaisers Leopold Leben zu schreibe», Ichnle er ungeachtet dergroßen Versprechungen, die man ihn, machte, standhaft ab. Er stai b zu Berlin den 26. Oci. 1614 in einem großen Ansehen, welches er sich durch Geist und Ge-lehrsamkeit, sowie nicht minder durch seine» Charakter erworben hatte.
Pugatscheff (Zemeljan), der S ohn eines Kosacken, geb. 1726 zu Simo-